26.01.02 (dpa/bb) - Die Vorjahressieger Rolf Aldag aus Ahlen und
Silvio Martinello sind beim 91. Berliner Sechstagerennen weiter auf
Erfolgskurs.
Der Telekom-Fahrer und sein italienischer Partner haben
in der zweiten Nacht ihre Führung in der Gesamtwertung deutlich
verteidigt, doch das Schweizer Erfolgsduo Bruno Risi und Kurt
Betschart folgt dem deutsch-italienischen Duo auf den Fersen. Mit dem
Gewinn der großen Jagd haben sich die Eidgenossen, die in Berlin den
30. Gesamtsieg ihrer Karriere anstreben, auf Platz zwei vorgeschoben.
Nur noch diese beiden Teams befinden sich vor der dritten Nacht
gemeinsam in einer Runde. Allerdings haben Aldag/Martinello 96 Punkte
auf dem Konto und stehen damit vor einer Bonusrunden, die es für 100
Zähler gibt. Risi/Betschart rangieren bei 72 Zählern.
Auf Rang drei haben sich die Italiener Adriano Baffi/Marco Villa
vorgearbeitet (1 Runde zurück/84), die an Robert Bartko (Potsdam) und
Andreas Beikirch (Büttgen/1/81)) vorbeigezogen sind. Den meisten
Beifall der mit 12 000 Zuschauer restlos ausverkauften Halle aber
erhielten die «Oldies» Jens Lehmann (Leipzig) und Jimmy Madsen
(Dänemark). Das beliebte Paar, das zusammen 66 Jahre zählt, gewann
mit einer beeindruckenden Schluss-Offensive die kleine 30-Minuten-
Jagd und leitete damit zu einem Highlight besonderer Art über:
Ostberlins Kultband «Puhdys» brachte zwischen dan Jagden in einem 30-
Minuten- Auftritt den kompletten Saal einschließlich der VIP-Logen
zum Rocken. Die Band, die seit 30 Jahren im Geschäft ist, kam erst
nach etlichen Zugaben von der Bühne.
Aber auch die Sprinter und Steher sorgten für Spannung. Der
elfmalige Weltmeister Arnaud Tournant (Frankreich), Doppel-
Olympiasieger Jens Fiedler (Chemnitz) und 1000-m-Vizeweltmeister
Sören Lausberg (Berlin) verharrten bei einem Stehversuch im
Sprintfinale 6:26 Minuten bewegungslos auf dem Rad, ehe der Franzose
als Sieger vor Fiedler gefeiert wurde. Zuvor hatte Lausberg den
Rundenrekord im Velodrom auf 12,78 Sekunden verbessert (70,4233
km/h). Bei den Stehern brauchte der Berliner Carsten Podlesch sieben
Anläufe, ehe er auf den letzten Metern den lange führenden Cottbuser
Jan Richter doch noch abfangen konnte.