18.02.99 -
Der spanische Kelme-Profi Javier Pascual Rodriguez hat die Vuelta a Andalucia 1999 gewonnen. Die fünfte und letzte Etappe der Rundfahrt
mit dem Beinamen "Ruta del Sol" gewann am Donnerstag der Belgier Tom Steels (Mapei),
der sich wie bereits bei der ersten Etappe gegen Erik Zabel (Telekom) und Jo Planckaert (Lotto)
durchsetzen konnte.
Für den 27-jährigen Javier Pascual Rodriguez, der seit 1995 Profi ist und im
nunmehr zweiten Jahr für das Kelme-Team fährt, ist es der erste große Sieg seiner Karriere.
Das Podium der "Ruta" erreichte mit dem zweitplazierten Kolumbianer Santiago Botero
ein weiterer Fahrer aus der Kelme-Mannschaft, die die Rundfahrt von Beginn an dominierte
und nicht zufällig auch die Mannschaftswertung gewann. Der Triumph von Kelme
ist umso bemerkenswerter, als Francisco Cabello, der eigentlich als Kelme-Kapitän für die
Ruta vorgesehen war, vor der zweiten Etappe wegen einer Grippe aussteigen musste.
Die großen spanischen Rennställe Banesto und ONCE fuhren unterdessen ein
sehr diskretes Rennen und überließen es den Teams Vitalicio von Santi Blanco
(am Ende Gesamtdritter) und Mapei von Michele Bartoli, die Kelme-Profis während
der fünf Etappen auf Trab zu halten.
Bei der Schlußetappe am Donnerstag über 110km von Ubeda in die schöne
andalusische Metropole Granada standen dem Peloton keine größeren Schwierigkeiten
mehr im Wege, sodaß es für Pascual und Botero reine Formsache war,
ihren Doppelsieg nach Hause zu bringen.
Etwas Leben in die Etappe brachten der Belgier Karl Pauwels (Palmans) und der Amerikaner
Marty Jemison (US Postal) mit dem einzigen ernsthaften Fluchtversuch des Tages.
Zu ihrem Pech jedoch gesellte sich der Kolumbianer Victor Hugo Peña (Vitalicio) dazu,
der in der Gesamtwertung zumindest theoretisch eine Gefahr für die Kelme's darstellte.
So sah sich Kelme zu einer Konterattacke veranlaßt, die dazu führte,
daß die Ausreißer sechs Kilometer vor dem Ziel wieder gestellt waren.
Im Massensprint in Granada hatte Tom Steels dann keine Mühe, sich gegen
Telekom-Sprintstar Erik Zabel und seinen Landsmann Jo Planckaert (Lotto) durchzusetzen.
In genau der gleichen Reihenfolge hatten diese drei Sprinter bereits die erste Etappe
beendet.
Erik Zabel kann nach der diesjährigen "Ruta del Sol", bei der er zwei Mal Zweiter und je einmal Dritter und Vierter
wurde und am Ende den 15. Gesamtrang belegt, sicherlich eine positive Bilanz ziehen auf dem Weg hin zu seinem großen Ziel
Milan - San Remo im März, wenn auch der für einen Sprinter letztlich
entscheidende Sieg ausblieb.
Rundum zufrieden waren am Ende der "Ruta" die Profis des deutschen GS-II-Teams "Nürnberger",
bei dem Ex-Telekom-Profi Uwe Raab seinen Einstand als Sportdirektor und Ex-Telekom-Profi
Bert Dietz seine Premiere als Teamkapitän gab. "Uwe Raab ist sehr zufrieden", so
'Nürnberger'- Pressesprecher Stephan Flock gegenüber RADSPORT-NEWS.COM.
"Wir sind das beste GS-II-Team in Andalusien gewesen, Bert Dietz war zwei Mal ganz vorn mit dabei.
Wir konnten sehr gut mithalten. Im April, Mai wollen wir jetzt richtig Gas geben."