15.12.99 - Der belgische Weltmeister von Barcelona 1984, Claude Criquielion,
wird neuer Sportdirektor des belgischen Rennstalls "Lotto" und übernimmt
gemeinsam mit dem bisherigen Assistenz-Sportdirektor Jef Braeckevelt
ab der Saison 2000 die Verantwortung für die Mannschaft von
Weltcup-Sieger Andrej Tchmil. Criquielion, der seinen Vertrag am Mittwoch
unterschrieb, wird Nachfolger von Jean-Luc Vandebroucke, der vor einer
Woche nach elf Jahren von der Mannschaft entlassen worden war.
"Meine Philosphie lautet Zusammenarbeit. Jef (Braeckevelt)
und ich werden auf einer Ebene stehen", so Criquielion
gegenüber der Agentur Belga. Über die Aufgabenverteilung zwischen
den beiden Sportlichen Leitern soll noch nachgedacht werden. "Wir
müssen das noch diskutieren. Zu Beginn des Jahres wird
wohl Jef die Mannschaft bei Rennen im Ausland betreuen. Danach werde
ich wahrscheinlich mit der Mannschaft zu den (wallonischen) Ardennenklassikern gehen
und Jef zu den Klassikern in Flandern", so der neue Sportliche Leiter von Lotto.
Claude Criquielion hat einen Einjahresvertrag unterschrieben und
hat eine Option auf ein weiteres Jahr. Der Hauptsponsor und Arbeitgeber
des Teams, die belgische Lotteriegesellschaft "Lotto" hat derzeit
vertragliche Verpflichtungen im Radsport bis Ende 2001. Ob sich das Unternehmen
darüber hinaus engagiert, ist noch offen.
Der 43-jährige Ex-Weltmeister tritt beim Lotto-Rennstall
die Nachfolge von Jean-Luc Vandenbroucke an, der sich insbesondere
gegen die Trennung von sportlicher und finanzieller sowie administrativer
Funktionen gewehrt hatte und daraufhin entlassen worden war.
"Jean-Luc Vandenbroucke hat sehr gute Arbeit gemacht als Sportdirektor",
so Criquielion über seinen Vorgänger. "Er hat ausgezeichnete
Verpflichtungen getätigt und das Team war in der gesamten Saison
vorn mit dabei."
Claude Criquielion, der seine Aktivenkarriere 1991 beim Lotto-Team beendete,
war zwölf Jahre Profi-Rennfahrer. Er gewann u.a. den Flèche Wallone 1985
und 1989, die Clasica San Sebastian 1983. Bei Tour de France, Vuelta a España
und Giro d'Italia kam er mehrmals unter die besten Zehn
der Gesamtwertung. Zuletzt arbeitete er als Betreuer beim Mapei-Rennstall.