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Olympische-Spiele
Keirin - Olympia-Premiere der "Kamikaze-Sprinter"
In Japan sind Keirin-Profis Superstars / Weltmeister Fiedler der Favorit in Sydney
12.09.00 - Die spektakuläre japanische Bahnsprintvariante Keirin hat ursprünglich
mit den hehren Olympischen Idealen so viel zu tun wie Berufs-Catchen.
Bei den Keirin-Rennen in Japan geht es
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vor allem ums Wetten und
auch die Mafia hat nicht selten ihre Finger im (Glücks-)Spiel.
Im Land der aufgehenden Sonne sind die Keirin-Profis Superstars und Einkommens-Millionäre.
In Sydney hat Keirin nun seine Olympiapremiere. Zu den großen Favoriten
gehört der Weltmeister Jens Fiedler aus Chemnitz.
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Keirin ist eine Variante des Bahnsprints, doch da, wo beim herkömmlichen Sprint
längst eine Disqualifikation ausgesprochen
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würde, fangen
die "Kamikaze-Sprinter" erst an. Wer beim Keirin erfolgreich sein
will, braucht schnelle Beine - und kräftige Ellenbogen...
In Japan ist die Sportart ein Spektakel, das Millionen anlockt, und
bei der Milliarden am Wettschalter umgesetzt werden. Keirin-Profis
sind in Japan Großverdiener und Superstars. In jedem Frühjahr
sind die Rennen in Tokyo und den anderen Großstädten
auch ausnahmsweise offen für Ausländer. Die europäische
Bahnsprinter-Elite von Jens Fiedler, Keirin-Weltmeister von 1999 und
1998 bis Frederic Magné, amtierender Vize-Weltmeister
und Weltmeister von 1995 und 1997, tummelt sich dann in Fernost zu
einer lukrativen Tournee.
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Keirin ist durch und durch japanisch - Ankündigungsplakat für Rennveranstaltung
in Hiroshima |
Die Europäer wie Fiedler und Magné bestimmten bei den Weltmeisterschaften
der letzten zehn Jahre die Keirin-Wettbewerbe, während erstaunlicherweise die
japanischen Stars kaum zu sehen sind. Tatsächlich sind
jedoch die Keirin-Rennen wie sie bei Weltmeisterschaften ausgetragen werden,
kaum zu vergleichen mit denen im Heimatland der Sportart.
Der Japaner Yuichiro Kamiyama, der in Sydney sein Land vertritt beim
Keirin, meint: "Der Unterschied zwischen Keirin bei uns zuhause und
dem bei WM oder Olympia ist so wie beim Eissschnelllauf zwischen
der Olympiabahn und dem Short Track. Das sind eigentlich zwei Disziplinen."
Viertausend Keirin-Fahrer bestreiten in den
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japanischen Rennserien jährlich
rund 40.000 Rennen auf rund 50 Keirin-Bahnen quer durchs Land.
Beim Wetten werden Summen von rund 20 Milliarden DM pro Jahr
umgesetzt. Keirin ist in Japan Big business, in
dem auch die Mafia mitspielt, wenn auch heute nicht mehr so
deutlich wie bis vor einigen Jahren, als der Mob der
Yakuzas mit Keirin das große Geld machte.
In Shuzenji gibt es eine Sportschule, bei der
Sportler die hohe Schule des Keirin erlernen.
Keirin ist in Japan eine ernste Sache: Vor Wettbewerben
werden die Profis in ihren Hotels vollkommen isoliert,
weder Telefonanrufe noch Besuche sind gestattet, um
Wettmanipulationen auszuschließen.
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Jens Fiedler aus Chemnitz ist der amtierende Weltmeister im Keirin
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Bei seiner Olympia-Premiere wird der Keirin-Wettbewerb ausgetragen,
wie es auch bei den Bahn-WM üblich ist: Sechs Fahrer
fahren hinter einem Schrittmacher-Moped eine erste langsame Runde .
Dann schert das Moped aus und zweieinhalb Runden lang fighten
die Sprinter bei an die 60km/h um die beste taktische Ausgangsposition
und den Sieg. Kopfstöße und Schulter-Checks kommen dabei schon mal
vor, auch wenn sich Keirin-Spezialisten wie Magné oder Fiedler
gegen das Image vom "Kamikaze-Sprinter" wehren: "Es ist kein
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Catch-as-Catch-can", so Fiedler und Magné sagt:
"Ich versuche immer, den Körperkontakt zu vermeiden und
gewinne dennoch oft. Es gewinnt nicht unbedingt der, der
am meisten riskiert."
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DONNERSTAG, 21. 9. 2000: (Zeiten MESZ)
09.00 Uhr - 1. Runde
10.10 Uhr - Hoffnungsläufe
10.35 Uhr - 2. Runde
12.30 Uhr - Entscheidung
TV: Live bei EUROSPORT und ARD/ZDF.
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In Sydney vertritt Yuichiro Kamiyama die Farben des Ursprungslands des Keirin.
Für den 32-Jährigen, ein bulliger Sprinter, 1,80m groß,
85 Kilo schwer, ist der Start bei Olympia vor allem Ehre.
Finanziell hat es "Mister Keirin" schon lange nicht mehr nötig,
Rennen zu fahren. In seiner Karriere als Keirin-Profi hat Kamiyama
bereits ein Vermögen von geschätzten 30 Millionen DM verdient.
Auf der 250-Meter-Bahn im olympischen Dunc Gray-Velodrom in
Sydney wird der Japaner ohnehin keiner der Favoriten sein. Dies sind
neben den Europäern Fiedler und Magné der
US-Amerikaner Marty Nothstein.
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Übersicht: Olympische Spiele
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