"...aber weiterhin Vollblut-Mountainbikerin"
MTB-Weltmeisterin Spitz will auf Olympia-Bahn
FREIBURG, 09.12.03 (rsn) - Mountainbike-Weltmeisterin Sabine Spitz
peilt bei den Olympischen Spielen in Athen nächstes Jahr einen Doppelstart an.
Neben dem Wettbewerb in ihrer Spezialdisziplin will die
Schwarzwälderin auch in der Bahn-Verfolgung antreten.
Die 31-Jährige, die sich erst vor wenigen Wochen zum ersten Mal in ihrem Leben auf
ein Bahn-Rad schwang, hat große Ambitionen.
Halbfinale und vielleicht sogar eine Medaille, so
lautet das Ziel.
Sabine Spitz
Foto: Schäuble
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"Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen:
Sabine wird auch künftig weiterhin Vollblut-Mountainbikerin bleiben",
sagt Ralf Schäuble, der Manager und Ehemann von Sabine Spitz.
"Der Ausflug auf die Bahn ist so eine
Art Experiment, bei der es keinen Druck
gibt. Starts auf der Bahn und
auf dem Mountainbike lassen sich in Athen
problemlos verbinden. Terminlich
liegen die Wettbewerbe eine Woche auseinander und
was die Belastung in der 3km-Bahnverfolgung angeht,
die ja relativ kurzzeitig ist, sehe
ich überhaupt keine negativen Auswirkungen
aufs MTB-Rennen, das ja natürlich Sabines
Hauptziel bleibt", so Schäuble.
Die Idee, einen Start auf der Bahn zu wagen,
war schon länger im Hinterkopf der deutschen
MTB-Vorzeigefrau. Bei den Deutschen Zeitfahrmeisterschaften
in Reute war Spitz im Frühsommer ohne weitere Vorbereitung
"einfach so" mal auf der Straße angetreten und
verblüffte mit ihrem achten Platz selbst Bundestrainer Jochen Dornbusch.
Angesichts der großen Leistungsdichte der
deutschen Straßenfahrerinnen
hatte Spitz natürlich dennoch keine Chance,
quasi nebenbei bei Olympischen Spielen
auf der Straße zu starten. Doch
bei den deutschen Bahnverfolgerinnen
herrscht ziemliche Flaute seit
Judith Arndt vor einigen Jahren sich
ganz auf die Straße konzentriert.
Man rechnete also die Leistungswerte
von Spitz bei der Zeitfahr-DM hoch
auf die Bahn und kam zu dem Ergebnis,
das sie dort international
gar keine schlechten Chancen haben könnte.
Spitz besuchte im August
die Bahn-WM in Stuttgart und kam dort
noch mehr auf den Geschmack.

Vom MTB auf die Bahn - ein großer Schritt
Foto: Schäuble
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Der MTB-Weltmeistertitel
im September gab Sabine Spitz dann noch die letzte Motivation
zu einem Ausflug in ein anderes Metier.
"Wenn man eines der größten Ziele in seinem Sport erreicht
hat, wird man natürlich gelassener und
man ist noch eher geneigt, auch mal etwas neues zu versuchen",
sagt Schäuble.
In Frankfurt/Oder
fuhr die MTB-Weltmeisterin
aus Bad Säckingen dann erstmals in ihrem Leben
auf einem Bahn-Rennrad ohne Bremsen
und Gangschaltung.
Der Test war ein voller Erfolg.
Schäuble:
"Die Umstellung auf die große Übersetzung
war erst mal schwer, aber Sabine kam sehr gut zurecht
mit dem Bahnrad. Sie fühlt sich wohl auf der Bahn und
hat Spaß."
Beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR) sieht
man die Bahn-Ambitionen der MTB-Spezialistin
durchaus mit Wohlwollen. Spitz sprach mit BDR-Präsidentin
Sylvia Schenk am Rande des Querfeldein-Weltcups
in St.Wendel und die BDR-Chefin zeigte
sich angetan. Auch der für den Ausdauerbereich/Frauen
zuständige Bundestrainer Hartnick unterstützt
die Pläne. Ob Sabine Spitz, die
von einer Bahn-Medaille träumt, bei den Olympischen
Spielen in Athen antreten kann, wird
sich schon Ende Januar entscheiden.
Dann steht für alle Kaderfahrerinnen
ein Formtest an. "Wir werden mal schauen,
was da rauskommt und dann weitersehen",
sagt Schäuble.
Der letzte Ausflug in andere Diziplinen
dürfte es für Sabine Spitz jedoch
in keinem Falle sein.
Im Februar 2005 finden die Cross-Weltmeisterschaften
in Deutschland statt und sie liebäugelt damit,
im Winter davor
statt mit dem Mountainike
mit dem Cross-Rad durchs Gelände zu fahren.
Wenngleich es deutliche Unterschiede
zwischen den beiden Disziplinen gibt, ist der Schritt natürlich weitaus
weniger groß. Ein Cross-Rad hat ja zumindest auch Bremsen...
Kersten Volk
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