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Tina Liebig, Jahrgang 1980, war vor drei Jahren Weltmeisterin der Junioren. Inzwischen ist die Geraerin zu einer der Stützen der jungen deutschen National- mannschaft gereift. Bundestrainer Jochen Dornbusch zählt sie zu den großen Hoffnungen für die Zukunft.

6.Etappe: Gera -Zeulenroda (112 km)
Die Strapazen sind überstanden

Heute ging es noch einmal um alles, denn so ganz ohne Gegenwehr wollten "die Deutschen" sich gegenüber der führenden Holländerin doch nicht geschlagen geben.

Zunächst frühstückten wir gegen 7:30Uhr. Es folgt eine kurze Ruhephase, bevor wir mit den Rädern zum Start rollten. Heute wurde Liane beim Einschreiben vom Sprecher interviewt, da sie sich gestern das OTZ – Trikot erkämpfte.

Pünktlich um 10:30Uhr wurden die verbliebenen Fahrerinnen auf den Weg geschickt. Das Feld hat sich im Verlauf der Rundfahrt zahlenmäßig um ca. 15% dezimiert. Es ist in Ostthüringen ein sehr anspruchsvolles Gelände anzutreffen, welches nicht unterschätzt werden sollte.

Es wurde zu Beginn wieder zügig gefahren, da zwei Sprintwertungen zu entscheiden waren. Dabei fanden zusätzlich ständig Angriffe – vorrangig vom französischen Nationalteam – statt. Diesem hohen Anfangstempo mussten bereits einige Fahrer Tribut zollen und beendeten ihr Rennen frühzeitig in Zeulenroda. Später wurde es wieder ruhiger.

Es blieb schließlich noch zweimal einen Anstieg von über 15% zu bewältigen. Dort versuchte Trixi das Rennen zu ihren Gunsten zu entscheiden. Das italienische Team parierte jedoch und wehrte den Angriff ab. Mirjam Melchers gewann schließlich mit ihrer Mannschaft verdient die Thüringenrundfahrt. Trixi belegt einen super 3. Platz in der Gesamtwertung.

Unser Team wächst zusammen, die Arbeit funktioniert immer besser.

Ich bin froh, das es heute vorbei ist und wir nun etwas Zeit zum ausruhen haben, damit wir in der kommenden Woche gute Ergebnisse bei der nächsten Rundfahrt in Österreich verzeichnen können.


4. und 5.Etappe
"Hitzige" Gefechte waren es...

Die Wärme macht einem auf Dauer mächtig zu schaffen. Sonnenschein zum Rennen ist sicherlich besser als Regen, jedoch diese momentane Hitzewelle erschwert die hier zu absolvierenden Rennkilometer – ständig bergauf und bergab – zusätzlich.

Heute standen zwei Halbetappen auf dem Programm. Es hieß also zeitig aufstehen; um 6:30Uhr gab es Frühstück. Anschließend fuhren wir mit den Rädern zum Start. Wie üblich mussten wir uns einschreiben, Rennverpflegung wurde verteilt. Die Stimmung vor dem ersten Start war locker. Nach dem Start ging es gleich zur Sache. Es wurde sehr zügig gefahren, da innerhalb von 20km zwei Sprintwertungen auszufahren waren. Regina Marunde von unserer zweiten Mannschaft konnte sich dann absetzen. Leider wurden wir in Kahla durch geschlossenen Bahnschranken gestoppt. Einige nutzen es um Flaschen aufzufüllen oder auch um menschlichen Bedürfnissen nach zu gehen. Das Ausreißerduo wurde auf der anderen Seite der Schranken angehalten und dann eher wieder auf die Fahrt geschickt.

Ansonsten ging es relativ zügig ins Ziel. Rosi gewinnt in Gera. Ihre Mannschaft leistete gute Arbeit um ein geschlossenes Feld nach Gera zu führen, damit Petra ihre Chancen für den Etappensieg wahren konnte. Wir fuhren dann in unser Hotel, aßen unser Mittagbrot. Klaus kümmerte sich währenddessen um unsere Räder, damit wir am Nachmittag wieder bestens gerüstet am Start stehen.

Die zweite Etappe sollte um 17Uhr in Schmölln starten, so dass noch etwas Zeit zum relaxen blieb. Schwierig ist es in dieser Situation nicht im Bett einzuschlafen... – es reizt mächtig.

Zum Start fuhren wir mit dem Auto. Wir sollten uns ordentlich warm fahren, denn nach nur einem Kilometer gab es die erste Bergwertung. Die Organisatoren können mit ihren gewählten Strecken wirklich nichts aus lassen um uns vom ersten Kilometer an zu quälen...

