27.03.98 - Der Niederländer Michael Boogerd (Rabobank)
gewann am Freitag die 32. Ausgabe der Katalanischen Woche.
Beim abschließenden 12-KM-Bergzeitfahren am Montjuic
in Barcelona, bei dem Alex Zülle der Schnellste war, kämpfte
Boogerd wie ein Löwe, kam auf Rang 2 noch vor Laurent Jalabert.
"Das ist mein erster Sieg für Festina und mein erster Sieg des
Jahres", freute sich Zülle über seinen Tageserfolg.
Vor der Etappe hatte Zülles
alter Teamchef bei ONCE, Manolo Saiz, noch gestichelt, "dies sei
nicht der Zülle, den wir von ONCE kannten".
Daß beim Bergzeitfahren Alex Zülle und Zeitfahrweltmeister
Laurent Jalabert auf die vorderen Plätze fuhren, war
nicht überraschend. Aber daß Michael Boogerd
mit den gut aufgelegten Favoriten mithielt, war vorher nicht
unbedingt zu erwarten. Der 25jährige Niederländer,
der die Führung im Gesamtklassement am Mittwoch bei der Bergankunft
am Rasos de Perguera übernommen hatte,
war auf dem 12km langen Kurs nur 38 Hundertstel langsamer
als der Zeitfahrspezialist Zülle. Jalabert wurde Dritter,
seine Zeit lag vier Sekunden über der des Etappensiegers.
Die erste Halbetappe am Freitag morgen,
68,9 km von Hospitalet de Llobregat nach Cerdanyola del Vallas,
hatte im Massensprint der Italiener Nicola Minali (Riso Scotti) vor
Jeroen Blijlevens (TVM) gewonnen.
Während Alex Zülle und Laurent Jalabert mit
ihren Leistungen bei der Katalanischen Woche zeigten, daß
sie bereits in ordentlicher Form für höhere
Aufgaben sind, haben andere Spitzenfahrer noch viel Arbeit vor sich,
um in Topform zu kommen. Abraham Olano fuhr bei der Katalanischen
Woche hinterher. Auch Jan Ullrich war während der
fünf Tagen in Katalonien nie irgendwo im vorderen Feld zu sehen,
aber Ullrich war nicht unzufrieden: "Ich wollte erstmal wieder
Fuß fassen nach meiner Krankheit. Das ist gelungen."
Der Toursieger wird als nächstes bei der Baskenlandrundfahrt
(Ehrenkategorie/6.-10.April) starten.
Ullrichs Teamkollege Erik Zabel war auch in der Woche nach seinem
hiostorischen Milan-San Remo-Sieg
in den Sprints bei der Katalanischen Woche vorne dabei.
Aber im Vordergrund standen für Zabel weniger Tageserfolge
in Katalonien als eher die Vorbereitung auf die anstehenden
nächsten Saisonhöhepunkte.
Zabel geht am nächsten Dienstag bei den
Drei Tagen von De Panne, dem
klassischen Vorbereitungsrennen für die
Flandern-Rundfahrt, an den Start.