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Andalusien-Rundfahrt mit spannendem Finale
Für Colom ist größter Erfolg "keine Überraschung"
Dekker gewinnt Schlussetappe / Youngster Christian Werner mit gutem Start

21.02.02 (rsn) - Der Sieger der 48. Ausgabe der Andalusien- Rundfahrt heißt Antonio Colom. Der junge Mallorqiner holte damit den bislang größten Erfolg für sich und seinen kleinen, aufstrebenden "Relax-Fuenlabrada"- Rennstall. Die Schlußetappe über 157km zwischen Malaga und Granada mit einem Berg der ersten Kategorie gewann der letztjährige Weltcup-Sieger Erik Dekker (Rabobank).

"Für mich ist der Sieg keine wirkliche Überraschung", sagte Colom am Donnerstag in Granada. "Schon
bei der Mallorca-Challenge (er war Gesamtvierter, die Red.) habe ich gemerkt, dass ich in Form bin. Mein Vorteil ist, dass mich keiner kennt und man deshalb auf mich nicht so achtet wie etwa auf Cabello oder Dekker, die die härtesten Rivalen hier waren." Antonio Colom stammt aus dem Dorf Bunyola auf Mallorca und begann seine Profikarriere 1999 beim italienisch- spanischen "Amica Chips-Almeria"-Team. Nach einem Jahr bei "Jazztel" wechselte der 24-Jährige zu "Relax", in dessen Farben er nun alles andere als entspannt die Saison begann.

Colom war bei der letzten (und schwersten) Etappe im Feld neun Sekunden nach Tagessieger Erik Dekker ins Ziel gekommen. Der Weltcup-Sieger war nach 100km am Puerto de el Chaparral, einem Berg der ersten Kategorie angetreten mit dem Belgier Axel Merckx (Domo) und den Spaniern Adolfo Garcoia (Banesto,


Andalusien-Sieger Antonio Colom


Dekker: Zweiter Saisonsieg in Granada


Der 22 Jahre alte Christian Werner (hinter Hundertmarck) fuhr ein starkes Rennen
Fotos: Roth
Luis Perez (Coast) und Mikel Zarrabeita (ONCE). Auf den letzten flachen Kilometern kam das Feld immer näher heran, doch es reichte für die Ausreißer, deren Sprint Dekker gewann.

Spannendes Finale

Antonio Colom und seine Mannschaft hatten in der ersten Hälfte der Etappe das Rennen kontrolliert und ließen eine Gruppe gehen, in der niemand eine Bedrohung im Gesamtklassement darstellte. Bereits nach 17km enteilten dem Feld die Spanier Luis Pérez (Coast), Alexis Rodríguez (Kelme) Xabier Florencio (ONCE), Pablo Lastras (Banesto), der Italiener Nicolás Inaudi (Ag2r) sowie der russische Routinier Dimitri Konyshev (Fassa Bortolo) und der österreichische Neuprofi Christian Pfannberger (Nürnberger).

Das Abenteuer der Sieben war vorüber, als 60km vor Schluß die entscheidende Phase mit drei Bergen begann. Das Finale wurde zu einer hochspannenden Angelegenheit. Die Spitzengruppe mit Dekker und Merckx lag am letzten Berg noch knapp eine Minute vor dem Feld. Das bedeutete, dass Merckx rechnerisch die Gesamtführung inne hatte. Colom und seine "Relax"-Truppe waren gefordert. Glück für den Spanier, dass sich auch Telekom sich vor das Feld spannte, um eine Sprintankunft vorzubereiten für Erik Zabel, der brennt auf seinen ersten Saisonsieg. Zabel gewann wieder den Sprint des Feldes, doch dabei ging es nur noch um Platz 6. Colom - mit neun Sekunden Rückstand auf Merckx - wurde Siebter. Das reichte für den ersten großen Triumph seiner Karriere.

Marco Pantani (Mercatone Uno) war am Schlusstag noch ein großes Rennen gefahren, das sich im Klassement jedoch nicht erkennen läßt. Der "Pirat" hat Probleme mit dem Ischias, doch er gab das Rennen nicht auf, sondern quälte sich bis ins Ziel. Dagegen ließ sich sehr wohl im Gesamtklassement ablesen, dass der junge Christian Werner (Team Nürnberger) stark fuhr: Der erst 22 Jahre alte Wiesbadener, der im vergangenen Jahr ein ganz starkes erstes Profi-Jahr gefahren war, knüpfte da an, wo er bei der Straßen-WM als jüngster Helfer von Jan Ullrich aufgehört hatte. Werner, der in der gesamten Woche immer vorn mit dabei war, wurde Gesamtfünzehnter und holte damit 13 Weltranglisten-Punkte für sich und sein Team.

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