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GS-I-Teams der Saison 2003
Wird "Team Coast" die GS-I-Lizenz verweigert?

21.12.02 (rsn) - Am (gestrigen) Freitag lief die Frist ab, bis zu der die Profi-Rennställe bei der UCI ihre Unterlagen einreichen mussten. "Nur Teams, die bis zum 20. Dezember des vorherigen Jahres bei der UCI registriert sind, darf GS-I-Status gewährt werden", heißt es in Artikel 2.16.002 des umfrangreichen UCI-Regelwerks. Einige Teams, darunter das Essener "Team Coast" müssen um ihre GS-I-Lizenz bangen.

Das Problem im Falle von Team Coast sind hauptsächlich die Forderungen der ausscheidenden Profis Mauro Gianetti (Schweiz), Lars Michaelsen und Frank Hoj (alle Dänemark), die glauben, ihre (hohen) Gehälter für 2002 seien nicht restlos bezahlt. Allerdings ist dies strittig. Bei Team Coast verweist man auf die Verträge, worin die Gehaltshöhe insbesondere nach UCI-Weltranglistenpunkten bestimmt wird. Für den Fall, dass ein Fahrer in der Weltrangliste abrutscht, wurde ein Abschlag vereinbart, wobei aber offenbar versäumt wurde, die Höhe der Gehaltsminderung festzulegen. Auch in der Frage der Abführung der deutschen Mehrwertsteuer (Radprofis sind meist selbstständige Unternehmer) gibt es offenbar einen Dissens. So haben sich nun Hoj und Gianetti an die UCI gewandt, um gebenenfalls aus der hinterlegten Bankbürgschaft ihre (vermeintlichen) Restgehälter zu bekommen.

Wenn die UCI den Rennfahrern Recht geben sollte, hätte Team Coast ein Problem. Im schlimmsten Falle könnte die UCI sogar die GS-I-Lizenz verweigern. Alain Rumpf, beim Weltverband zuständig für den Straßenbereich, deutete kürzlich bereits öffentlich an, dass einige Teams, u.a. Coast, um die Lizenz bangen müssten. Die UCI prüft alle eingereichten Unterlagen derzeit. In den nächsten Tagen wird die Bekanntgabe der 30 GS-I-Teams von 2003 erwartet. In den letzten Jahren waren diese stets kurz vor Weihnachten veröffentlicht worden.

Im kommenden Jahr wird es laut Reglement wie bisher 30 Teams in der ersten Division geben. Dies sind die besten 26 GS-I-Mannschaften der abgelaufenen Saison plus die zwei besten GS-II-Mannschaften des Jahres 2002 (Fakta und Bankgiroloterij). Ebenfalls GS-I-Status haben werden die zwei Mannschaften, die laut dem Kader 2003 am meisten Weltranglistenpunkte vereinen. Dabei werden die besten acht Fahrer eines Teams berücksichtigt. Die besten 18 GS-I-Teams sind für Weltcup-Rennen qualifiziert. Die ersten zehn Mannschaften (darunter Coast und Gerolsteiner) der GS-I-Weltrangliste sind so genannte "Top Clubs", die automatisch für Tour de France, Giro und Vuelta sowie Ehrenkategorie- und erste Kategorie-Rennen qualifiziert sind.

Während sich bei Coast das Problem auf drei (inzwischen ehemalige) Fahrer beschränkt und der Rest des Kaders keine Restforderungen aus 2002 mehr anmeldet, gibt es beim spanischen Kelme-Team und den italienischen Rennställen Alexia und Acqua e Sapone größere Probleme. Bei Kelme etwa warten die Fahrer noch auf ihre Oktober-Gehälter, beim Cipollini-Team "Acqua e Sapone" haben einige Fahrer inzwischen schon ein halbes Jahresgehalt abgeschrieben. In Italien löst man solche Dinge aber traditionell auf einfache Weise: Man gründet einen neuen Rennstall.

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