Kölner Radsport-Urgestein Artur Tabat wird 60 Jahre
"100.Rund um Köln ist eher ein Grund zum Feiern"
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25.01.02 (rsn) - Wer in den Kfz-Betrieb
Artur Tabat in Köln kommt, merkt schnell, dass das
keine gewöhnliche Werkstatt ist. Meistens steht irgendwo
ein bunt beklebtes Fahrzeug des BDR oder eines Profi-Teams,
das repariert wird. Ein Jan Ullrich übernachtet hier schon mal,
die Wände zieren unzählige Original-Trikots und Bilder
von Radsport-Stars wie Eddy Merckx. - ein Museum würde neidisch.
Am Freitag feierte Tabat, legendärer |
Organisator des Klassikers "Rund um Köln", seinen 60. Geburtstag.
"Ich fühle mich nicht wie 60, also feiere
ich auch nicht groß.
Ich war vorhin mit dem Rad beim Bäcker. Mann, ich habe noch ganz schönen
Druck auf dem Pedal!", lacht Tabat.
Seit 1972 organisiert der Kölner Handwerksmeister
für den "Verein Cölner Strassenfahrer e.V."
den Klassiker Rund um Köln.
"Als ich anfing, war es ein kleines Amateurrennen.
Wir durften nicht mal rein nach Köln, mussten in den Grüngürtel
vor der Stadt das Ziel legen. Mein Vorgänger
wollte irgendwann nicht mehr, so mühsam war
das alles. Der BDR hat mehr gegen uns gearbeitet.
Wie oft habe ich mir gesagt, jetzt reicht's!"
Doch Aufgabe kam nicht ernsthaft in Frage für Tabat,
dessen Radsportverrücktheit man in
seinem Büro besichtigen kann: Der Schrank quillt
über mit Radsport-Souvenirs:
Ob original Gelbes Trikot von Jan Ullrichs
Tourtriumph von 1997 oder ein echtes Weltmeistertrikot:
Alles da. Am Freitag an seinem Geburtstag klingelten
zum Teil drei Telefone gleichzeitig.
Vom Hausarzt bis zu Radprofis wie den Grabsch-Brüdern -
alle gratulierten. "Andy Kappes hat mich gerade aus
dem Krankenhaus in Stuttgart angerufen, ihm
geht es soweit gut, er fliegt am Sonntag
nach Berlin, um sich das Rennen anzuschauen.
Da habt Ihr 'ne exklusive Story!",
lacht Tabat im Gespräch mit RADSPORT-NEWS.COM.
1996. Tabat war mit dem damaligen Sportlichen Leiter
Rolf "Le Loupe" Wolfshohl
bei allen möglichen UCI- und internationalen Verbandssitzungen in Paris.
Die Mission lautete: Ein Weltcup-Rennen nach Deutschland holen.
Nicht zuletzt dank der ausgezeichneten Kontakte von Tour de France-Etappensieger
Wolfshohl klappte das. Aus Paris rief der damalige BDR-Präsident Böhmer
sofort in Köln an: "Wir haben den Weltcup!"
Die Freude dauerte nicht lange.
Drei Wochen später rief Böhmer wieder
an und sagt lapidar: "Sorry, Hamburg wird's."
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"Ich dachte, ich habe einen Herzinfarkt",
erzählt Tabat. "Mir wurde schwarz vor Augen.
Und dann rief drei Minuten später die Presse
an und will meine Reaktion."
Tabat spricht damals von Korruption.
"Ich hätte natürlich anders reagieren müssen",
sagt Tabat heute. "Aber man hat mir das so einfach
vor die Füße geknallt.,Es waren doch
Rolf Wolfshohl und ich, die den Weltcup nach
Deutschland holten.
Jean-Marie Leblanc hatten wir sogar auf unserer (Kölner) Seite.
Und dann bekommt Hamburg den Weltcup."
Heute kann sich Artur Tabat recht
lässig an die alten Geschichten erinnern.
"Rund um Köln" steht so gut
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Ein Mann für alle Fälle: Artur Tabat kümmert
sich auch darum, dass die Hostessen auf dem Podium
eine gute Figur machen...
Fotos: Volk, Roth
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da, wie
noch nie. Ein neuer Hauptsponsor
wurde gefunden, das Rennen ist abgesichert.
Mit Zabel und Lance Armstrong
spricht Tabat derzeit, will
sie nach Köln holen.
Jan Ullrich kommt vermutlich sowieso
wieder genauso wie letztes Jahr.
Der Merdinger hat seit vielen Jahren ein freundschaftliches
Verhältnis mit dem "Rund um Köln"-Macher,
der ans Aufhören noch lange nicht denkt.
Tabat: "Das 100. Rund um Köln könnte ich wohl noch schaffen.
Und das ist dann eher Grund zum Feiern
als mein Geburtstag."
Kersten Volk
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