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Neue EPO-Nachweise bei der Tour
Entscheidung fällt am Donnerstagnachmittag

21.06.00 - Die endgültige Entscheidung, ob bereits bei der am 1. Juli beginnenden Tour de France die neue Analysemethode, mit der erstmals Manipulationen mit dem Dopinghormon Erythropoitin (EPO) zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, eingeführt wird, fällt der internationale Radsportverband UCI am (morgigen) Donnerstag. Dies verlautete am Mittwoch aus UCI-Kreisen.

Die drei von der UCI bestallten Wissenschaftler, die das Verfahren seit gut einer Woche begutachten, werden ihre Ergebnisse am Donnerstag ihren Auftraggebern bekanntgeben. Das Dopinglabor von Châtenay-Malabry bei Paris hatte erstmals ein Verfahren entwickelt, mit dem man im Urin künstlich beigegebenes, biotechnisch hergestelltes EPO von körpereigenem anhand der Molekularstruktur unterscheiden kann. Bisher konnte EPO-Doping nicht nachgewiesen werden. Der bekannte Hämatokrittest, dem u.a.
Marco Pantani beim Giro 1999 "zum Opfer" fiel, belegte nur die mehr oder weniger hohe Wahrscheinlichkeit von EPO-Doping.
Hintergrund
  • Was ist EPO?
  • EPO-Nachweise erstmals bei der Tour
  • UCI-Präsident: "Mißtrauen wird abnehmen"
  • Die "sauberste Tour, die möglich ist"
  • Die UCI hatte drei Bedingungen aufgestellt, damit das in der Sportmedizin als revolutionär geltende Verfahren innerhalb nur wenigen Wochen bereits bei der Tour de Frane ab 1. Juli erstmals eingesetzt werden kann. Die erste Bedingung war die wissenschaftliche Veröffentlichung des Verfahrens, was am 8. Juni in der britischen Fachzeitschrift Nature geschah. Weitere Bedingung war die Absegnung des Verfahrens durch eine unabhängige Expertenkommission, in die der Spanier Jordi Segura, der Norweger Peter Hemmerbach und der Schwede Bo Berglund berufen worden waren.

    Auch die dritte Vorbedingung, die Überprüfung des Verfahrens mit einem sogenannten doppelten Blindtest mit 220 Testproben wird bis Donnerstag abgeschlossen sein.

    Der Präsident der UCI, Hein Verbruggen wird sich am Donnerstag mit dem Vorsitzenden der medzinischen Kommission der UCI, Dr. Schattenberg, und dem UCI-Justiziar Verbiest treffen und dann die Entscheidung fällen, ob die neuen Nachweise bereits bei der Tour angewandt werden können.

    Makabre Werbung Das Unternehmen "BBBiotech" macht in Zeitungsannoncen Werbung mit dem Bild eines Radrennfahrers. Im Text der Anzeige heißt es: "EPO macht nicht nur in der Sportwelt Schlagzeilen"...

    Die Möglichkeit eines EPO-Nachweises gilt als Durchbruch im Kampf gegen diese Form des Blutdopings. "Kein Fahrer wird mehr mit EPO betrügen können. Wir werden die sauberste Tour haben, die möglich ist", hatte vor kurzem Jacques de Ceaurriz, der Direktor des Labors in Chatenay-Malabry, erklärt.

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