11.03.98 - Der Belgier Tom Steels (Mapei) gewann am Mittwoch
die vierte Etappe der Fernfahrt Paris-Nizza. Im Gesamtklassement
gab es keine Veränderungen, Frank Vandenbroucke (Mapei) führt
weiterhin vor Laurent Jalabert (ONCE).
Auf den 194km zwischen Nevers und Vichy wurde das "Rennen zur Sonne"
zu einem winterlichen Ereignis. Regen, Schneematsch und Temperaturen
um gerade mal 1°C begleiteten das Peloton bis ins Ziel im
verregneten Vichy.
Der 26 Jahre alte Steels holte sich in Vichy Sieg Nr. 2 in nur zwei Tagen.
Wie schon bei der 3. Etappe war es am Schluß
wieder Steels' Teamkollege Stefano Zanini, der für den Belgier
den Sprint anfuhr. Steels gewann am Mittwoch noch überlegener
als am Vortag. Niemand konnte seine Endgeschwindigkeit mitgehen.
Der zweitplazierte Andrej Tchmil (Lotto) war am Ende froh über seinen
Platz zwei: "Gegen Steels ist im Moment nichts zu machen."
Der Etappensieger profitierte auch von der Arbeit seines Teams,
das das Peloton stets kontrollierte, keine Ausreißer gehen ließ
und so entscheidend dafür sorgte, daß die Tagesentscheidung in
einem Massensprint fiel. Mapei arbeitete
natürlich in erster Linie für den Träger
des weißen Trikots, Frank Vandenbroucke. Die Mannschaft reagierte
etwa sofort, als Laurent Jalabert am Beau Louis, einem Berg mit scharfer
Steigung knapp 39km vor dem Ziel, attackierte. Und als 20km vor dem
Ziel Laurent Dufaux, Alex Zülle (beide Festina), Stuart O'Grady (Gan)
und Rodolfo Massi (Casino) versuchten, eine kleine Flucht zu organisieren,
war es sogar Frank Vandenbroucke höchstpersönlich, der das
10-Sekunden-Loch wieder zufuhr.
Bei der fünften Etappe am Donnerstag wird eine Vorentscheidung
fallen. Dann geht es über 151km von Cusset zum Col de la
République. Bei der Bergankunft am 1.072m hohen Col de la
République ist am Schluß ein 9km-Anstieg mit durchschnittlich
sieben Prozent zu bewältigen. Wenn Frank Vandenbroucke hier
den "Großen" wie Jalabert, Dufaux und Zülle Paroli
bieten kann, ist er dem Sieg bei Paris-Nizza ein sehr großes
Stück nähergekommen.