Andalusien-Rundfahrt mit spannendem Finale
Für Colom ist größter Erfolg "keine Überraschung"
Dekker gewinnt Schlussetappe / Youngster Christian Werner mit gutem Start
21.02.02 (rsn) - Der Sieger der 48. Ausgabe der
Andalusien- Rundfahrt heißt Antonio Colom. Der junge Mallorqiner
holte damit den bislang größten Erfolg für sich und
seinen kleinen, aufstrebenden "Relax-Fuenlabrada"- Rennstall. Die Schlußetappe über
157km zwischen Malaga und Granada mit einem Berg der ersten Kategorie
gewann der letztjährige Weltcup-Sieger Erik Dekker (Rabobank).
"Für mich ist der Sieg keine wirkliche Überraschung",
sagte Colom am Donnerstag in Granada. "Schon
Luis Perez (Coast) und Mikel Zarrabeita
(ONCE). Auf den letzten flachen Kilometern kam das Feld
immer näher heran, doch es reichte für die Ausreißer,
deren Sprint Dekker gewann.
Spannendes Finale
Antonio Colom und seine Mannschaft hatten
in der ersten Hälfte der Etappe das Rennen
kontrolliert und ließen eine
Gruppe gehen, in der niemand eine Bedrohung
im Gesamtklassement darstellte.
Bereits nach 17km enteilten dem Feld
die Spanier Luis Pérez (Coast), Alexis Rodríguez (Kelme)
Xabier Florencio (ONCE), Pablo
Lastras (Banesto), der Italiener Nicolás Inaudi (Ag2r) sowie
der russische Routinier Dimitri Konyshev (Fassa Bortolo)
und der österreichische Neuprofi Christian
Pfannberger (Nürnberger).
Das Abenteuer der Sieben war vorüber,
als 60km vor Schluß die entscheidende Phase mit drei
Bergen begann.
Das Finale wurde zu einer hochspannenden
Angelegenheit.
Die Spitzengruppe mit Dekker und Merckx lag am letzten
Berg noch knapp eine Minute vor dem Feld. Das bedeutete,
dass Merckx rechnerisch die Gesamtführung inne hatte.
Colom und seine "Relax"-Truppe waren gefordert.
Glück für den Spanier, dass sich auch Telekom
sich vor das Feld spannte, um eine Sprintankunft vorzubereiten
für Erik Zabel, der brennt auf seinen ersten Saisonsieg.
Zabel gewann wieder den Sprint des Feldes,
doch dabei ging es nur noch um Platz 6.
Colom - mit neun Sekunden Rückstand auf Merckx - wurde Siebter. Das reichte für
den ersten großen Triumph seiner Karriere.
Marco Pantani (Mercatone Uno) war am
Schlusstag noch ein großes Rennen gefahren,
das sich im Klassement jedoch nicht
erkennen läßt. Der "Pirat" hat Probleme mit dem
Ischias, doch er gab das Rennen nicht auf, sondern quälte
sich bis ins Ziel.
Dagegen ließ sich sehr wohl im Gesamtklassement ablesen,
dass der junge
Christian Werner (Team Nürnberger) stark fuhr:
Der erst 22 Jahre alte Wiesbadener,
der im vergangenen Jahr ein ganz starkes erstes Profi-Jahr
gefahren war, knüpfte da an, wo er bei der Straßen-WM
als jüngster Helfer von Jan Ullrich aufgehört hatte.
Werner, der in der gesamten Woche
immer vorn mit dabei war, wurde Gesamtfünzehnter und holte
damit 13 Weltranglisten-Punkte für sich und sein Team.
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