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Velodrom schon fast ausverkauft
Berlin will "nicht mehr um Straßenprofis betteln"
Veranstalter sauer auf Telekom: Zabel will nicht, Aldag darf nicht starten


Foto: Roth
11.12.02 (dpa/bb) - Das finanziell bis 2005 gesicherte Berliner Sechstagerennen ist ein Selbstläufer. Für die Wochenend- Veranstaltungen im Velodrom sind schon jetzt quasi alle Sitzplätze für die kommenden drei Jahre vergriffen. Auch
diesmal soll die 75 000 Zuschauer-Grenze beim 92. Sechstagerennen vom 23. bis 28. Januar 2003 locker erreicht werden.

Trotz akuter Verärgerung mit den Telekom-Offiziellen
Hintergrund
  • Berliner Sechstage-Geschichte(n)
  • soll ein Straßenfahrer für den Paukenschlag zum Auftakt sorgen Der noch bis 23. März 2003 gesperrte Jan Ullrich soll den Startschuss abgeben. Aber sein Manager Wolfgang Strohband winkte am Mittwoch schon ab «Das wird kaum klappen, zu dieser Zeit ist er wahrscheinlich irgendwo im Trainingslager.»

    Auf Straßenprofis sind die Berliner Sechstage-Veranstalter, die die Siegerpaare der bisher in dieser Saison gelaufenen Sixdays am Start haben, nicht gut zu sprechen. Eigentlich richtet sich der Zorn aber nur gegen Telekom. Vorjahressieger Rolf Aldag (Ahlen) darf aus Rücksicht auf die im Hinblick auf den Fortbestand des Teams besonders wichtige Straßen-Saison nicht starten.

    Erik Zabel hatte von sich aus schon mehrmals seinen diesjährigen generellen Sechstage-Verzicht erklärt, um nach einer Art Raubbau drei Jahre lang auch einmal gründlich zu regenerieren. Außerdem hat Zabel etwas holprig gelaufene Vertragsverhandlungen der vergangenen Jahre noch in Erinnerung.

    "Ignoranz gegen Millionen-Publikum"

    Heinz Seesing sprach von «Ignoranz einem Millionen-Publikum gegenüber» und mangelnder «Gesamtverantwortung für den Radsport, der Sportler, Anhänger und Veranstalter trifft». Der Sechstage-Chef habe «kein Verständnis für den von den Teamleitern verordneten Vorrang der Straße.» Seesing «Klare Fronten brauchen wir. Jetzt ist Schluss mit Betteln um Straßenfahrer». Gleichzeitig bestätigte er allerdings Bemühungen um den ehemaligen Telekom-Profi und jetzigen Rabobank- Straßenprofi Robert Bartko aus Potsdam für Berlin.

    Ansonsten vertrauen die Berliner neben den den «alten Hasen» um Silvio Martinello (Italien), Andreas Kappes (Bremen), Bruno Risi und Kurt Betschart (Schweiz) auf beispielsweise fünf frisch gebackene Weltmeister der Bahn-Titelkämpfe von Kopenhagen Franco Marvulli (Scratch), Sean Eadie (Sprint), Chris Newton (Punktefahren) und Jerome Neuville/Franck Perque (Madison).

    Der Gesamt-Etat der Berliner Traditions-Veranstaltung betrage bei seiner siebenten Neuauflage laut Seesing 2,5 Millionen Euro, wovon knapp ein Drittel für Fahrer-Gagen draufgehen dürfte.

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