In der zweiten Runde setzte sich Petra vom Feld ab und fuhr schließlich zu ihrem unangefochtenen, zweiten Tageserfolg. Trixi liegt an dritter Position in der Gesamtwertung und startet im Rennen einen Versuch, den Abstand auf das ‚Gelbe Trikot' zu verringern. Es gelang heute nicht, aber die Arbeit in der Mannschaft funktioniert gut, jeder versucht zu leisten wozu er in der Lage ist. Wer sich in die Mannschaft nicht einfügen kann, wird darauf angesprochen. Funktioniert es dann immer noch nicht, wird es brenzlig, denn wir können nur etwas erreichen, wenn es ein gegenseitiges Geben und Nehmen ist. Heute wird für Dich gefahren und später ist eben jemand anderes an der Reihe, der die Kohlen aus dem Feuer holen kann. Bei uns ist momentan alles auf Trixi abgestimmt, da sie unsere stärkste Fahrerin ist. Angela ist bei Massenankünften neben Trixi mit die Schnellste. Im Rennen tauschen wir uns dann über unser Funksystem über unsere ‚Tagesform' aus und schauen was wir erreichen können.

Heute Nachmittag reichte es für Liane zu ihrem lang ersehnten Nachwuchstrikot. Sie wird es morgen zurück nach Zeulenroda tragen. Jetzt sind wir alle müde, einige müssen noch auf die Massagebank zu Elisabeth. Morgen wird noch einmal ein spannender Renntag werden...


3.Etappe: Schleiz nach Saalfeld (124km)
Erfolgreicher Tag für das Team Saturn

Heute war unser Vormittag mit dem Zusammenpacken unserer Sachen ausgefüllt, da wir am Abend in einer neuen Unterkunft in Saalfeld übernachten.

Der Startschuss für die dritte Etappe fiel pünktlich um 13:30. Wir fuhren die 15km bis nach Schleiz mit den Rädern, denn bereits nach nur 3km ging es um Punkte in der Bergwertung. Das italienische Team um die Führende legte gleich ein ordentliches Tempo vor. Danach ging die Fahrt erst einmal ruhiger weiter, schließlich sollten noch einige Höhenmeter bewältigt werden. Nach ca. 30km konnte sich Ina-Yoko vom Feld absetzen. Keiner verfolgte das Interesse ihren Angriff abzuwehren. Sie stellte auch keine Gefahr für Mirjam Melchers dar. Der Abstand zum Feld vergrößerte sich rasch.

Im Feld unterhielt man sich, ob Ina es schaffen könnte bis ins Ziel in Saalfeld. Ihre Teamgefährtinnen und weitere deutsche Fahrer hofften darauf, obwohl diese lange Alleinfahrt sehr an den Kräften zehrt. Je mehr sich das Feld dem Zielort näherte, desto mehr wuchs die Freude darüber, dass Ina die Etappe gewinnen wird. Im Ziel wird Petra sicherlich Ihr Versprechen, Ina auf eine leckere Thüringer Bratwurst einzuladen wenn sie gewinnt, eingelöst haben. Wir haben uns leider nicht mehr getroffen.

Die Verpflegungskontrolle unterwegs war teilweise gefährlich, da sie sich auf einem leichten Gefälle befand. Es ist schwierig bei höheren Geschwindigkeiten Trinkflaschen vom Straßenrand anzunehmen und erfordert Geschicklichkeit. Öfters rollen dann verlorene Flaschen auf der Strasse. Da heißt es dann nur: den Lenker festhalten und durch...

Wichtig Informationen, z.Bsp. über Zeitabstände, gefährliche Abfahrten oder zur Kommunikation zwecks Verpflegung aus dem Auto, erfolgen über unsere kleinen Funkgeräte in den Trikottaschen. Damit können wir Sportler uns auch untereinander über bestimmte Rennsituation verständigen, aber auch gegenseitig motivieren. Das Verhalten der Fahrerinnen untereinander ist hier sehr fair und sportlich.

Die Kulisse mit den vielen Zuschauern ist bei dieser Rundfahrt wirklich beeindruckend. An jeder Ecke stehen Menschen und rufen dem Feld zu; besonders oft fällt dabei der Name Hanka. Sie hat ihre Fans hier überall. Angela wurde heute 4. – schade, das es für sie nicht zu einem Podiumsplatz reichte.

