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Bahn-DM in Berlin
Fiedler zeigt, "wer Chef im Velodrom ist"

04.07.99 - Mit seinen drei Meister-Titeln war der Chemnitzer Jens Fiedler (XXL-Team) der dominierende Mann bei den Deutschen Bahnmeisterschaften im Berliner Velodrom, die am Sonntag nach vier Wettkampftagen zu Ende gingen. Der 29-jährige Doppel-Olympiasieger holte sich nach seinem Sieg im Sprint am Schlußtag auch das Meister-Trikot im Keirin. Mit seinem "XXL-Team" hatte Fiedler auch beim Mannschaftssprint gewonnen.

Die "XXL"-Profis dominierten die Sprint-Wettbewerbe bei der DM praktisch nach Belieben. Im Einzel-Sprint holte Fiedler den Titel, während Silber und Bronze an seine Teamkollegen Eyk Pokorny und Jan van Eijden gingen. Zusammen holten diese drei beim Olympischen Sprint die Meisterschaft vor der RG Heidenau/Schwerin (Bergemann, Nimke, Henke). Und auch bei der japanischen Sprintvariante Keirin, bei der Jens Fiedler auch amtierender Weltmeister ist, gingen alle drei Podiumsplazierungen an das übergroße XXL-Team: der Titel ging an Fiedler, Silber gabs für den jungen Jan van Eijden, der bei der WM in Bordeaux im Vorjahr mit einer feinen taktischen Meisterleistung Fiedler zum WM-Titel mitverholfen hatte, und Bronze ging an Pokorny.

Die Deutschen Meisterschaften sind indes für Fiedler und Co. nur ein kleiner Apetithappen vor dem Hauptmenü, das im Berliner Velodrom ab dem 20. Oktober folgt, wenn dort die Bahnweltmeisterschaften stattfinden. Er habe mal "die Bahn testen" wollen, so Fiedler respektlos zur Deutschen Meisterschaft. "Ich wollte auch der internationalen Konkurrenz zeigen, wer der Chef hier im Velodrom ist."

Das Berliner Publikum sah in den Deutschen Titelkämpfen wohl auch keinen Höhepunkt des Jahres. Im Velodrom an der Landsberger Allee im Stadtteil Prenzlauer Berg, das bei den Sixdays im Winter mit allabendlich über 10.000 Zuschauern aus den Nähten platzt, herrschte am Wochenende gähnende Leere. Ein paar Hundert Zuschauer verirrten sich an den Wettkampftagen in die Halle, wozu sicher auch das Schwimmbad-Wetter beigetragen hat, bei dem sich wirklich nur noch die ganz eingfleischten Fans auf die Tribüne setzten.

Bei den Frauen war unterdessen die Frankfurterin Judith Arndt die dominierende Sportlerin. Die Einzelverfolgungs- Weltmeisterin von 1997 und WM-Dritte von 1998 hatte am Samstag in ihrer Spezial-Disziplin souverän den Meistertitel in gewonnen. Am Sonntag holte die 23-jährige Ausnahme-Athletin dann auch den Sieg im Punktefahren.

Im Finale beim Punktefahren der Männer über 40km setzte sich am Samstag der routinierte Allrounder Andy Kappes (Agro Adler) durch. Der 34-jährige, u.a. Vize-Weltmeister in Bordeaux 98 und vor wenigen Wochen auf der Straße Etappensieger bei der Deutschland-Tour, verwies nach 160 Runden den Titelverteidiger Christian Lademann (Berliner SC) auf Rang 2.

Ergebnisse von der Bahn-DM in Berlin

03.07.99 Fiedler gewinnt die Pflicht, die Kür folgt im Oktober







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