27.02.98 - Die DDR-Radsport-Legende Gustav Adolf "Täve" Schur macht
nun, nachdem Planung und Finanzierung der 51. Friedensfahrt abgeschlossen
sind, ernst mit seinen Plänen in Richtung Einstieg in die Politik.
Die Leipziger Volkszeitung schreibt am Freitag,
Schur werde in der nächsten Woche offiziell bekanntgeben, daß er
als Kandidat der SED-Nachfolgepartei PDS in den Bundestag-Wahlkampf
gehen wird.
Schur, bisher Präsident des Vereins Internationale Friedensfahrt e.V.,
wird sein Ehrenamt bei der Friedensfahrt-Organisation dann wohl aufgeben müssen.
"Man weiß ja nicht wie die Sponsoren reagieren," so Schur.
Ein Sprecher der Hasseröder-Brauerei, Sponsor der Sprintwertung
bei der Friedensfahrt 98, machte bereits jetzt klar: "Eines geht nur,
Friedensfahrt oder PDS."
Wenn der 67jährige Schur aus der Friedensfahrt-Organisation ausscheidet,
hinterläßt er ein gut bestelltes Feld. Die "Tour de France des Ostens",
die innerhalb des deutschen Radsport-Verbandes (BDR) durchaus kontrovers
gesehen wird (BDR-Chef Böhmer: "Ich habe Vorbehalte gegen die Friedensfahrt
wegen ihres ideologischen Anspruchs"), steht 1998 nach schwierigen Zeiten
in der Folge der "Wende" von 1989 wieder gesund da, sowohl finanziell als auch
sportlich.
(Ost-)Deutsche Sponsoren wie Hasseröder und die Sektkellerei
"Rotkäppchen" sichern das Budget der Kategorie 2.5-Rundfahrt, die durch Tschechien,
Polen und Deutschland führt. An der 51. Friedensfahrt 1998
(Start in Poznan am symbolträchtigen 8. Mai, Finale am 17.5. in Erfurt)
werden neben zehn Nationalmannschaften auch zehn Sportgruppen teilnehmen, darunter die
Profi-Teams Telekom und
TVM.