Organisatoren freuen sich: Es wird ein "Giro di qualitá"
04.03.98 - Im letzten Jahr sagten viele Experten dem Giro d'Italia
schwere Zeiten voraus. Immer mehr Spitzen-Teams und die Top-Fahrer schienen
den Giro zu meiden: Die alles verdrängende Tour schien auch noch das
Heiligtum Giro zu verschlingen. In diesem Jahr soll die Trendwende geschafft werden,
der Giro will seine Stellung als zweitwichtigstes Rennen der Welt
verteidigen.
Giro-Cheforganisator Carmine Castellano ist sehr
zufrieden mit dem Niveau der ersten 16 Teams, die die Rennleitung dieser Tage offiziell
zum Rennen einlud. "Dieses Jahr können wir in der Tat
sehr zufrieden sein," sagt Castellano. "Der 81. Giro d'Italia
hat ein optimales Startfeld. Wir haben die großen ausländischen
Teams und deren Topleute, etwa die Schweizer Zülle und Richard,
die viel zeigen wollen. Nur Jan Ullrich fehlt leider, aber
eines Tages wird auch das junge deutsche Phänomen soweit sein,
daß er zwei große Rundfahrten absolvieren kann."
Die ersten 16 Teams,
die zum Giro 1998 eingeladen wurden:
Asics-CGA
Ballan
Brescialat-Liquigas
Cantina Tollo
Mapei-Bricobì
Mercatone Uno-Bianchi
Team Polti
Riso Scotti-Aiwa
Ros Mary-Amica Chips
Saeco-Cannondale
Scrigno-Gaerne
Casino
Festina-Lotus
Kelme-Costa Blanca
TVM-Farm Frites
Vitalicio Seguros
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Die Auswahl der ersten 16 Teams, die zum Giro eingeladen werden,
orientierte sich in erster Linie an der UCI-Teamwertung. Castellano:
"Wir haben 16 der besten 25 Teams der aktuellen UCI-Wertung.
Und wir haben die Garantie der Teams, daß sie mit ihren Topfahrern
antreten."
Wie bei der Tour de France wird auch beim Giro das Teilnehmerfeld
verkleinert. In diesem Jahr starten insgesamt 18 Teams mit je neun
Rennfahrern, also insgesamt 162 Rennfahrer werden am 16. Mai
in Nizza an den Start gehen. "Was zählt ist die Qualität",
sagt der Giro-Chef. "Beim Giro 1973 waren nur 120 Fahrer am Start
und 1975 hatten wir nur 90 Rennfahrer. Dieses Jahr haben wir 162.
Das Spektakel wird nicht kleiner, denn wir haben mehr Qualität.
Und ein kleineres Feld bedeutet auch mehr Sicherheit und weniger
Verkehrsprobleme.".
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Zu den jetzt feststehenden 16 Teams wird die Giro-Organisation, die
von "RCS Sport" im Auftrag der Gazzetta dello Sport ausgeübt wird,
noch zwei weitere Teams Ende März einladen.
Welche das sein werden, ist noch völlig offen. Fest steht jedoch jetzt
schon, daß mehrere italienische Profi-Teams nicht dabei sein werden
können. Ein italienisches Team nicht beim Giro- das ist meist
das Ende der Sponsorenaktivität, das Ende des Teams.
Castellano dazu: "Wir rechnen mit mindestens fünf italienischen
Teams, die ihre Ansprüche anmelden werden. Aber wir werden streng
nach technischen Kriterien entscheiden. Wir haben ein großes
Rennen und wir können uns einfach nicht erlauben, alle mitmachen zu
lassen. Im Moment sind in Italien einfach zuviele Profi-Teams und
Profi-Rennfahrer. Aber nicht alle davon sind auch wirklich professionell.
Mit der Öffnung der Kategorien (Amateur/Profis) ist es so, daß
wenn eine Elite-Gruppe, die einen Sponsor findet, automatisch zu einem
'Profi-Team' wird. Und die wollen dann auch automatisch zum Giro eingeladen
werden. Wir können das aber nicht zulassen." -
"Beim Giro d'Italia können wie bei der Tour de France nur solche
Mannschaften teilnehmen, die dem Niveau des Ereignisses auch gerecht werden.
Und im italienischen Radsport gibt es nur 10-12 Mannschaften mit hohem
Niveau, nicht mehr."
[Gazzetta dello Sport]
S.a.
23.11.97 Präsentation des Giro 98