Renn-Szene
Bolivien-Rundfahrt: Radrennen in 4.400 Meter Höhe
In der "Hölle der Anden" ist die Luft dünn
06.11.99 - Am Freitag begann in der bolivianischen Hauptstadt La Paz
die fünfte Ausgabe der Bolivien-Rundfahrt, ein Radrennen, das seinesgleichen
sucht. In drei Etappen sind insgesamt 305km zurückzulegen bei extremen Bedingungen.
Die knapp 100 Rennfahrer, darunter der spanische U23-Zeitfahr- Weltmeister
José Ignacio Gutiérrez, bewegen sich während des Rennens durch die Anden stets
oberhalb von 3.800 Metern Höhe in Regionen, in denen die Luft eigentlich schon
fürs Spazierengehen zu dünn ist.
"La Doble Copacabana", wie der Beinamen der von einem Radiosender organisierten Rundfahrt
der UCI-Kategorie 2.5 lautet, ist eines der ungewöhnlichsten Rennen der Welt. In den Anden,
nach dem Himalaja das höchste Gebirge überhaupt, werden die Rennfahrer
in Höhen zwischen 3.800 und 4.400 Metern über dem Meeresspiegel
fahren und dabei härteste Bergetappen zu bewältigen haben.
Das Rennen durch die "Hölle der Anden" ist eines der bedeutendsten Rennen
Südamerikas, wo "ciclismo" eine sehr populäre Sportart ist.
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86 Rennfahrer starten bei der Bolivien-Rundfahrt, darunter die Elite der
lateinamerikanischen Rennfahrer aus Bolivien, Kolumbien, Argentinien, Peru, Venezuela, Kuba und Mexico sowie
Fahrer aus Italien und Spanien. Mit dabei
ist auch etwa der spanische U23-Weltmeister im Zeitfahren
José Ignacio Gutiérrez.
Nach einer farbenfrohen Eröffnungsfeier mit Folklore- Gruppen und Indio-Musikgruppen
stand am am Freitag die erste Etappe an, ein 12km langes
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Die Anden: Pittoresker Hintergrund eines einzigartigen Radrennens
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Bergzeitfahren
zwischen La Paz und El Alto La Paz, wo die Ziellinie in 3.800 Metern Höhe lag.
Den Auftakt gewann in einer Zeit von 28:04 Minuten (Schnitt von 25,4km/h) Geovanni Huerta aus Kolumbien vor dem Italiener
Francesco Belloti. Dritter wurde der kolumbianische Vorjahressieger Ismael Sarmiento.
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Am Samstag geht es weiter mit der zweiten Etappe, die das Fahrerfeld an die Gestade des
berühmten Titicaca-Sees, des höchstgelegenen Sees der Welt, führt.
Mit dem dritten Abschnitt geht die Rundfahrt dann wieder in La Paz zu Ende
nach 305km, die größtenteils durch eine tundraartige Landschaft führen.
Der höchste Punkt des Rennens liegt bei 4.400 Metern, einer Höhe, bei der
die Luft so dünn ist, dass Atmen selbst ohne
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Radsportverrücktes Südamerika
In Uruguay wurde Jan Ullrich auf einer Briefmarke verewigt.
Abbildung:
Günter Poepperl,
der auf seiner Homepage alles
rund ums Thema "Radsport auf Briefmarken" präsentiert.
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sportliche Betätigung schwer fällt.
Die Luftfeuchtigkeit liegt hier bei annähernd null, die Sonne brennt mörderisch.
Auch die Temperaturen sind extrem:
In Bolivien liegen tropische Hitze und arktische Kälte zum Teil nur eine Autostunde
voneinander entfernt.
Als seien diese Bedingungen noch nicht schwer genug, kommt für die Rennfahrer
auch noch ein Kletter-Kurs hinzu, gegen den sich so manche Alpen-Etappe der Tour de France wie
eine Spazierfahrt ausnimmt.
Um sich an die Extrembedingungen der Anden zu gewöhnen, sind die
Starter alle mindestens schon seit zwei Wochen in Bolivien. Hier
richtet sich der Körper nach und nach auf die Höhe ein, bildet
etwa jede Menge roter Blutkörperchen, um den Sauerstoffmangel in der Luft auszugleichen.
Ohne solche gute Vorbereitung wäre ein Start bei dem Rennen durch die Anden
Selbstmord. Die "Soroche", wie im südamerikanischen Spanisch die
Höhenkrankheit heißt, wird dennoch sicherlich ihre Opfer unter den Fahrern finden.
Die favorisierten Kolumbianer indes dürften mit der Höhe nicht
allzu große Schierigkeiten haben. Die Fahrer aus dem Land von berühmten
Kletterziegen wie Luis Herrera fahren auch zuhause niemals unterhalb von
2.000 Metern Höhe...
Ergebnisse: 5. Bolivien-Rundfahrt