Stuttgarter Sixdays zu neuen Ufern?
Andreas Beikirch wegen Erkrankung ausgefallen
Nicht alle begrüßen Kappes euphorisch / Zuschauer-Ziel "50.000 + x"
20.01.01 (rsn/dpa) - Pünktlich gab Oberbürgermeister Schuster gestern um 20:15 Uhr den Startschuss. Im
stimmungsvollen Rahmen mit viel lokaler Prominenz begannen damit die 18. Stuttgarter Sixdays. Begleitet von brasilianischen Schönheiten
waren zuvor die 16 Mannschaften und ihre Fahrer vorgestellt worden. Unter ihnen die einige altbekannte 6-Tage-Kämpen wie Bruno
Risi, der zusammen mit Kurt Betschart an den Start geht, und natürlich der um seinen Ruf kämpfende Andreas Kappes dem
als Partner der Lokalmatador Gerd Dörich zugeteilt wurde.
Sixdays gut zu tun. Zumindest im
Vorverkauf hat sich durch die Übernahme der Veranstaltung durch die Messe Stuttgart einiges getan. 8.500 zahlende Gäste
waren am Eröffnungstag gezählt worden, heute Abend ist bereits seit Tagen ausverkauft,
50.000 + x sind das erklärte Ziel von Sportdirektor Winfried Holtmann.
Der hat dann auch gut lachen. Die Vorbereitungen scheinen gut gelaufen zu sein. So konnte der Ausfall von Andreas
Beikirch wegen Erkrankung aus dem Stand heraus durch den Einsatz des als durchaus hoffnungsvoll zu nennenden Andre
Kalfak kompensiert werden.
Insgesamt haben die Veranstalter acht um den Gesamtsieg kämpfende Teams am Start. Eines davon bilden Kappes/ Dörich,
die sich bereits am ersten Abend prächtig in Szene zu setzen wussten. Die beiden gewannen die Eröffnungsjagd.
Am Ende der ersten nacht übernahmen
die Italiener Silvio Martinello und
Marco Villa die Führung, wobei Vorjahressieger Martinello, damals zusammen mit
Andreas Kappes in der Schleyer-Halle erfolgreich gleich doppelten Grund zum Feiern
hatte: Zum
einen hatte er seinen 38. Geburtstag, zum anderen kam er mit seinem
Landsmann Villa auf 75 Punkte. Matthew Gilmore/Scott McGrory
(Belgien/Australien) belegten den zweiten
Platz mit 63 Zählern. Dritte sind mit einer Runde Rückstand und 70
Punkten Kappes und Dörich.
Den Grundstein für Platz eins legten Martinello/Villa bei der
«Großen Jagd» (200 Runden, 57 km), die sie vor Juan Llaneras/Guido
Fulst (Spanien/Berlin) gewannen. Die «Kleine Jagd» über 150 Runden
(42,8 km) sicherten sich Kappes/Dörich vor Gilmore/McGrory.
Das Auftreten von Andreas Kappes, dessen Dopingfall
noch nicht abschließend geklärt ist,
wurde unterdessen nicht von allen so euphorisch begrüßt, wie von vielen
der Zuschauer auf den Rängen.
Holtmanns Plädoyer "in dubio pro reo" wurde von einer ganzen Reihe der anwesenden Journaille, aber auch
von fachkundigen Zuschauern mit Kopfschütteln quittiert. Wenn zeitgleich die Hauptsponsoren der Tour wegen der Dopingproblematik
im Radsport über einen möglichen Rückzug nachdenken, dann verbietet sich spätestens an dieser Stelle jeglicher verharmlosende
Umgang mit der Thematik.
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