90.Berliner Sechstagerennen
Aldag/Martinello vorn nach furioser Schlussjagd
Beikirch/Kappes Zweite / Stuttgarter Sixdays beharren auf ihrer Terminplanung
31.01.01 (rsn) - In einer bis zur letzten Runde spannenden Großen Jagd zum Abschluss der 90. Berliner Sechstage Rennen konnte sich das Duo Silvio Martinello und Rolf Aldag erst im Schlussspurt den Sieg vor Andreas Beikirch und Andreas Kappes sichern.
Vorangegangen war eine nichtalltäglich Ausgangssituation zu Beginn des letzten Rennens...
Gesamtsieg machen, darunter auch die Weltmeister Stefan Steinweg und Erik Weispfennig und das italienische Doppel Marco Villa und Adriano Baffi. Zu Beginn lagen mit 310 Punkten Kappes/ Beikirch sowie Martinello/ Aldag Punkt- und Rundengleich vorn, dahinter Villa/ Baffi mit 283 Pkt. und Steinweg/ Weispfennig mit 266 Pkt.
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Die Weltmeister konnten nur über einen Rundengewinn noch den Sieg an sich reißen. Und so fuhren sie dann auch: Ständig sorgten sie für ein hohes Tempo und lauerten förmlich auf die Chance zum wegfahren. Nach der ersten Hälfte des Rennens gelang ihnen dies schließlich, sie setzten sich von Martinello/ Aldag und Beikirch/ Kappes unbemerkt ab und fuhren den ersten Rundengewinn heraus. In der sich anschließenden Aufholjagd beider Teams konnte dieser allerdings kurze Zeit später egalisiert werden.
Richtig spannend wurden dann noch einmal die letzten 50 Runden. Die Teams Kappes/ Beikirch und Martinello/ Aldag kämpften um die Punkte in den
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Traum-Paar:
Für Aldag, der am Montag zur Telekom-Präsentation nach Bonn
gereist war, war es der fünfte gemeinsame Start mit Martinello in
einem Sechstagerennen. Bei den acht Rennen in dieser Saison war es
für Martinello - erfolgreichster Sechstage-Fahrer dieser Saison - der
vierte Erfolg mit dem dritten Partner. «Silvio war der Kopf des
Teams, ich konnte vor allem meine Stärken als Straßenfahrer
ausspielen», erklärte Aldag das Zusammenspiel mit dem Wunschpartner.
«Ein Vorteil war vielleicht auch, dass ich nicht in Stuttgart dabei
war und damit gesundheitlich nicht so angeschlagen war wie viele
andere aus dem Feld.»
Zuschauer-Run:
Das starke Auftreten von Teams mit deutscher Beteiligung hat mit
dafür gesorgt, dass in den fünf Sechstage-Rennen unter deutschen
Dächern ein erneuter Run auf die Tickets eingesetzt hatte. München
und Bremen erlebten Zuschauer-Rekorde, Stuttgart und Dortmund volle
Hallen, und auch in Berlin gab es mit 72 500 Besuchern eine neue
Bestmarke. «Wir sind absolut an der Kapazitätsgrenze angekommen»,
freute sich Berlins Veranstalter Heinz Seesing.
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Wertungen, die Weltmeister um den Rundengewinn. 30 Runden vor Schluss setzten die sich dann allein vor das Feld und fuhren zeitweise einen Vorsprung von 150m heraus. Allein zum Ende fehlte wohl auch die Kraft um den Rundengewinn und damit den Sieg in der Gesamtwertung sicherzustellen.
Nachdem inzwischen Villa/ Baffi eine Runde verloren hatten, der dritte Platz für die Weltmeister somit sicher war und die Erkenntnis, die fehlende Runde bei Geschwindigkeiten von rd. 55 km/h in diesen Schlussrunden nicht mehr herausfahren zu können, überließen Steinweg/ Weißpfennig den Schlussspurt den an der Schmerzgrenze fahrenden Martinello/ Aldag und Beikirch/ Kappes. In den an Dramatik kaum zu überbietenden letzten acht Runden schenkten die beiden Teams sich keinen Zentimeter mehr. Vier Punkte Differenz zwischen den nach dem vorletzten Wertungsspurt vorn liegenden Martinello/ Aldag (338) und Beikirch/ Kappes (334) sorgten für ein begeistert mitgehendes Publikum.
Letztlich entschieden Martinello/ Aldag den Schlussspurt und damit die Berliner Sechstage für sich.
In der sich anschließenden Pressekonferenz wurde noch einmal deutlich, dass die Stuttgarter mit ihrer Terminplanung nicht überall Freunde finden. Entgegen der Gepflogenheiten endet deren Rennen nicht am Dienstag, sondern am Mittwoch. Das hat zur Folge, dass die Teams keinen freien Tag zwischen den beiden letzten Sixdays der Saison haben.
Schon in diesem Jahr wurde deutlich, dass die Fahrer damit an der Belastungsgrenze fahren. Zumal dann auch noch die meisten einen tückischen Virus aus Stuttgart mitgebracht haben. Viele der Fahrer, gesundheitlich angeschlagen, fuhren somit am Limit.
Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen vor allem im Interesse der Fahrer nochmals Gedanken über diese Terminplanung machen. Vor allem auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sich die Zahl der Rennen in der nächsten Saison auf 13 erhöht,
wenn u.a. auch Mailand wieder in den Sixdays-Zirkus zurückkehrt.
Gerd Döhling
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