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"Davon habe ich geträumt" - Museeuw gewinnt zum 3. Mal die Flandern-Rundfahrt
05.04.98 - Johan Museeuw hat sich am Sonntag mit seinem dritten
Sieg bei der Ronde van Vlaanderen bei seinen flandrischen
Landsleuten unsterblich gemacht. Eine Attacke knapp 30 Kilometer
vor dem Ziel überraschte alle seine Konkurrenten. "Dies ist der
schönste Sieg meiner Karriere", so der 32jährige
nach seinem Sieg bei dem "Monument" des Radsports.
Johan Museeuw
Geb. 13.10.1965 in Varsenare (Belgien)
Wohnort: Gistel (bei Ostende)
1,84 m, 70 kg
Verheiratet, 1 Kind
Profi seit 1988
Teams: ADR (88-89), Lotto (90-92),
GB-MG (93-94), Mapei (seit 1995)
Weltrangliste: 15.
Größte Erfolge:
Weltcup-Sieger 1995 und 1996,
Weltmeisterschaft 1996 (Lugano),
Belgischer Meister 1992 u. 1996,
Flandern-Rundfahrt 1993,
Flandern-Rundfahrt 1995,
Flandern-Rundfahrt 1998,
Paris-Roubaix 1996,
Meisterschaft von Zürich 1991 u. 1995,
Paris-Tours 1993,
Amstel Gold Race 1994,
A travers le Morbihan 1990,
GP E3 1992 u. 1998,
GP Wielerrevue 1993,
Dwars door Belgie 1993,
Kuurne-Brüssel-Kuurne 1994 u. 1997,
Trofeo Laigueglia 1995,
Omloop Vlaamse Ardennen 1995,
Druivenkoers 1995,
Flèche Brabanconne 1996 u. 1998,
Circuit Mandel-Lys-Escaut 1996,
GP Eddy-Merckx 1995.
2 Etappen der Tour de France 1990 (Mt. St Michel u. Paris).
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Museeuws entscheidende Attacke kam 26km vor dem Ziel, kurz vor dem Tenbosse, dem
13. der insgesamt 15 giftigen Anstiege im Parcours des Rennens.
An fast der gleichen Stelle hatte Museeuw bereits bei seinen
Flandern-Rundfahrt-Siegen 1993 und 1995 den Grundstein seiner Triumphe
gelegt. Der Weltmeister von 1996 trat an und
in der bis dahin führenden Gruppe zögerte man etwas,
keiner wollte die Lücke zufahren und eh man sich versah war Museeuw
bereits einige Hundert Meter weg.
Von da an fuhr Museeuw alleine vor seinen Verfolgern bis ins Ziel.
Schnell hatte Museeuw einen 1-Minuten-Vorsprung herausgefahren und
diesen Vorsprung gab er bis ins Ziel nicht mehr ab.
In der Verfolgergruppe mit den anderen Favoriten wie Andrej Tchmil,
Van Petegem, Emmanuel Magnien und Michele Bartoli arbeitete man zwar
gut zusammen, aber gegen einen wie entfesselt fahrenden Johan Museeuw
gelang es nicht, Boden gutzumachen.
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Michele Bartoli und Andrej Tchmil versuchten noch mehrmals
Gegenangriffe, die aber alle nicht fruchteten. Museeuws
Vorsprung kam nie in Gefahr, wobei ihm auch zugute kam, mit
Franco Ballerini und Stefano Zanini zwei Teamkameraden in der Verfolgergruppe zu haben.
Mit über 1 Minute Vorsprung vor seinen Verfolgern kletterte
Johan Museeuw über die 20-Prozent-Rampe der Muur van Geraardsbergen.
Auf den Straßen des Zielortes kam er schließlich
mit komfortablem Vorsprung an, er schaute sich sicherheitshalber
noch einmal um und jubelte dann schon 500, 600 Meter vor dem
Ziel vor Tausenden von frenetisch klatschenden Zuschauern.
Der 32 Jahre alte Johan Museeuw, der nunmehr bereits auf acht Siege bei Weltcuprennen
zurückschauen kann, schrieb mit seinem nach 1993 und 1995
nun dritten Sieg bei der Ronde Renngeschichte.
Bis dahin war es erst drei Rennfahrern in der 86jährigen Geschichte
des Rennens gelungen, hier drei Mal zu gewinnen.