Nach dem Ziel ging es schließlich in unser neues Domizil. Gegen 19 Uhr gibt es Abendbrot, danach noch zur Massage und ab ins Bett. Morgen haben wir zwei Etappen zu absolvieren. Die erste startet morgen Vormittag. Das heißt für uns zeitig aufstehen, frühstücken und ab geht es. Die Zeit zum Ausruhen und erholen ist damit beschränkt.


2.Etappe: Greiz - Schleiz (135 km)
Wieder ist ein Schritt geschafft

Gefrühstückt wurde bei uns wieder um 8 Uhr. Heute gab es Elisabeths ‚Spezialmüsli' zum Essen – eine leckere Sache... Danach blieb für uns wieder Zeit zum entspannen. Ich habe mir die Zeit bis zum Mittag bei unserer Masseurin Elisabeth bzw. unserem Mechaniker Klaus mit Zeitung lesen, beobachten, Diskussion von Problemen, vertrieben. Die anderen lagen in den Betten, hörten Musik od. ähnl.. Zum Mittag war unsere Mannschaft natürlich die erste, somit mussten wir uns auch nicht in der Schlange für das Essen anstellen. Die Umgangsweise untereinander ist bei uns weiterhin sehr gut.

Nach dem Essen ging es schließlich mit dem Rad nach Greiz (ca.15-20km). Am Startort angekommen, wurden die Vorbereitungen für die Etappe – menschlichen Bedürfnissen nachgeben, die Funkgeräte anschließen, etwas essen oder trinken – beendet. Der Start war für 13:20 angesetzt. Bereits nach 4km wurde die erste Bergwertung ausgefahren. Es ging also gleich zur Sache, denn schon nach weiteren 15km kam die zweite Bergwertung.

Die Nervosität innerhalb des Fahrerfeldes hatte im Vergleich zum Vortag nachgelassen. Die weitere Fahrt verlief zunächst, bis auf die Sprintwertungen, ruhig. Angriffe in Form von Attacken wurden erst nach der Hälfte der Strecke unternommen. Das Team um die Führende M. Melchers wehrte jeden Versuch erfolgreich ab. Bei der Sprintprämie in Neustadt/Orla unterstütze das Team Saturn Hanka Kupfernagel. Es ist mit Sicherheit ein wahnsinnig gutes Gefühl in seiner Heimat mit seinen Leistungen den Fans etwas bieten zu können.

Auf den letzten 25km wurde es noch einmal sehr schwer, da es stetig bergan in Richtung Schleiz ging. Nach einer kurzen, rasanten Abfahrt in Richtung Ziegenrück, ging es in die entscheidende Rennsituation. Eine dreiköpfige Spitzengruppe bildete sich, gefolgt von einer größeren Gruppe mit Trixi Worrack von unseren Team. Leider waren wir dann nur in der nächsten Gruppe. Trixi konnte dann noch mit einer der Polikeviciuteschwestern aufschließen und belegt schließlich den 4. Platz. Jetzt ist sie zweite in der Gesamtwertung. Wir freuen uns natürlich sehr für sie.

Die Rundfahrt ist wirklich sehr gut organisiert. schwierig ist die Vekehrssituation zu bewältigen. Fahrzeuge auf der entgegenkommenden Spur werden zwar angehalten, stehen jedoch oft auf der Straße, so dass sich daraus gefährliche Situationen innerhalb des Feldes ergeben können. Jetzt sind noch drei Tage mit vier Etappen zu bewältigen, die Moral ist gut. Schauen wir was uns die kommenden Tage bringen. Gute Nacht...


1.Etappe: Zeulenroda nach Greiz (115km)
Natürlich gab es Nudeln...

Schwer war die erste Etappe.

Unser Tag begann um 8 Uhr mit Frühstück. Um 10 Uhr stand bereits der nächste Termin auf dem Programm. Alle Fahrerinnen sollten in Rennbekleidung mit den Rädern zum Seehotel Zeulenroda fahren. Dort wurden Interviews gegeben und anschließend durfte das Buffet ‚gestürmt' werden. Natürlich gab es Nudeln... Anschließend ging es zurück in die Unterkunft und es blieb noch etwas Zeit, um sich auszuruhen und auf das Rennen vorzubereiten. Diese Zeit kann manchmal recht lang werden, da wir so kurz vor dem Start nicht mehr schlafen dürfen bzw. sollen.

Gegen 13 Uhr waren wir auf dem Weg zum Einschreiben. Im Anschluss daran fuhren wir uns etwas warm, denn es sollte gleich nach 8 km eine Bergwertung ausgefahren werden.

