Rheinländerin Kapitänin in neuem Schweizer Team
Tanja Hennes: "Frauen gehören in die Küche!"
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11.12.02 (rsn) - Rheinländer und Franken unterscheiden
sich von der Mentalität her schon ziemlich, da ist es dann eigentlich
auch nicht so sehr überraschend, wenn die in Koblenz gebo- rene
und in Neuwied aufgewachsene Tanja Hennes nach einem |
Jahr bei der "Equipe Nürnberger"
stöhnt: "Die sind mit meinem Temperament einfach nicht zurechtgekommen."
Im kommenden Jahr fährt die 31-Jährige beim neuen Schweizer
Profi-Team "Next125", das - ironischerweise -
von einem Nürnberger Küchenhersteller gesponsort wird.
Tanja Hennes gewann 2001 die Bundesliga-Serie
der Frauen und wurde daraufhin sogleich verpflichtet von der "Equipe
Nürnberger". Hennes fuhr eine sehr ordentliche Saison 2002
und setzte gleich zu Saisonbeginn mit einer Top 10-Platzierung
beim Frauen-Weltcup-Rennen "Primavera Rosa" in San Remo
ein kräftiges Ausrufezeichen. Glücklich wurde
sie dennoch nicht bei der einzigen deutschen Frauen-Profimannschaft,
die sich gern als "Team Telekom im Frauenradsport" sähe, die jedoch
in der abgelaufenen Saison dem eigenen Anspruch
ganz und gar nicht gerecht wurde.
"Der Zusammenhalt mit den Fahrerinnen war einfach fantastisch,
sowas habe ich noch nie erlebt. Aber die Teamführung...!", stöhnt Tanja Hennes.
"Bei der Equipe gibt es nicht einen Teamchef, sondern vier und
wenn es nicht läuft gibt der eine dem anderen die Schuld.
In den Rennen gab es diese Saison meist ein taktisches Chaos im Team.
Und wehe, wenn Du was gesagt hast..."
Bei der "Equipe" bleiben wollte Tanja Hennes ("Die haben mich vier
Wochen hingehalten") nicht. Nach den Star-Einkäufen, den Verpflichtungen von Petra Roßner und Judith Arndt,
wollte die Teamleitung sie nur noch zu Bundesliga-Einsätzen schicken,
nicht mehr zu großen internationalen Rennen, sagt sie.
"Klar, ich verstehe es ja schon, dass die Equipe künftig
bei den großen Rennen auf Roßner, Judith Arndt und Hanka Kupfernagel setzen will. Aber
ich traue mir auch bei einigen Weltcup-Rennen wie San Remo oder Amstel Gold
Race eine Podiumsplatzierung zu. Ich möchte meine Chance nutzen."
So war es denn für die Rheinländerin keine schwere Entscheidung,
als im letzten September beim Nürnberger
Altstadtrennen die Teamverantwortlichen
des Schweizer Amateurteams "Next125",
gesponsort vom fränkischen Einbau-Küchenhersteller Schüller, auf sie zukamen
und ihr die Pläne für den Aufbau einer jungen Profimannschaft
mit einer routinierten Straßenfahrerin als Kapitän schilderten.
"Tja, Frauen gehören eben in die Küche", lacht Hennes,
die nun wirklich alles andere ist als ein "Heimchen am Herd" und die
auf die Fragebogen-Frage nach ihren Hobbies mal ironisch "Basteln und Backen"
oder auch schon mal trocken "Männer" angibt.
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"Bei 'Next 125' bin ich Kapitänin - und ich bin von meinen jungen
Schweizer Teamkolleginnen dazu gewählt worden. Das macht mich schon etwas stolz,
das ist ein schönes Kompliment. In jedem Falle bin ich lieber die Kapitänin
in einem neuen, jungen Außenseiter-Team als die Nummer 14
in der Equipe Nürnberger", sagt sie.
Eines ihrer Saisonhighlights
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Frauen in der Küche Das neue Team "Next 125"
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(und auch das ihres neuen fränkischen Sponsors)
wird das Nürnberger Altstadtrennen sein, das
2003 zum Frauen-Weltcup zählt.
Natürlich würde sie es gerade dort, beim "Heimspiel"
der "Equipe Nürnberger", den vielen Teamchefs ihres alten Teams
("Nächstes Jahr sind es bestimmt noch mehr als vier")
gern zeigen, dass man mit ihr auch international noch rechnen muss.
Noch mehr aber freut sie sich auf
die classicissima, auf San Remo im März.
"Man will sich ja immer verbessern", sagt Tanja Hennes.
Zuletzt war sie dort Achte.
Kersten Volk
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