14.04.98 - Über den Zustand von Ex-Weltmeister Johan Museeuw nach seinem
schweren Sturz bei Paris-Roubaix am Sonntag gibt es immer noch widersprüchliche
Berichte, eine anberaumte Presse-Konferenz musste Museeuw am Dienstag
kurzfristig absagen, weil weitere Behandlungen im Krankenhaus nötig
waren. Soviel scheint inzwischen jedoch sicher: Museeuw wird seine
Karriere fortsetzen können.
In den nächsten Tagen wird Museeuw am Knie operiert werden.
Vor der Operation wird zunächst versucht, mit Antibiotika eine
Entzündung in Museeuws Knie einzudämmen.
Bis dahin bleibt der 32jährige im Krankenhaus.
"(Museeuws) Hausarzt und Yvan Van Mol, der Teamarzt, haben diese
Entscheidung getroffen", so Patrick Levere, der sportliche Leiter
von Museeuw Mapei-Mannschaft.
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Johan Museeuw war am Sonntag bei Paris-Roubaix bei Arenberg
gestürzt. Die 2.400m lange Kopfsteinpflaster-Passage im
Wald von Arenberg ist eine der gefürchtetesten Teilstücke
von Paris-Roubaix. |
"Das Massaker von Arenberg" -- Schlagzeile in L'Equipe
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Patrick Lefevere meinte weiter, er glaube "der Löwe von Gistel
werde seine Karriere fortsetzen". "Johan
hat auch nach seinem Sturz nicht einmal gesagt, er wolle nicht mehr
'die Hölle des Nordens' fahren, er weiß, daß
dies noch nicht das Ende seiner Karriere ist", sagte Lefevere am Dienstag.
"Wir brauchen ihn immer noch in Belgien. Ich mag junge Fahrer sehr,
aber ich schätze, sie müssen noch ein Jahr im Schatten von
Johan fahren."
Lefevere: "Wenn er es schafft, bis zum Juni wieder auf dem Rad zu sitzen, kann
er seinen Startplatz bei den Herbstklassikern wie Paris-Tours oder sogar bei den
Weltmeisterschaften halten."
Lefevere zu dem Unfallhergang beim "Massaker am Arenberg" (L'Equipe):
"Am Anfang vom Arenberg kam es zu einer Art Massensprint. Sie waren alle
zu schnell. Auf einem solchen pavé-Sektor ist es schon
schwer genug bei trockenem Boden."
Nach Augenzeugenberichten
war bei vielen Stürzen am Arenberg, auch bei dem von Museeuw,
die Kollision mit Zuschauern die Ursache. Der Arenberg ist einer
der beliebtesten Zuschauerpunkte und Tausende von Fans bilden dort
eine enge Gasse. Levereve: "Man muß hier endlich die Zuschauer hinter
Absperrungen halten."