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Bjarne Riis: "Ich bin immer noch Kapitän"

14.01.98 - Bjarne Riis sorgt momentan in Dänemark für Schlagzeilen. Im mallorcinischen Trainingslager von Team Telekom gab der Däne jetzt gegenüber dem dänischen Boulevardblatt BT zu, was Zeitungen in Kopenhagen schon längere Zeit spekulierten: Der 33jährige trennte sich vor kurzem nach 17 Ehejahren von seiner Ehefrau Mette und ist jetzt zusammen mit Anne Dorthe Tanderup, einer der besten (und hübschesten) Handballnationalspielerinnen Dänemarks.

Aber Riis äußerte sich auch zu seinen sportlichen Zukunftsplänen. "Ich werde voll fahren von Mailand-San Remo (im März) bis zum 1. Mai (Henninger Turm). Dann mache ich eine Woche Pause und bereite mich kontinuierlich auf die Tour vor", so Riis gegnüber dänischen Medienvertretern, denen natürlich die Situation gefällt, daß Riis bei den Frühjahrsklassikerm gegen einen anderen Dänen, Flandernrundfahrt-Gewinner Rolf Sörensen, antritt.

Riis weiter: "Nach der Tour ist die Dämark-Rundfahrt und die restlichen Klassiker und nicht zuletzt die Weltmeisterschaft, deren Profil mir dieses Jahr liegt. Auf dieser (WM-) Strecke habe ich das Amstel Gold Race gewonnen. Für 1998 habe ich viele Ziele aber die Hauptziele sind die vier (Frühjahrs-)Klassiker und die Tour. Wir werden mal sehen, wie ich mich fühle nach der Tour und dann entscheiden wir über den Herbst." Telekom-Teamchef Walter Godefroot sähe es zwar lieber, wenn sich Riis anstelle auf die Klassiker ganz auf die Tour konzentrieren würde. Riis: "Für (Team Telekom) zählt nur der Toursieg. Aber für mich ist das nicht der Fall. Für mich, denke ich, ist es das Beste beides zu versuchen." - "Es ist faszinierend die Klassiker zu fahren, alles großartige Rennen."

Von Aufhören will der "Adler von Herning" noch nichts wissen. "Ich kann kein Jahr für mein Karriereende angeben weil ich es nicht weiß. Wenn ich keine Ambitionen mehr habe, dann wird sich auch meine Kondition und meine Moral auflösen. Aber Joop Zotemelk hat die Tour gewonnen, als er noch viel älter war, als ich jetzt. Und Raymond Polidor ist noch in seinen vierzigern gefahren - obwohl ich nicht vorhabe, solange zu fahren. Realistisch gesehen habe ich noch zwischen zwei und vier Jahren. Momentan sehe ich nicht, warum ich aufhören soll." - "Ich hoffe ich höre auf, bevor es langweilig wird. Das sieht man oft. Eddy Merckx ist ein Jahr zuviel gefahren." - "In meiner Geburturkunde steht, daß ich 33 bin. In meinem Herzen bin ich noch 25."

Riis hat noch einen Vertrag mit Telekom für 1998 und eine Option auf ein weiteres Jahr. Aber Riis denkt nicht an einen Teamwechsel. "Es würde mir nichts ausmachen bei Telekom zu bleiben, selbst wenn ich Nummer 2 hinter Ullrich wäre. (...) Es gibt neben Telekom noch vielleicht vier Teams, bei denen ich zu fahren interessiert sein könnte. Sie müssten meine Forderungen erfüllen und bei der Tour bestehen können. Sie müssen die Dinge kontrollieren können. Und in dieser Hinsicht kann ich kein besseres Team als Telekom finden. und wir sind gute Kameraden, wir haben gute Moral. es bedeutet mir sehr viel, beigetragen zu haben zu dem Erfolg von Telekom. Und ich muß aktzeptieren, daß selbst wenn ich für Banesto oder ONCE fahren würde, ich müßte Ullrich schlagen. Warum also nicht gleich mit ihm in einem Team fahren."

Telekom, so Riis, habe ihn wissen lassen, daß man ihn sehr gerne weiter in der Mannschaft habe. Sowohl das Team als auch das Umfeld betrachte ihn immer noch als Kapitän. "Jan sagt das auch. Ich spüre, daß man großen Respekt für mich empfindet und mir vertraut. Man ist dankbar, daß ich da bin. Der einzige Unterschied ist jetzt, daß die deutsche Presse Jan Ullrich zur Nummer eins machen will. Das ist OK. Es ist mir egal."





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