Index
News-Übersicht
Ergebnisse
Teams
Rennkalender
Features

Tour de France
Giro d'Italia
Vuelta a Espana
Weltcup
UCI-Rangliste

Newsletter









Tourdirektor Leblanc: Die Festina-Fahrer sind auch Opfer

19.07.98 - Jean Marie Leblanc, Direktor der Tour de France, über den "Festina-Skandal", die Gründe für den Ausschluß und die darin möglicherweise liegende Ungerechtigkeit.

Glaubt Leblanc, daß die Festina-Fahrer die Opfer sind?

Leblanc: "In gewisser Hinsicht, ja. Ich habe es auch zu ihnen gesagt, als ich sie vor dem Zeitfahren in Correze traf. Wohlgemerkt, individuell haben sie keinen Fehler gemacht, der nachgewiesen werden konnte. Zum Beispiel war ja keiner positiv bei Dopingkontrollen und bei keinem wurden irgendwelche verbotenen Produkte gefunden. Aber kollektiv hat das Festina-Team, nicht nur die Rennfahrer, mehr noch der Sportdirektor, der Pfleger, der Arzt, verstoßen gegen die Regeln der Tour de France, gegen ihre fundamentalen Prinzipien, zuallererst gegen die Ethik des Sports."

"Der Verstoß war begangen, als der Sportdirektor über seinen Anwalt zugegeben hat, daß es organisiertes Doping gab. Danach sind wir zu der Entscheidung gekommen, daß für das Team nicht mehr Platz ist bei der Tour. Ich denke, daß die Rennfahrer von ihren Kollegen und von der Öffentlichkeit nicht mehr wie vorher angesehen worden wären."

Weinender Virenque winkt den Fans zu - Wie Festina nach Hause geschickt wurde

Nach der Verkündung des Ausschluß am späten Freitag abend (RADSPORT-NEWS.COM berichtete bereits um 02:39 Uhr in derselben Nacht ausführlich), kündigte die Festina-Mannschaft am Samstag morgen zunächst an, man wolle sich trotz allem zum Start des Zeitfahrens begeben. Mit Ausnahme von Armin Meier verließen die Festina-Rennfahrer mittags ihr Hotel und fuhren nach Correze. In einem Cafe in der Nähe des Bahnhofs trafen sich die Rennfahrer dann gegen 13:30 Uhr mit Tourchef Jean Marie Leblanc.

"Heute haben wir entschieden, die Tour de France auf Wunsch der Organisatoren zu verlassen", erklärte Virenque kurz nach dem Treffen mit Leblanc. "Wir hätten rechtlich weitermachen können, denn wir sind nur Zeugen in diesem Fall. Aber wir hören auf im Interesse des Radsports und im Interesse der Tour." Dann rief Virenque weinend: "Vive le tour, Vive le cyclisme" und stieg ins Auto.

Wie RADSPORT-NEWS.COM erfuhr, hat ein Ex-Profi am Samstag versucht, unter einigen anderen Tour-Mannschaften eine Solidaritätsaktion oder-demonstration zu organisieren. Alle hätten abgewunken, hieß es.

Die Festina-Mannschaft verließ ihr Hotel unweit von Brive erst am Sonntag morgen. Ohne Pläne, wie es weitergehen soll. Festina-Sportdirektor Michel Gros: "Wir haben nur verabredet, uns nächste Woche anzurufen."

Unterdessen erzählte TVM-Sportdirektor Cees Priem vor Reportern, daß bereits im März diesen Jahres, ein dem holländischen Team gehörenden Fahrzeug vom Zoll in Nordfrankreich kontrolliert wurde und dabei Doping-Substanzen entdeckt worden sind. Das TVM-Fahrzeug kam aus Spanien von der Valencia-Rundfahrt. Priem sagte jetzt, er habe damals eine interne Untersuchung durchgeführt und er halte es für möglich, daß es sich um einen Sabotage-Akt gehandelt haben könnte.


18.07.98 "Ein Beben" - Reaktionen auf die Festina-Disqualifikation
18.07.98 Festina: Das Ende, Tour-Disqualifikation
Der Festina-Skandal: Chronologie der Ereignisse
14.07.98 Der Tour-Dopingskandal: Festina - Bösewichter oder Sündenböcke?
13.07.98 Presse-Rummel bei Festina-Ankunft auf Flughafen Brest
11.07.98 Der Tour-Skandal: Festina-Pfleger hatte Auto voll mit Dopingmitteln








Copyright © 1996, 1997, 1998 by Kersten Volk
Alle Rechte vorbehalten.
www.radsport-news.com