"Jetzt habe ich, was ich wollte: drei Mal die Flandern-Rundfahrt gewinnen",
so Musseuw im Ziel. "Letzte Nacht habe ich davon geträumt."
Stimmen:
Johan Museeuw:
"Ich habe meine Attacke nicht geplant, aber als ich die anderen
ansah, merkte ich, daß ich noch der frischeste war.
Der Wind hat mir keine Sorgen gemacht, ich wußte, daß
er nach dem Bosberg von hinten kommen würde.
Dies ist der wahrscheinlich schönste Sieg meiner Karriere.
Ich war der Favorit und mit meinen Angriff rechnete jeder und trotzdem
war ich erfolgreich. Meine Freude wird nur vom Unfall von
Rudy Dhaenens [s.a. Bericht]
übeschattet. Ich kenne Rudy ja sehr gut."
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Der Film
15:12h, KM 211 Am Kwaremont führen Tafi, Michaelsen,
Durand mit 7 Sekunden Vorsprung
15:19h, KM 215 Padersberg: Sturz von Van Bon und Heulot,
Museeuw führt das Feld mit allen Favoriten an.
15:28h, KM 220 Kortekeer; Frederic Guesdon attackiert
15:34h, KM 224 Taaienberg: Guesdon hat 40sec Vorsprung
vor dem Feld mit allen Favoriten
15:44h, KM 229 Am Eikenberg hat Guesdon 1:10min Vorsprung
16:00h, KM 242 Berendries: Guesdon ist gestellt, an der Spitze
Museeuw, Tchmil, Petegem, Bartoli, Sunderland und Magnien. Auch Erik Zabel
hält noch Kontakt zur Spitze.
16:12h, KM 247 Kurz hinter Brakel attackiert Jiohan Museeuw
16:27h, KM 260 An der Muur van Geraardsbergen jubeln Tausende
mit flandrischen Fahnen Museeuw zu, sein Vorsprung jetzt 1:05min.
Zabel nicht mehr vorn dabei.
16:45h, KM 276 Musseuw erreicht den Zielort Ninove, Vorsprung
noch immer über 1 Minute. Museeuw schaut sich um, reckt den Arm zum
Triumph hoch.
16:47h, KM 277 Ziel erreicht: Johan Museeuw gewinnt die 82. Flandern-Rundfahrt.
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Patrick Levere, Mapei-Teamchef:
"Ich hatte schon fast aufgegeben nach Johan Museeuws Sturz zur Mitte
des Rennens. Er musste sein Rad wechseln und verlor viel Zeit.
Ich habe zu Tafi gesagt, er soll vorne ein bißchen das Tempo rausnehmen.
Johan hat sich beim Sturz am Rücken sehr wehgetan und ich musste
ihn beruhigen. Ich roch ein bißchen Panik bei ihm. Glücklicherweise
hat er seine Moral wiedergefunden. Die Verpflegungskontrolle
stand an und wir konnten das Team neu gruppieren. Nach dem Kwaremont
ging es wieder besser. Als Johan seinen Angriff startete, wußte
ich, das dies eine aussichtsreiche Attacke war."
Stefano Zanini, Zweiter und neuer Weltcup-Führender:
"Ballerini hat mir beim Sprint um Platz Zwei geholfen. Ich wollte
unbedingt das Trikot des im Weltcup Führenden bei Paris-Roubaix
tragen."
Andrej Tchmil, Dritter:
"Das war heute der schlimmste Tag meiner Karriere. Ich stürzte,
hatte zweimal Defekt, musste zwei Mal das Rad wechseln. Wenige Fahrer
hätten an meiner Stelle das Rennen als Dritter beendet.
Ich freue mich über Platz Drei. Museeuw habe ich gratuliert,
es ist auch ein Sieg von seinem Team. Als er attackierte, war ich
überrascht, ich war nicht gut plaziert und niemand arbeitete
richtig mit bei der Verfolgung."
Ergebnisse: Ronde van Vlaanderen 1998
03.04.98 82. Flandern-Rundfahrt - Die Favoriten
28.03.98 "Nicht schlecht für einen alten Mann" - Museeuw gewinnt E3-Prijs
24.03.98 Flandern-Rundfahrt: Wildcards vergeben
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