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28.01.98 - "Bellissima pista!", schwärmte Silvio Martinello,
der am späten Dienstag abend mit seinem Partner Marco Villa
die 87. Auflage des Berliner Sechstagerennens gewann.
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Martinello/Villa die seit über drei Jahren
zusammen fahren, sicherten sich erst mit der letzten Wertung ihren
nunmehr vierten Saisonsieg.
Andreas Kappes/Adriano Baffi (Köln/Italien)
kamen rundengleich mit nur 10 Punkten Rückstand
auf den zweiten Platz, Rang drei ging an das deutsche Duo
Carsten Wolf/Gerd Dörich. (s.a. Ergebnisse)
Das frühere Traumpaar Andreas Kappes/Carsten Wolf,
das sich heillos zerstritten hat, fuhr in Berlin auf getrennten
Wegen in die Spitze - Kappes mit Baffi, Wolf mit dem
Sindelfinger Dörich. "Wir haben gespürt, wie man sich
im Feld gegen das neu aufkommende Paar sträubt", empfand Carsten Wolf. Sein
neuer Partner will, wie er sagte, "kein Notnagel" sein. "Wir haben uns auf
Anhieb gut verstanden", bestätigte Gerd
Dörich.
Der Sieg im internationalen Zukunftsrennen ging an
Vize-Europameister Robert Bartko und Andreas Klöden,
der ab Mai für das Team Deutsche Telekom startet. Die beiden
Nachwuchsfahrer waren nach drei Tageserfolgen in der Gesamtwertung nicht
zu schlagen.
Nach dem großartigem Finale im Velodrom gab es bei den Ausrichtern
zufriedene Mienen, sowohl Otto Ziege, der Sportliche Leiter
("Die letzte Stunde war die schönste") als auch Heinz Seesing, der
Veranstalter ("Wir sind unserem Motto 'Tradition mit Zukunft' gerecht
geworden") zogen ein positives Resümee.
Mit Berlin schließt damit eine großartige deutsche
Sechstagesaison. Während anderswo Veranstaltungen abgesagt werden mussten
(zuletzt die Sixdays in Kapstadt, Moskau und Goudaloupe), kann man
in Deutschland von einem wahren Sechstage-Boom sprechen:
In Dortmund (70.000 Zuschauer), München (89.000), Köln (39.000)
und Stuttgart (53.000) wurden neue Besucher-Rekorde aufgestellt.
Und beim feucht-fröhlichen Volksfest mit Radfahrer-Begleitung in Bremen
wurden sogar 130.000 Zuschauer gemeldet, erstaunlich, vor allem, wenn man
bedenkt, daß die Bremer Stadthalle maximal 17.000 Zuschauer faßt.
Aber die Bremer Veranstalter sind ohnehin nicht unbedingt die Stärksten im Rechnen,
--zehn Stunden nach Veranstaltungsende wurde die Staatsanwaltschaft wegen
des Verdachtes der Steuerhinterziehung tätig.
Auch Berlin, letzte deutsche Station des Sixday-Zirkus,
verzeichnete bei 65.000 Zuschauern nur einen nicht ausverkauften Tag und
gute Umsätze. Lediglich beim Sechstagerennen in Leipzig, das sich als noch sehr junge Veranstaltung
erst noch etablieren muß, schrieb mit nur 15 000 Zuschauern rote Zahlen.
[Berliner Morgenpost/dpa]