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Tour de France |
Neue EPO-Nachweise bei der Tour Expertenkommission hat noch Zweifel
Drei vom IOC benannte Ärzte - Jordi Segura (Spanien), Peter
Hemmerbach (Norwegen) und Björn Ekblom (Schweden) - haben das neue
Testverfahren geprüft und sollten es für praktikabel erklären.
Zwei dieser Wissenschaftler sind bislang nicht hundertprozentig
überzeugt von der
In einem offiziellen UCI-Statement hieß es,
man werde nun "in den nächsten Tagen die Auswirkungen
dieses Expertenurteils prüfen und über das weitere Vorgehen
beraten". Ob die verbleibenden neun Tage bis zum Beginn der Tour
de France ausreichen, das Verfahren doch noch durchzubringen,
ist nun eher zweifelhaft.
Makabre Werbung Das Unternehmen "BBBiotech" macht in Zeitungsannoncen Werbung
mit dem Bild eines Radrennfahrers. Im Text der Anzeige heißt es: "EPO macht nicht
nur in der Sportwelt Schlagzeilen"...
Zum ersten Mal bestand die Chance, über Urin- Tests zwischen
körpereigenem und synthetisch hergestelltem EPO zu unterscheiden.
Bisher war über Blutkontrollen nur ein Annäherungswert gefunden
worden, der keinen schlüssigen Doping- Nachweis zuließ. Bei einem
Hämatokritwert von über 50 Prozent fester Bestandteile im Blut folgte
bisher durch die UCI eine Wettkampfverbot für 14 Tage aus
«Gesundheitsschutz».
Ein auffällig hoher Hämatokritwert, wie er beispielsweise im
Vorjahr beim Giro d'Italia dem Spitzenreiter Marco Pantani aus
Italien zum Verhängnis geworden war, muss nicht zwingend auf die Gabe
von EPO zurückzuführen sein. Ein Wasserverlust im Körper oder
Training in der Höhe über 3 000 Meter vermehren ebenfalls die roten
Blutkörperchen und erhöhen den Hämatokritwert.
Nach eigenen Angaben können die Mediziner in Chatenay-Malabry EPO
bis drei Tage nach der Injektion im Urin nachweisen. Pro Woche können
maximal 80 Proben analysiert werden. Die Dauer dafür betrage 48 bis
72 Stunden, wie Labor-Chef Jacques de Caurriz mitteilte. Die
Testpremiere im Wettkampf sollten am kommenden Sonntag bei den
französischen Straßen-Meisterschaften stattfinden.
Der 1998 bei der Tour enttarnte Betreuer des Festina-Teams, Willy
Voet (Belgien), hatte in einem Enthüllungsbuch geschrieben, dass sich
verschiedene Profis während der Tour ständig EPO gespritzt hätten.
Von der Polizei vernommene Spitzenfahrer, unter anderen Ex-
Weltmeister Alex Zülle (Schweiz), gaben EPO-Gebrauch zu und
bestätigten indirekt Voets Version.
Caurriz und sein Team untersuchten 102 eingefrorene Urinproben der
Tour'98, davon wiesen 28 erhöhte EPO-Konzentrationen auf. Die 14
höchsten wurden analysiert - alle zeigten das Muster von gentechnisch
22.06.00 Entscheidung "heute abend oder morgen früh" |