10.07.98 - "Wenn ich am Sonntag abend nun gerade Gelb tragen sollte,
dann sicher nicht, weil ich Brasilien-Fan bin", sagt Laurent Jalabert.
Das am Sonntag abend stattfindende Fußball- Weltmeisterschafts- Finale
zwischen Frankreich und Brasilien ist auch bei den Rennfahrern in Dublin
zur Zeit ein wichtiges Thema.
"Der Tour-Start wird sicherlich ein bißchen vom WM-Finale
in den Schatten gestellt", so Laurent Jalabert, der das nicht im geringsten
bedauert. Jalabert ist wie wohl die meisten der Tour de France-Teilnehmer
höchst interessiert am Geschehen auf dem grünen Rasen am Sonntag
abend in Paris.
Zwar sind bei der Tour de France keine brasilianischen Fahrer dabei,
dafür aber 38 Franzosen. Und auch die meisten
der 51 Italiener und 29 Spanier sind Fußball-Enthusiasten.
Bei Telekom sagt Bjarne Riis, er werde "vielleicht" das Finale anschauen,
FCK-Fan Udo Bölts wird aber ganz sicher am Sonntag abend vor
dem Fernseher sitzen, wenn die WM entschieden wird.
"Ich bin kein großer Fußballer", so Richard Virenque.
"Aber ich bin stolz, daß die Franzosen so weit gekommen sind und sie
können es bis zum Ende führen. Der Unterschied zu uns ist,
daß sie zu elft sind. Wir müssen ganz allein in die Pedale treten."
Fred Moncassin, der Sprint-Konkurrent von Erik Zabel, sorgt sich schon:
"Hoffentlich ist da ein Fernseher im Hotel am Sonntag."
Juventus-Turin-Fan Marco Pantani hingegen nervt der Enthusiasmus seiner
französischen Rennfahrer-Kollegen etwas: "Frankreich hat
Brasilien noch nicht geschlagen. Genausowenig wie Virenque schon die
Tour gewonnen hat."
Auch Pantanis Landsmann Mario Cipollini wird eher den Brasilianern
die daumen drücken: "Vor allem, weil Ronaldo mein Freund ist.
Und ich bin bereit, ein gelbes Trikot gegen seinen Weltpokal
zu tauschen! Außerdem mag ich die Spielweise der Brasilianer,
die werden 2 - 1 gewinnen."