24.06.98 - Hernan Buenahora (Vitalicio) gewann
am Mittwoch die siebte Etappe der Vuelta a Catalunya. Mit seinem
Sieg bei der Königsetappe übernahm der Kolumbianer
auch die Führung im Gesamtklassement. Der bisherige Gesamtbeste
Abraham Olano (Banesto) hatte am Ende der schweren Bergetappe über
231,7km von Vall de Boi nach Andorra-Arcalis einen kleinen Einbruch
und verlor 1:19 Minuten auf Buenahora.
Die mit Spannung erwartete Königsetappe wurde den Erwartungen
nicht gerecht. An den schweren Anstiegen des Alto Tunel de Viella, des
Bonaigua und des Canto (1. und 2. Kategorie) passierte
rein gar nichts. Die Favoriten fuhren nebeneinander die Kletterpassagen
hoch. Attacken Fehlanzeige.
Erst im Schlußanstieg, 10km ins
2.240m hoch gelegene Arcalis, wurde es spannend.
Die Vitalicio-Mannschaft machte als erste Druck.
Juan Carlos Dominguez und Andrea Ferrigato machten das Tempo
für Olivero Rincon, der in der Folge eine Attacke fuhr. In dieser Phase,
auf den ersten Serpentinen des Schlußanstiegs, verlor Abraham Olano den Anschluß.
Buenahora, Fernando Escartin (Kelme), Massimo Podenzana (Mercatone),
sowie Telekom-Profi Georg Totschnig, der wie bereits in den Tagen zuvor
ein ganz tolles Rennen fuhr, nutzten die sich bietende Chance
und bildeten eine Zweckgemeinschaft, um Olano soviel Zeit wie möglich abzunehmen.
4km vor dem Ziel, kurz nachdem die Vierergruppe Rincon wieder eingeholt hatte,
attackierte Hernan Buenahora. Keiner aus der Spitzengruppe vermochte
dem Kolumbianer zu folgen und Buenahora fuhr einen ungefährdeten
Etappensieg heraus. Georg Totschnig kam mit 16 Sekunden Rückstand
auf Platz 2 und dürfte nach dieser Leistung eine "Bank" für
Telekom bei der Tour werden.
Abraham Olano, den in den letzten Wochen schon viele als den ganz
großen Tour-Favoriten gesehen hatten, kam 1:19 Minuten nach dem Sieger
als 18. ins Ziel. Just 1:19 Minuten hatte Buenahoras Rückstand
vor der Etappe betragen und so lagen nun Buenahora und Olano zeitgleich
an der Spitze des Gesamtklassements. Die Rennleitung bemühte
dem Regelwerk entsprechend die genaue Zeit in den beiden Zeitfahren.
Hier lag in der Addition Buenahora um einige Hundertstel Sekunden
vor Olano und der Kolumbianer durfte das Trikot des Gesamtbesten
überstreifen.
Hernan Buenahora hofft nun einen Tag vor dem Ende der Rundfahrt
auf den Gesamtsieg: "Ich habe vor nichts Angst und ich kann mir
vorstellen, die Rundfahrt zu gewinnen."
Die letzte Etappe der Vuelta a Catalunya findet am Donnerstag statt,
Dann geht es 189km lang durch die Pyrenäen. Start und
Ziel sind in Andorra.