17.02.03 (rsn) - Einen weiteren Etappensieg
wolle er angesichts seiner guten Form "nicht ausschließen",
hatte Oscar Freire (Rabobank) nach seinem Auftakterfolg
bei der Andalusien-Rundfahrt am Sonntag erklärt.
Keine 24 Stunden später ließ der Spanier
Taten folgen und gewann auch die zweite Etappe
über 165km zwischen Sevilla und Huelva.
Telekom machte im Finale geschlossen Tempo
für Erik Zabel, doch der Weltranglistenerste
konnte die Arbeit seiner Mannschaft nicht krönen und wurde Vierter.
Die zweite Etappe der "Ruta del Sol" begann sehr nervös
mit zahlreichen Attacken. Freires Rabobank und
Kelme, das sich Chancen auf den Gesamtsieg ausrechnet,
kontrollierten jedoch das Feld und ließen keinen weg.
Nach 35km attackierte der Belgier Jurgen Van Goolen
(Quick Step) und diesmal reagierte niemand im 126-köpfigen Feld,
das sich nach dem turbulenten Start ein bißchen
Ruhe gönnte. Van Goolen nutzte die Gunst der Stunde
und fuhr in der Folge einen Vorsprung von elf Minuten heraus (KM 98).
Das jedoch schien vor allem den Sprinterteams
zuviel und Rabobank, Phonak,
Telekom und Kelme machten Tempo.
Der Vorsprung des Ausreißers schmolz und schmolz
und 17km vor dem Ziel war das Abenteuer
des erst 22 Jahre alten Van Goolen nach 113km an der Spitze vorbei.
Auf den letzten Kilometern ließen sich
die Teams der Sprinter die Kontrolle nicht mehr entreißen,
nicht zuletzt auch deshalb, weil am Dienstag und Mittwoch
Bergetappen folgen, in denen die endschnellen Männer
keine Chancen haben werden.
Bei mitunter starkem Wind vom nahen Golf von Cadiz
hatten vereinzelte Angreifer keine Chance.
Telekom führte das Peloton auf die Zielgerade.
Oscar Freire trat auf der Straßenseite
dicht am Begrenzungszaun an, wo er vom
Gegenwind etwas geschützt war.
Seine Rivalen wurden von diesem Manöver überrascht.
Der Este Jaan Kirsipuu (Ag2r),
der bereits zwei Saisonsiege feiern konnte,
wurde schließlich Zweiter
vor dem Italiener Luca Paolini (Quick Step)
und Zabel. Coast-Profi Sven Teutenberg aus Düsseldorf
wurde Achter.
Am Dienstag folgt die Königsetappe der Andalusien-Rundfahrt,
die in diesem Jahr bergiger ist als jemals zuvor.
Das dritte Teilstück führt über 166km von
Sevilla
zur Bergankunft in Nuestra Senora de Araceli (1.Kategorie).
Der sechs Kilometer lange Schlussanstieg ist
bis zu 18 Prozent steil.