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11.12.00 (dpa/bb) - Radprofi Andreas Kappes (Köln) ist vom Vorwurf
des Dopings freigesprochen worden. Der Rennfahrer aus dem Profi-Team
Agro Adler Brandenburg ist am Montag vom Sportgericht des Bundes
Deutscher Radfahrer (BDR) voll entlastet worden. Mehrere Tests von
unbelasteten Probandenden haben nach Einnahme einer von Kappes
benutzten Nahrungs-Ergänzung ähnliche Nandrolon-Werte erbracht, wie
bei Kappes bei einer Dopingprobe während der deutschen
Bahnmeisterschaft festgestellt worden waren.
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Bei den Titelkämpfen im Juli hatten die A- und B-Proben des
Athleten einen zu hohen Nandrolon-Anteil aufgewiesen. Kappes, der
sein Geld vor allem als erfolgreicher Sechstage-Fahrer verdient, war
in Hamburg überlegener Titelträger im Punktefahren. Bei einer
Verurteilung wäre ihm der Titel aberkannt worden. Bereits 1997 war
Kappes als deutscher Meister im Punktefahren positiv getestet worden
war, hatte daraufhin den Titel verloren und war für sechs Monate
gesperrt worden.
Der einzige Profi-Radrennstall aus dem deutschen Osten hatte
seinen Star Andreas Kappes nach dem Bekanntwerden der positiven
Proben vorerst suspendiert. «Unsere Verträge ließen gar keine andere
Möglichkeit. Nach dem Freispruch könnte er in der kommenden Saison
durchaus wieder für uns fahren», sagte Teamchef Dirk Meier. Kappes
hat in diesem Winter noch kein Sechstagerennen bestritten, obwohl er
bis zu einem Urteilsspruch startberechtigt gewesen wäre und könnte
jetzt durchaus über Schadens-Ersatz nachdenken. Die in Cottbus
beheimateten Agro Adler Brandenburg haben allerdings auch im Ergebnis
der Doping-Diskussionen schwierige Verhandlungen mit den Sponsoren
hinter sich und werden die kommende Saison mit einem wesentlich
geringeren Etat angehen. Das Team war im vergangenen Jahr rund um den
erfolgreichen Sechstage- und Etappenfahrer Kappes aufgebaut worden
und hatte nach der zeitweiligen Vertrags-Lösung sein Zugpferd
verloren.
Kappes war bei den deutschen Meisterschaften im Bahnradsport
Anfang Juli zum zweiten Mal in seiner Laufbahn positiv getestet
worden. Bereits 1997 war Kappes - damals noch in einem anderen Team -
des Dopings überführt und für sechs Monate gesperrt worden. Die
Profi-Mannschaft der zweiten Kategorie aus Cottbus hatte bereits im
vorigen Jahr durch einen spektakulären Dopingfall für Aufmerksamkeit
gesorgt. Der viermalige Friedensfahrtsieger Uwe Ampler (Leipzig) war
bei der Sachsen-Rundfahrt positiv. Das Team hatte sich damals wie
auch im Fall Kappes sofort von dem Sportler getrennt.