08.02.98 - Der Belgier Jo Planckaert (Lotto) gewann am Sonntag
den 28. Etoile de Besseges, die letzte Etappe am Sonntag ging an
den Esten Jann Kirsipuu (Casino).
Jo Planckaert setzt mit seinem Sieg beim Etoile eine kleine
Familientradition fort: vor 21 Jahren hatte sein Vater Willy das Rennen
in Südfrankreich gewonnen, vor 14 Jahren war es sein Onkel Eddy Planckaert.
Jo Planckaert, der das korallfarbene Trikot des Gesamtführenden
am Samstag bei der vierten Etappe Alberto Elli abgejagt hatte,
war am letzten Tag des Rennens fast übervorsichtig.
Bei jedem Angriffsversuch war der Belgier vorne dabei. Sogar als
der Kasache Alexandre Vinokourov (Casino) bei der Cote des Brousses (Km 76)
zusammen mit Luc Leblanc an die Spitze ging, blieb Planckaert dran,
obwohl es bei diesem Vorstoß vor allem um die Bergwertung ging.
Und auch auf den letzten Kilometern des Rennens, auf dem Schlußrundkurs
in Besseges, war Planckaert immer ganz vorne dabei, sprintete sogar noch
mit um den Tagessieg, den jedoch Kirsipuu vor Johan Capiot (TVM) und
Phillipe Gaumont (Cofidis) für sich entschied.
Der Grundstein für Planckaerts Gesamtsieg wurde jedoch bei
der vierten Etappe am Samstag gelegt. Mit einer taktischen Glanzleistung
entthronten die Lotto-Profis den bis dahin führenden
Alberto Elli.
Planckaert wurde von seinen Teamkollegen an die Zwischensprints gefahren,
"dans un fauteuil" (wie im Sessel) wie die Fanzosen sagen. Bei diesen
Zwischensprints sammelte Planckaert dann genügend Zeitbonifikationen
und konnte am Ende der Etappe das Trikot des Gesamtersten überziehen.
Die meisten der Rennfahrer des Pelotons bleiben in Südfrankreich.
Am Mittwoch startet in Antibes die
Mittelmeer-Rundfahrt.