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Sportler des Jahres
Olympia-Bahnvierer ist Mannschaft des Jahres
"Historischer Vorsprung" / Wüst erhält "Prix de Malheur" / Ullrich Dritter


Marcel Wüst und Jens Lehmann
am Sonntag in Baden-Baden
17.12.00 (rsn/dpa) - Der deutsche Bahnvierer, der in Sydney in Weltrekordzeit zu Olympischem Gold gefahren war, hat auch bei der Wahl der "Sportler des Jahres" durch die Internationale Sport- Korrespondenz (ISK) eine neue Bestmarke aufgestellt.

Die knapp 1.500 stimmberechtigten Fachjournalisten kamen zu einem eindeutigen Votum: Mit einem "historischen Vorsprung", so ISK-Chef Klaus Dobbratz, wählten

sie Jens Lehmann, Robert Bartko, Guido Fulst und Daniel Becke zu den Siegern vor der zweitplatzierten Springreiter-Equipe. Sprinterstar Marcel Wüst wurde beim Festakt im Benazet-Saal des Kurhauses in Baden-Baden nach seinem turbulenten Jahr mit Tour-Triumphen und dem anschließenden fürchterlichen Rennunfall mit dem "Prix de Malheur" geehrt.

Bei der Wahl der besten Einzelsportler entschied erst ein energischer Schlussspurt das
Hintergrund
  • Deutscher Gold-Vierer fährt Fabel-Weltrekord
  • Interview mit Jens Lehmann
  • Marcel Wüst: Zukunft weiter ungewiss
  • Rennen zu Gunsten von 800-Meter- Olymiasieger Gewinner Nils Schumann, der Formel-1- Weltmeister Michael Schumacher ausbremste und auf die zweite Position verwies. Schumann schlug mit 3.765 Stimmen den Formel 1-Mega-Star, der sich trotz des ersten Titelgewinns für Ferrari seit 21 Jahren mit Platz zwei (2.854) begnügen musste. Rad-Star Jan Ullrich, der in Australien Gold und Silber gewann und bei der Tour de France erneut Zweiter wurde, belegte Rang drei (2.427) vor dem Skispringer und "Titelverteidiger" Martin Schmitt. Der Fußball spielte im Jahr des blamablen EM-Auftritts der deutschen Nationalspieler keine Rolle bei der Ehrung. Nationaltorhüter Oliver Kahn konnte sich als einziger Kicker unter den besten 25 nationalen Sport-Größen platzieren.

    Bei den Frauen machte Weitsprung- Königin Heike Drechsler das Rennen vor Kanu-Legende und Rekord- Olympia- siegerin Birgit Fischer, die lange auf den Ehrenbeweis für ihre siebte Goldmedaille hoffen durfte. Heike Drechsler springt seit fast zwei Jahrzehnten auf höchstem Niveau. Dem Geburtstagskind - am Samstag Ergebnisse
    Sportler des Jahres              Punkte
    1.Nils Schumann (Leichtathletik) 3 765 
    2.Michael Schumacher (Formel-1)  2 854 
    3.Jan Ullrich (Radsport)         2 427 
    4.Martin Schmitt (Skispringen)   1 920 
    5.Robert Bartko (Radsport)       1 471 
                                           
    Sportlerin des Jahres:           Punkte
    1.Heike Drechsler (Leichtathl.)  5 232 
    2.Birgit Fischer (Kanu)          4 434 
    3.Isabell Werth (Dressurreiten)  1 637 
    4.Peggy Büchse (Schwimmen)       1 241 
    5.Sylke Otto (Rodeln)              966 
                                           
    Mannschaft des Jahres:           Punkte
    1.Bahnrad-Vierer (Radsport)      5 033 
    2.Springreiter-Equipe            1 977 
    3.Dressurreiter-Equipe           1 956 
    4.Beach-Volleyballer             1 370 
    5.Rodel-Nationalteam Frauen      1 317 
    
    wurde die zweifache Olympiasiegerin 36 Jahre alt - gelang erstmals im vereinigten Deutschland der Millennium-Sprung zur «Sportlerin des Jahres», nachdem die «Leichtathletin des Jahrhunderts» in der DDR schon einmal 1986 diese Ehrung erhielt. Mit 5 232 Stimmen erzielte «Miss Weitsprung» insgesamt das beste Resultat. Birgit Fischer (4 434) sicherte sich den zweiten Platz deutlich vor Dressur-Königin Isabell Werth (1 637). Als Vierte sorgte Langstrecken-Schwimmerin Peggy Büchse für eine kleine Überraschung.

    Gleich mit mehrfachem Rundenvorsprung jagte der Bahn-Radvierer durchs Ziel. Robert Bartko, Jens Lehmann, Guido Fulst und Daniel Becke, die bei ihrer Gold-Fahrt in 3:59,710 Minuten einen Fabel- Weltrekord aufgestellt hatten, ließen die Konkurrenz mit 5.033 Stimmen weit hinter sich. Die Springreiter kamen auf 1 977 Punkte vor der Dressur-Equipe (1.956). Dem deutschen Fußball-Meister FC Bayern München reichte es zu Rang sieben, während die Nationalmannschaft nach ihrer EM-Pleite erwartungsgemäß nicht in den Top 25 auftauchte.

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