Der künftigen GS-III fehlt noch ein Sponsor
DHfK Leipzig: Studenten und Lehrlinge als Profis
Nach den Abgängen setzt das Team auf Jugend / Radochla bald zu Festina ?
18.12.00 (dpa/ost) - Profis sind die Radsportler des SC DHfK
Leipzig bisher nur auf dem Papier. Obwohl sich das Team für das
kommende Jahr zum ersten Mal als GS-III-Mannschaft angemeldet hat,
fehlt den Messestädtern noch das nötige Geld, um den Profi-Status
finanziell zu untersetzen. Mit dem Jahreswechsel endet das Engagement
des bisherigen Hauptsponsors Milram, im deutschen Osten unter Bunte
Berte bekannt. Nun sucht der Leipziger Sportclub fieberhaft nach
einem neuen Geldgeber. «Mit mehreren Kandidaten führen wir Gespräche.
Eine Entscheidung wird wohl in den kommenden Tagen zu erwarten sein»,
erklärt Trainer Michael Schiffner, der von einem positiven Ausgang
überzeugt ist.
Obwohl einige kleine Sponsoren den Messestädtern weiterhin den
Rücken stärken, steigt bislang noch niemand ins große Geschäft ein.
In Sachsen herrscht nur wenig Interesse, ein Profi-Radteam zu
unterhalten. Ein Hersteller für Nahrungsmittel aus den alten
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Bundesländern sei laut Schiffner nicht abgeneigt, doch die endgültige
Zusage fehle noch. Das «Brandenburger Modell» der Agro Adler, das in
einem Sponsoren-Pool viele gleichwertige Geldgeber vereint, hat im
Freistaat noch nicht gegriffen.
Schließlich kommen neben den bisher finanziell beschränkten
Möglichkeiten auch noch sportliche Verluste hinzu. Zwei talentierte
Radsportler haben Leipzig den Rücken gekehrt. Der 22-jährige Robert
Förster, Gewinner des Grünen Trikots bei der diesjährigen
Friedensfahrt, wechselt zum Team Nürnberger. Der gleichaltrige
Steffen Radochla hat einen Vorvertrag bei Festina
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Uwe Ampler beendete seine Karriere in diesem Jahr
im Trikot der DHfK Leipzig. Auch Hauptsponsor "Milram/Bunte Berte"
ist künftig nicht mehr dabei.
Foto: Mario Stiehl
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unterschrieben und
steht unmittelbar vor dem Absprung. Routinier Uwe Ampler (36) zog
einen Schlussstrich unter seine Karriere.
"Werden wieder auf Jugend setzen"
Gleichwertiger Ersatz ist beim SC DHfK nicht in Sicht. «Wir werden
wieder auf die Jugend setzen», sagt der 51-jährige Trainer. Die erst
18-jährigen Chemnitzer Alexander Peter und Dennis Freitag kommen als
Teamkollegen für Fahrer aus den eigenen Reihen wie Hanjo Veit in
Frage. Von den erfahrenen Aktiven Enrico Poitschke oder Timo Scholz
wird erwartet, dass sie den aufstrebenden Talenten mehr als nur in
den Sattel helfen.
Trotz aller Schwierigkeiten verteidigt Schiffner den Schritt ins
Profilager. «Im Großen und Ganzen ändert sich für uns nur wenig»,
erklärt der ehemalige Radsportler. «Nach wie vor haben wir eine
Sportgruppe mit Amateurstatus, mit Studenten und Lehrlingen.»
Schiffner hofft jedoch, dass seine Truppe nun an einigen höher
klassifizierten Rennen teilnehmen kann, beispielsweise an der Hessen-
Rundfahrt. Anlass für Höhenflüge sieht der Teamchef aber auch
sportlich nicht «Wir fahren weiter in der dritten Liga und sind
meilenweit von der zweiten entfernt.»
Jeroen van der Hoef
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