Bei Lotto sollen wieder Siege her
Sprinterstar Blijlevens: Kein dolce vita in Italien
Wieder scheiterte ein Topprofi aus dem Norden im gelobten Land des Ciclismo
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20.12.00 (rsn) - "Blijlevens", das bedeutet im Flämischen soviel wie
"glückliches Leben", doch in seinem Jahr in Italien bei Team Polti
konnte der holländische Sprintspezialist Jeroen Blijlevens weder
von glücklichem Leben, noch von dolce vita sprechen:
Nicht mal genug zu essen gab es...!
In der Saison 2000 kam der 28-Jährige auf die magere Bilanz von zwei
kleinen Siegen. Nach dem Aus von Polti wechselte er wieder nach Norden.
Im Trikot der | belgischen Lotto-Mannschaft will "Jerommeke" wieder an
alte Triumphe anknüpfen.
Sein gesamtes Berufsleben als Rennfahrer war Jeroen Blijlevens
beim holländischen TVM-Team gefahren, bevor er Ende 1999
mit viel Hoffnungen nach Italien wechselte zu Polti.
Nach einem Jahr kehrt er wieder zurück nach Belgien,
wo er seit langem wohnt, reicher an Erfahrungen und
auch Geld, denn er verdiente gutes Geld beim Team
des Staubsaugerherstellers Franco Polti. Nur seine
Palmarés wurden nicht reicher, bei der Tour de France
war er nach seinen vielen indiskutablen Resultaten
so frustriert, dass er am Ende der letzten Etappe
auf den Pariser Champs Elysées seinen amerikanischen Rennfahrerkollegen
Bobby Julich verprügelte und daraufhin
noch im letzten Moment disqualifiziert wurde.
Es war kein gutes Jahr für Blijlevens.
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"Die wollten mich umschulen zu einem Rennfahrer,
der auch die Klassiker gut fahren kann. Dafür
musste ich schneller über die Berge fahren und
ich habe viel mehr Klettern trainiert",
erzählt Blijlevens, der nicht bestätigen kann, dass
Italien das Land des guten Essens ist. Damit
er ein kompletterer Fahrer wird, wollte man ihm
bei Polti ein Diätprogramm verordnen.
Blijlevens erinnert sich: "Vor
einer Etappe von Tirreno-Adriatico saß ich
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Jeroen Blijlevens, geboren am 29. Dezember 1971, ist
seit 1994 Profi. Er kommt auf bisher 73 Profisiege,
gewann u.a. vier Etappen der Tour de France und ebensoviele
bei der Spanien-Rundfahrt. Zwei Mal gewann er Tagesabschnitte des Giro d'Italia. In diesem Jahr kam
"Jerommeke" bei Polti nur auf zwei vergleichsweise unbedeutende Siege.
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da und habe einen großen Teller voll
Spaghetti gegessen. Da krieg' ich zu hören, ich sei ein Vielfraß!
Eine Cola, ein Orangensaft, ein Keks - das sollte reichen.
Bei TVM waren wir gewohnt zu essen, was der Bauch schafft."
"Besserer Fahrer mit schlechteren Resultaten"
Blijlevens' Umschulungsprogramm zeigte Wirkung,
wenn auch nicht die beabsichtigte. Es passierte,
was meistens passiert, wenn ein Vollblutsprinter mit
Gewalt "kompletter" werden will. Er wird zwar besser
am Berg, aber schlechter in seiner Spezialdisziplin.
"Ich bin (letzte Saison) allgemein stärker geworden.
Bei den Bergetappen kam ich nicht mehr am Schluß
kurz vor dem Zeitlimit ins Ziel, sondern im
mittleren Feld. Aber meine Endschnelligkeit war weg.
Ich wurde ein besserer Fahrer mit schlechteren Resultaten
1999 kam ich auf 17 Siege, in der letzten Saison
auf zwei, eine Etappe bei den Drei Tagen von De Panne
und ein Kriterium. Das ist viel zu wenig."
Sein Rennprogramm 2001 bei Lotto steht
noch nicht ganz fest. Möglicherweise muss
Blijlevens noch bezahlen für den Vorfall am Ende
der Tour de France. Man erwartet, dass der heißblütige Holländer
von der UCI ebenso bestraft wird wie Mario Cipollini,
der wegen der Prügelei bei der Vuelta im Februar
keine Rennen fahren darf. "Ich dachte, die UCI
spricht gleichzeitig auch ein Urteil zu meinem Fall,
aber ich habe noch nichts gehört." Vielleicht ist
ein kleines bißchen mehr Speck auf den Rippen gut
für Blijlevens' Nerven. Er müsse "noch ein bißchen
am Winterspeck arbeiten", sagt er, aber "so
dünn wie bei Polti werde ich nicht mehr, das
hat mich meine Explosivität gekostet." Jedenfalls die in den Beinen...
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11.10.00 Blijlevens wechselt zu Lotto-Mannschaft
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