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24.05.98 - Wenn es bei Mario Cipollini läuft, dann läuft es
richtig. Während der 31jährige beim Giro-Start noch mit
den Giro-Organisatoren gehadert hatte, weil sie den Sprintern nicht
genug Respekt entgegenbrächten und "Cipolla" bei den ersten Etappen
viel Pech hatte, ist der Knoten dann geplatzt und nun scheint Cipollini
nicht mehr zu halten zu sein. Mit seinem Triumph am Sonntag bei der achten |
Etappe des Giro hat er nun schon insgesamt 24 Girosiege errungen, mehr
als Fausto Coppi und Francesco Moser.
Die 191km der achten Etappe von Matera nach Lecce waren
die 154 Fahrer zunächst sehr ruhig angegangen. Bei hochsommerlichen Temperaturen
und starkem Wind fuhren die Rennfahrer auf den ersten 100km einen Schnitt
von gerade mal 32km/h und das Feld hatte einen Rückstand von weit
über einer Stunde auf die Marschtabelle. Etwas Bewegung ins Feld kam erst bei KM 113 ins
Peloton als die Intergiro-Wertung anstand. Michele Bartoli (Asics)
ersprintete sich dabei die sechs Sekunden Zeitbonifikation und verringerte
so seinen Rückstand auf das Rosa Trikot von Alex Zülle von 11 auf
nur noch 5 Sekunden. Bartoli scheint festentschlossen, das Maglia Rosa
an seinem 28. Geburtstag am Mittwoch zu tragen.
Nach der Intergiro-Wertung trat Frederico Profetti (Amore e Vita) an,
Angelo Canzonieri (Ballan) konterte und in der Folge bildete
sich eine Fluchtgruppe mit Profetti, Canzonieri sowie Andrea Brognara
(Riso Scotti), Mauro Radaelli (Vini Caldirola), Marco Saligari (Casino),
Luca Gelfi (RosMary), Stefano Casagranda (Riso Scotti) und Dario Frigo (Saeco).
Diese achtköpfige Spitzengruppe hatte 50km vor dem Ziel einen Vorsprung
von 1:30 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Dario Frigo rechnerisch die
Führung in der Gesamtwertung inne.
Das Feld reagierte. Die Polti-Mannschaft von Luc Leblanc machte das Tempo
und 41km vor dem Ziel waren die Ausreißer wieder gestellt. Prominentes
Opfer der Aufholjagd wurde dabei Marco Pantani; als das Feld auseinanderriß
aufgrund des hohen Tempos, fand sich Giro-Favorit Pantani plötzlich
ganz hinten wieder. Zwischenzeitlich verlor der Italiener fast 50 Sekunden
auf Zülle und Co. aber schließlich gelang es Pantani und seinem
Team, den Anschluß wiederherzustellen.
Auf der ersten von drei zu absolvierenden 4km-Schlußrunden in Lecce
setzten sich Elio Aggiano (Vitalicio) und Marco Serpellini (Brescialat)
vom weit auseinandergerissenen Peloton ab und setzten die Teams der Sprinter
in Zugzwang. Erst 500 Meter vor dem Ziel waren die beiden wieder eingefangen.
"Ich habe nie daran gezweifelt, daß wir die beiden wieder
einholen", so Cipollini nach seinem ungefährdeten Sprintsieg. "Mein
Team fuhr wie auf Motorrädern und wir haben mit sowas viel Erfahrung. Alles
lief perfekt."
Mario Cipollini hat nun mit seinen 24 Tageserfolgen beim Giro so legendäre
Rennfahrer wie Fausto Coppi (22 Girosiege) und Francesco Moser (23) hinter sich
gelassen. Seinen Fans präsentierte sich "SuperMario" am Sonntag
im blau-schwarzen Inter-Mailand-Trikot mit der Nummer 10, das ihm
Superstar Ronaldo bei einem Treffen Anfang des
Jahres geschenkt hatte.