13.06.98 - Richard Virenque (Festina) gewann am Samstag die
sechste Etappe der Dauphiné Libéré, eine schwere
Bergetappe über 161km mit insgesamt 7 Bergen. Virenque, einer der
Hauptgegner von Jan Ullrich bei der in vier Wochen beginnenden Tour de France
zeigte sich in glänzender Form. Jens Voigt (Gan) hielt sich wiederum
ausgezeichnet, er konnte zwar auf den weiterhin in der Gesamtwertung
führenden Armand de las Cuevas (Banesto) keinen Boden gutmachen,
aber der Berliner liegt weiter auf dem dritten Rang und kann sich berechtigte
Hoffnungen machen, das am Sonntag zu Ende gehende Rennen der Ehrenkategorie
mit einem Platz auf dem Podium abzuschließen.
Der Tagessieger Virenque, der bei der Dauphiné bisher ein sehr
diskretes Rennen gefahren war, gewann die Etappe am Samstag mit
der Bergankunft in Megeve im Schlußsprint gegen
Jean-Cyril Robin (US Postal), Rik Verbrugghe (Lotto) und
Kevin Livingston (Cofidis). Mit diesen vier sowie Christophe
Moreau (Festina) und Thierry Bourguignon (BigMat) hatte sich Virenque
bei der Abfahrt vom Col des Aravis (1.498m) gut 30km vor dem Ziel aus einer
größeren Spitzengruppe abgesetzt.
"Ich hätte gern schon vorher was gemacht", so Virenque im Ziel.
"Aber es war so windig, Banesto hat alles kontrolliert und außerdem
war Christophe (Moreau) vorne."
In der Schlußphase war Moreau, der vor wenigen Tagen noch mit
Dopinggeschichten für eher unerfreuliche Schlagzeilen gesorgte hatte,
ein wertvoller Helfer für seinen Kapitän Virenque.
"(Moreau) hat mich wie auf einem Silbertablett bis ins Ziel gefahren,
auch wegen seiner vielen Arbeit, wollte ich unbedingt gewinnen", sagte
Virenque nach der Etappe.
In der Gesamtwertung schob sich Virenque nach seinem Parforce-Ritt
von Platz 8 auf den sechsten Platz, und hat nun 2:11 Minuten Rückstand
auf dem weiter führenden Armand de las Cuevas (Banesto).
Ansonsten änderte sich auf den vorderen Plätzen im Gesamtklassement
nichts. Jens Voigt (Gan) kam auch am Samstag mit den Besten ins Ziel,
wurde 19. mit 1:18 Minuten Rückstand und verteidigte seinen
dritten Platz im Gesamtklassement. Voigt hat nun gute Chancen, bei der
prestigeträchtigen Dauphiné auf dem Podium zu landen.