Es wurde anfangs zügig gefahren, später wurde es ruhiger im Rennen. Es wurde geredet, Späßchen gemacht und sich später (ab Kilometer 40) auch verpflegt. Eine Ausreißergruppe entstand – zum Glück war Angela dabei – welche aber bei der 2. Sprintwertung wieder gestellt wurde. Unsere Mannschaft arbeitet gut zusammen, die Verpflegung aus dem Auto heraus funktioniert gut. Das Feld war sehr nervös und unruhig.

Einen weiteren Angriff startete das Team Saturn mit der Fahrerin Ina-Yoko-Teutenberg. Leider wurde sie 25km vor dem Ziel vom Feld wieder eingefangen. Zum Schluss mussten wir noch eine 11%ige Steigung bezwingen bevor wir das Ziel erreichten. Nach Möglichkeit sollte man dabei nicht als letzter in die Steigung hinein fahren, da sich somit die Chancen für eine gute Platzierung erheblich verringern. Angst ist in diesem Sport völlig Fehl am Platz, man muss sich durchkämpfen, die Zähne zeigen und auf dies Weise versuchen den Gegner einzuschüchtern.

Trixi ist wieder sehr gut über den Berg gekommen und steht nun auf dem dritten Platz im Gesamtklassement. Gegen 20:30 ist Besprechung mit unserem Bundestrainer. Schauen wir, ob sich die Taktik verändern wird.

Mein Tag war es heute wohl nicht. In der ‚Heimat' zu fahren kann auf der einen Seite motivieren, auf der anderen Seite steht der Erwartungsdruck etwas von seinem Können zu zeigen. Damit fertig zu werden hängt vom jeweiligen Sportler ab. Morgen ist ein neuer Tag...


Auftakt in Zeulenroda
Der erste Tag ist überstanden

Der erste Tag ist überstanden. Unser Abendessen fand gegen 21 Uhr statt. Die Thüringenrundfahrt ist für mich ein Rennen zu Hause, vor einer besonderen Kulisse. Man möchte sein Können unter Beweis stellen, zeigen wofür man die ganze Zeit trainiert.

Getroffen haben wir uns als Nationalmannschaft heute Mittag um 12 Uhr zum Mittagessen. Danach war Zeit zum entspannen, ausruhen, Kräfte sammeln für die abendliche Aufgabe. Wir sitzen mit anderen Fahrern zusammen, erzählen über andere Rennen, Erfahrungen, albern herum. Die Stimmung untereinander ist harmonisch. Nach der Mannschaftsleitersitzung folgte eine kurze Besprechung innerhalb des Teams. Die Vorgabe vom Bundestrainer für heute lautete: fahren so gut es möglich ist und danach sehen wir weiter. Das Ziel allgemein für diese Rundfahrt heißt aggressiv fahren, sich zeigen, eventuell einen Tageserfolg erringen. Die Gesamtwertung soll nicht im Vordergrund stehen, da wir nach der Deutschen Meisterschaft eine Pause hatten und anschließend überwiegend Grundlagentraining auf dem Programm stand. Des weiteren sind wir eine sehr junge Mannschaft, welche sich aus den Fahrerinnen zusammensetzt, die Ende August erfolgreich an der EM U-23 teilnehmen sollen. Nach der Einschätzung unseres Bundestrainers kann eine deutsche Fahrerin diese Etappenfahrt gewinnen; die Namen Petra Roßner und Vera Hohlfeld fallen. Unsere Mannschaft wird versuchen diese Fahrerinnen zu unterstützen.

Danach ging es zum Aufwärmen auf die Räder, die Strecke wurde besichtigt, speziell die Kurven, denn dort ist viel Zeit zu gewinnen, aber leider auch zu verlieren. Mir liegen diese kurvigen Angelegenheiten eher weniger. Für mein Empfinden war der Abschnitt heute abend schwer: ich bin noch etwas müde von unseren Bundesligarennen am vergangenen Wochenende in Frankfurt/Oder. Nach einem Blick in das Ergebnis bin ich noch nicht zufrieden mit meiner Leistung. Es gewinnt Anna Millward vor Mirjam Melchers und Petra Roßner. Trixi stellt ihr Können mit einem Super 5. Platz einmal mehr ihr Können unter Beweis.

Schauen wir was sich in den kommenden Tagen ergibt. Ich bin gespannt und freue mich auf die nächsten Etappen. Jetzt gehe ich noch zu unserer Elisabeth auf die Massagebank und dann ist der Tag vorbei.

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