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Tour de France |
Serie: Gesichter der Tour de France (4) Mont Ventoux: 33 Jahre nach dem Tod von Simpson
Am 13. Juli 1967 startete das Peloton am späten Morgen bei
Temperaturn von bereits 45 Grad Celsius in Marseille
zu dem 211km langen Teilabschnitt, bei dem kurz vor dem Ziel
in Carpentras der Mont Ventoux auf dem Programm steht.
Bei sengender Hitze klettert der Engländer Tom Simpson
in den ersten Reihen neben dem Spanier Julio Jimenez und
dem Franzosen Raymond Poulidor die Kehren des Ventoux hoch.
Simpson ist 29 Jahre alt und bei seinen Kollegen als ein
lustiger Bursche sehr beliebt. Simpson, der 1965 Strassen-Weltmeister
geworden war (vor Rudy Altig), galt als einer der Geheimfavoriten der Tour
1967, die mit Nationalmannschaften ausgetragen worden war.
Fünf Kilometer vor dem Gipfel des Ventoux versucht
der Brite zunächst anzutreten, fällt dann jedoch
Doch Simpsons Schlangenlinienfahrt wird immer wilder,
hundert Meter kommt er noch voran, da sackt er zusammen
am Strassenrand, vor den Füßen vieler schockierter Zuschauer.
"Ein Gendarme kam zu mir und rief, da vorn ist einer
umgekippt!", erzählte später der damalige Tourarzt Dr. Dumas,
der im vorigen Jahr verstarb. "Ich wusste sofort, dass
es ernst ist. Er war schon tot als wir hinkamen, aber wir haben
anderthalb Stunden um sein Leben gekäpft mit
Mund-zu-Mund-Beatmung, Herzmassagen, alles."
Am Tag nach dem Tod von Tom Simpson überfährt
in Sete der Simpsons britischer Teamkollege Barry Hoban (der später
Simpsons Witwe heiratet) symbolisch als erster die Ziellinie.
Ein bekannter französischer Radsportkolumnist schrieb
an diesem Tag: "Der größte Strassenradsportler, den
England jemals hervorgebracht hat, ist dort gestorben,
wo er die meiste Zeit seines Lebens verbracht hat.
Er starb vermutlich, weil er zu gut fahren wollte."
Serie: Gesichter der Tour de France -
Teil 1: Die Karawane |