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Leutnant Etxebarria gewinnt, Kapitän Jaja verliert weitere Sekunden

09.03.98 - Paris-Nizza 1998 bleibt das Rennen der Nachwuchsfahrer: die zweite Etappe des "Rennens zur Sonne" gewann am Montag der 24jährige Baske David Etxebarria (ONCE), der 23jährige Frank Vandenbroucke (Mapei) konnte das weiße Trikot des in der Gesamtwertung führenden verteidigen.

Der große Favorit des Rennens, Laurent Jalabert, konnte am Montag Vandenbroucke nicht gefährlich werden, im Gegenteil: der Belgier nahm "Jaja" weitere fünf Sekunden bei zwei Zwischensprints ab, im Ziel kam Jalabert auf Platz sechs. "VDB" der auf Platz drei fuhr, führt jetzt im Gesamtklassement 12 Sekunden vor Jalabert.

Dennoch war der Tag für ONCE alles andere als eine Niederlage. Etxebarria, einer der wertvollsten Helfer vom Jalabert holte einen wertvollen Tagessieg und erfüllte das Tagessoll des ONCE-Teams: "Unser Ziel war heute ein Etappensieg", so Etxebarria im Ziel. "Heute stand noch nicht auf dem Programm, Vandenbroucke zu neutralisieren."

Das Ziel der Etappe in Sens war ein 24km langer Rundkurs, der drei Mal von den Fahrern zu absolvieren war. Die Ziellinie selbst war am Scheitelpunkt eines ca 1,5km langen Anstiegs mit bis zu 12 Prozent Steigung. Dort fiel auch die Entscheidung des Tages. Zwei Kilometer vor Schluß attackierte der Este Lauri Aus (Casino), ein etatmäßiger Sprinter. Etxebarria zögerte keine Sekunde und folgte Aus sofort. "Ich musste nicht erst mit Jaja sprechen, als Aus angriff und sich eine kleine Lücke bildete", so der spätere Sieger. Beim Schlußanstieg hatte der kleine Kletterspezialist aus Spanien dann gegenüber Lauri Aus die besseren Voraussetzungen und beendete die Etappe zwei Sekunden vor Aus. Das Feld kam fünf Sekunden nach Etxebarria ins Ziel, den Sprint des Feldes gewann der hochmotivierte Frank Vandenbroucke. (S.a. Ergebnisse)

Vandenbroucke konnte seine Freude über den bisherigen Verlauf des Rennens nicht verbergen: "Ich glaube, daß ich ihn schon ein bißchen überrascht habe", meinte Vandenbroucke im Hinblick auf den Favoriten Jalabert. Entschieden ist hier natürlich noch nichts, aber Jalabert ist erstmal in der Defensive und ein Fahrer im Trikot des in der Gesamtwertung führenden entwickelt oftmals ungeahnte Kräfte, insbesondere wenn es sich um einen jungen, hungrigen Rennfahrer wie Vandenbroucke handelt.

Aufgeben musste das Rennen am Montag neben Phillipe Gaumont (Sehnenprobleme) auch Ex-Weltmeister Lance Armstrong, der ein weiteres Opfer der schon seit Februar im Fahrerlager grassierenden Grippewelle wurde. Sprecher von Armstrongs US-Postal-Team konnten Befürchtungen, der Texaner, der erst vor wenigen Wochen wieder Rennen fährt nach einem Jahr Pause wegen einer Krebserkrankung, sei doch noch nicht voll wiedergenesen, entkräften: "Wir wollen nur keine Risiken eingehen, es ist eine normale Grippe."

Das Fahrerfeld des "Course au Soleil" (Rennens zur Sonne) sehnte sich am Montag wirklich nach Sonne. Ein kalter Wind, Temperaturen von gerade mal 3°C beim Start bildeten keine idealen äußeren Bedingungen bei der zweiten Etappe.

Am Dienstag führt die dritte Etappe die Rennfahrer weiter gen Süden. Es stehen 195,8km zwischen Sens und Nevers an. Im Ziel dürfte dann die Stunde der Sprintspezialisten schlagen.

S.a. 08.03.98 Vandenbroucke gewinnt 1. Etappe, Jalabert in Lauerstellung





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