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Team Telekom
Jörg Jaksche auf der Flucht vor dem Winter

11.12.99 - Für Radprofis beginnt die Saison nicht erst im Frühjahr, sondern lange vorher im Spätherbst. Deutsche Rennfahrer haben es dabei nicht immer einfach, der Winter läßt das Training auf der Strasse oft nicht zu. Mitte November ging überhaupt nichts mehr in Ansbach und Umgebung. An einem Tag setzte sich Telekom-Profi Jörg Jaksche, Ansbachs Jung-Radstar bereits um 6 Uhr an das Steuer seines Auto um zu seinem Team-Kollegen Udo Bölts in die Pfalz zu fahren.

Gemeinsam trainieren ist allemal besser, als alleine "in der Gegend rumzueiern". Aber daraus wurde auch nichts, Jaksche blieb im Schneechaos stecken und fuhr wieder nach Ansbach zurück und trainierte zweieinhalb Stunden auf der Rolle.

Die Wetterunbilden akzeptieren Radprofis wie Jaksche in den Wintermonaten nur widerwillig. An eine gezielte Vorbereitung ist unter diesen Umständen nicht zu denken, deshalb fuhr Jaksche zur Vorbereitung für einige Zeit nach Italien zu seinem Teamgefährten, dem Alpe d´Huez- Helden diesen Jahres Guiseppe Guerini. Guerini und Jaksche kennen sich


Jörg Jaksche
nicht erst seit sie gemeinsam bei Telekom fahren. Auch bei Polti waren die beiden bereits Mannschaftskollegen.

Anfang dieser Woche fuhr Jaksche ebenso wie etwa Jan Ullrich für zwei Wochen nach Fuerteventura, wo Jaksche "richtig Kilometer fressen will". Die Jahrtausendwende verbringt er dann wieder in der Heimat wo er sich mit Skilanglaufen, Mountainbiken, Skifahren und Krafttraining fit halten will. Im Januar geht es dann zum obligatorischen Trainingslager nach Mallorca. Ob er dann in Mallorca gleich sein erstes Rennen, bei der dortigen Rundfahrt bestreitet oder ob er erst in Südafrika, einige Tage später sein erstes Rennen bestreitet, ist dem sympathischen Ansbacher allerdings egal. Hauptsache kein Schnee und Eis mehr...

Tex/Foto: Hans Will

Der sportliche Werdegang von Jörg Jaksche

Beginn 1988 ohne vorher ein Rennen gefahren zu sein. Unter seinem damaligen Trainer Harry Schwager bestritt er sein erstes Schülerrennen am 13.4. 1989 in Fürth und beendete es auf dem 15. Rang. In seinem ersten Jahr wurde er noch Ansbacher Stadtmeister und Dritter der mittelfränkischen Meisterschaften. Im zweiten Schülerjahr 1990 wurde er wieder Stadtmeister und jeweils dritter bei den bayerischen bzw. nordbayerischen Meisterschaften.

1991 Jugend 18 Saisonerfolge, nordbayerischer Meister, bayerischer Vizemeister, 5.Platz Deutsche Meisterschaft, Aufnahme in den BDR Nachwuchskader, Trainer und Betreuer Harry Schwager.

1992 Jugend 20 Saisonerfolge, nordbayerischer Meister, 3.Platz bayerische Meisterschaft Straße, Bayerischer Bergmeister, 7.Platz Deutsche Meisterschaft Straße, Deutscher Meister Vierer Strasse, Deutscher Vizemeister Vierer Bahn.

1993 Junioren Trainer Bundestrainer Siegfried Möckel und Heimtrainer Harry Schwager, Betreuer Werner Wiegner. Erfolge 3.Pl. Bay. Meisterschaft Strasse, 4.Südd. Meisterschaft, 3.DM Straße, Deutscher Meister Vierer Straße, 38. WM Einer Strasse, Vizeweltmeister Vierer, Bundesliga Sieg RG Bavaria.

1994 Zweites Jahr Junioren Trainer Siegfried Möckel, Betreuer Werner Wiegner. Erfolge Deutscher Meister Einer Strasse, Deutscher Meister Vierer Strasse, Bundesligasieg mit der RG Bavaria.

1995 Erstes Jahr als Amateur, Wechsel nach Öschelbronn, Aufstieg in die A-Klasse, Mannschafts-Bundesliga-Sieg. Trainer Hans Holcer und Bundestrainer Peter Weibel, Betreuer Andy Beck.

1996 Amateur, 9.Platz WM U23 im Einzelzeitfahren, 9.Platz WM Einer Strasse, Mannschaft-Bundesliga-Sieg.

1997 Wechsel zum Polti Team nach Italien als Profi unter dem sportlichen Leiter G.-L. Stanga, Betreuer Andy Beck. Erfolge: Militärweltmeister im Einzelzeitfahren, 3.Pl. Militärweltmeisterschaft Strasse, WM Teilnahme in San Sebastian, 24.Tour de Suisse, 9. Platz bei einer Etappe TdS.

1998 3.Platz Deutsche Meisterschaft, 28. TdS/4.Pl. Schlußetappe, sensationeller 18.Platz bei der Tour de France.

1999 Wechsel zum Team Deutsche Telekom unter den sportlichen Leitern Rudy Pevenage und Walter Godefrot, Teilnahme an der Tour und der Vuelta, 11.Platz Giro de Veneto.

(Hans Will, nach Angaben von Harry Schwager)







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