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17.05.98 - Mariano Piccoli (Brescialat) gewann am Sonntag die erste Etappe
des Giro d'Italia. Mit einem Überraschungsangriff
auf den letzten 1.000 Metern machte der Bergspezialist den Sprintern einen
Strich durch die Rechnung. In der Gesamtwertung
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behielt Alex Zülle, der
im großen Hauptfeld zeitgleich mit dem Sieger die Etappe beendete, die
Führung.
Die erste Etappe, die über 159 km von Nizza nach Cuneo führte,
war zunächst von einer dreiköpfigen Fluchtgruppe geprägt worden.
Marzio Bruseghin (Brescialat), Paolo Bettini (Asics) und Mirko Gualdi (Polti)
gelang es zwischenzeitlich, einen Vorsprung von 5:45 Minuten auf das Hauptfeld herauszufahren.
Mit über fünf Minuten Vorsprung fuhr das Trio auch noch über
den 1.321 Meter hohen Colle di Tenda, aber von da ab schmolz ihr Vorsprung dahin.
Nach dem Colle di Tenda begannen im Feld die Teams der Top-Sprinter für
das Tempo zu sorgen. Vor allem Riso Scotti, Ballan und TVM hielten das
Tempo im Peloton hoch. 14 Kilometer vor dem Ziel lagen die drei Ausreißer
nur noch 52 Sekunden vor dem Hauptfeld und knapp fünf Kilometer
weiter hieß es schließlich über den Streckenfunk
"Gruppo compatto". Marzio Bruseghin konnte sich am Ende des Tages
zumindest trösten mit dem Gewinn des Berg-Trikots.
Nach dem Zusammenschluß etwa 9 Kilometer vor dem Ziel sprach
zunächst alles für einen Sprintersieg. Auch Cipollini's
Saeco-Truppe, die bis dahin wenig bis gar nichts für die Tempoarbeit getan
hatte, fand sich an der Spitze des Feldes ein. Vorne im Peloton
drängelten sich vier Kilometer vor dem Ziel die Teams Vitalicio,
Ballan, Saeco, TVM, Riso Scotti und schließlich wollten auch noch
einige Kelme-Fahrer für ihren etatmäßen Sprinter Angel Edo
ganz nach vorne.
In einem Verkehrskreisel zirka 1.500 Meter vor dem Ziel brachte dann
ein Sturz, bei dem es keine Verletzten zu beklagen gab, das Feld etwas
durcheinander. Vielleicht auch deshalb gelang es Mariano Piccoli,
eigentlich eher ein Kletterspezialist, knapp einen Kilometer vor
dem Zielstrich sich etwas vom dahinrasenden Feld abzusetzen.
Auf den letzten hundert Metern wurde es für Piccoli, der bereits
eine Giro-Etappe (1995 die 15. Etappe in Lenzerheide/Schweiz) und zwei
Mal die Bergwertung des Giro d'Italia gewinnen konnte, noch einmal
sehr eng. Der 27jährige mußte auf größere
Jubel-Aktionen verzichten, ganz knapp erreichte Piccoli das Ziel vor den
hinter ihm heranschießenden Sprintern.