Radsport-News.com
       Nachrichten durchsuchen Chat Diskussions-Foren
 
Gratis-Newsletter
Radsport-Schlagzeilen täglich per E-Mail.
anmelden
abmelden
Index
News-Übersicht
Ergebnisse
Teams
Kalender
Features
Umfragen
Archiv
Chat
Downloads
Feedback

Tour de France
Giro d'Italia
Vuelta a España
Deutschland-Tour
Friedensfahrt
Strassen-WM
Bahn-WM
Olympia
Weltcup
UCI-Rangliste
Sixdays

 
 
 


Wandkalender 2003
eBay

Amazon.de - Buecher, CDs, Video







Paris-Roubaix: Kampf um die Pflastersteine
Gartenbau-Studenten restaurieren künftig pavés
In der "Hölle des Nordens" will man Geschichte nicht unter Asphalt begraben


In der "Hölle des Nordens"   Foto: Roth
21.11.02 (rsn) - Wenn man die hol- prigen, gepflasterten Sträßchen Nord- frankreichs anschaut, über die alljährlich im April die Radprofis beim Klassiker Paris-Roubaix jagen, kommt man spontan nicht auf den Gedanken, dass hier irgendjemand Arbeit
investiert hat, um sie für das Radrennen zu präparieren. Doch der Eindruck täuscht. Die Veranstalter führen einen ständigen Kampf um die Pflastersteine in der "Hölle des Nordens". In diesen Kampf mit Hacken, Schaufeln und Schubkarren reihten sich dieser Tage gar Gartenbau-Studenten ein.

Studenten der lycée horticole im nordfranzösischen Raismes-Valenciennes werden in Zukunft die pavé-Sektoren, die Kopfsteinpflaster-Abschnitte des berühmten Radklassikers restaurieren. In Wallers, wo die "Königin der Klassiker" traditionell durchkommt, unterzeichnete am Mittwoch die Schule einen Partnerschaftsvertrag mit den örtlichen Gemeinden, dem Freundeskreis von Paris-Roubaix und den Organisatoren des Rennens von der Amaury-Gruppe, die u.a. auch die Tour de France veranstaltet.

Vrais pavés du Nord!

In den nächsten Monaten werden drei Klassen von Gartenbau-Studenten
sich an die harte Arbeit machen und einige alte pavé-Straßen restaurieren. Die Kopfsteinpflaster sind teilweise überwuchert oder unter einer Erdschicht begraben. Entwässerungsgräben müssen gegraben und Löcher in den Straßen ausgebessert werden, damit die Rennfahrer im nächsten Frühjahr wieder ausreichend Pflasterstrecken zur Verfügung haben. Dabei könne man nicht einfach neue Kopfsteinpflaster kaufen und verlegen, wies Jean-François Pescheux, der Sportliche Leiter von Tour de France und Paris-Roubaix hin. Pescheux: "Man darf keine normalen rechteckigen Pflastersteine aus Sandstein nehmen, es müssen vrais pavés du Nord (echte Pflaster des Nordens) sein!" Die Straßenbauämter der Kommunen sollen ihre Lager nach den alten Steinen durchforsten.

Die 101. Auflage von Paris-Roubaix wird am 13.April 2003 gestartet. 260 Kilometer lang ist das "Monument", 50km führen über Kopfsteinpflaster durch die "Hölle des Nordens",









Fotos: Roth
deren Namen übrigens nicht vom Radsport, sondern aus den fürchterlichen Stellungskämpfen des Ersten Weltkriegs herrührt. Eingeteilt sind die "pavés" in 30 Sektoren, wobei die Organisatoren Jahr für Jahr größere Mühe haben, geeignete Straßen zu finden. Diese Relikte aus der Postkutschen-Zeit müssen mehr und mehr modernen Straßenbelägen weichen. Einige pavés stehen seit Jahren unter Denkmalschutz, dennoch ist es für die Organisatoren des Rennens ein ständiger Kampf um die Bewahrung der historischen Straßen.

Spuren der Zivilisation

Es geht dabei um viel mehr, als um ein Radrennen. Es geht auch um das Selbstbild einer Region, die sich viele Jahre schämte wegen der ärmlichen Verhältnisse, die man in den Pflasterstraßen besonders deutlich herausgestellt sah. "Vor 20 Jahren war man hier überall beschämt wegen der pavés. Heute ist man stolz darauf", sagt Renndirektor Jean-Marie Leblanc. "In Lille hat man zum Beispiel lange geglaubt, Paris - Roubaix sei schädlich für das Image (von Nordfankreich). Dies hat sich umgekehrt. So wie man die alten roten Ziegelhäuser bewahrt, so muß man unseren Nachkommen auch einige Sektoren der Kopfsteinpflaster-Straßen erhalten. Das sind Spuren unserer Zivilisation."

Jean-Marie Leblanc freute sich denn besonders, als die nordfranzösische Gartenbau-Schule am Mittwoch den Vertrag unterschrieb und sich in den Kampf um das Kopfsteinpflaster einreihte. "Unsere Geschichte sollte man nicht begraben unter Asphalt!", rief Leblanc den Studenten zu. 15.000 Euro für Material und Werkzeug bekommen die jungen Leute von Kommunen, den Veranstaltern und der Organisation "Freunde von Paris-Roubaix", für die Arbeit bekommen sie keinen Lohn. Das Freilegen der pavés für Paris-Roubaix werde "ein Pflichtkurs", meinte Schuldirektor Jean-Marie Dubois. Die Dankbarkeit für die freiwillige Plackerei wird sich dennoch bei vielen Radprofis in Grenzen halten.

Diesen Artikel versenden

Übersicht: Paris-Roubaix



Der Radsport-Shop




Copyright © 1996-2002 by radsport-news.com
Alle Rechte vorbehalten.
domain-fashion.de - einfach trendy!
1 Million in bar sowie Mercedes SLK zu gewinnen!!!
cycle24 - Geschenke und Zubehör rund ums Rad /Bike