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Deutsche Bahn-Meisterschaften in Hamburg
Die letzten Olympia-Tickets werden vergeben
Bei den Sprintern viele Fragen offen / Alles klar bei den Verfolgern

28.06.00 - Die schnellsten Männer auf Rennrädern mussten am längsten warten, ehe sie ihre Olympia-Planungen perfekt machen können. Erst nach den deutschen Meisterschaften im Bahnradsport von Donnerstag bis Sonntag in Hamburg will der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) seinen Nominierungsvorschlag machen.

Während der neue Ausdauer- Bundestrainer Bernd Dittert seinen Sydney-Kaderkreis für die Verfolgung, das Punktefahren und das Zweier-Mannschaftsrennen nach Überprüfungen und Testrennen bereits klar abgesteckt hat, sucht sein Sprint-Kollege Detlev Uibel auf dem 250-m-Oval in der Nähe des Tierparks Hagenbeck immer noch die endgültige Klärung offener Fragen.

«Unser Hauptproblem ist, dass wir maximal vier Sprinter mitnehmen
können, aber vier Disziplinen bestreiten müssen», sagte Uibel. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte für Sydney vier neue Bahn-Disziplinen in das Wettkampfprogramm aufgenommen, aber zur Bedingung gemacht, dass sich die Zahl der Sportler nicht vergrößert. Für Uibel bedeutet das, Sprint (2 Starter), den Mannschaftswettbewerb Olympischer Sprint (3), Keirin (2) und 1 000 m Zeitfahren (2) aus diesem kleinen Aufgebot zu bestreiten.

Über 1 000 m hat sich mit dem WM-Dritten Stefan Nimke (Schwerin) ein Fahrer klar qualifiziert. Der mehrmalige WM-Medaillengewinner


Super-Sprinter Jens Fiedler
Sören Lausberg (Berlin) wäre die Nummer zwei, aber nach einem Unfall im Frühjahr auf Mallorca, bei dem er sich die Achillessehne zerschnitt, ist Lauberg erst seit drei Wochen wieder im Training. «Er wird bei der Meisterschaft fehlen und bekommt eine Nominierungs- Chance am 27. Juli in Frankfurt/Oder.» Lausberg muss dann mindestens 1:04,0 Minuten vorlegen, um den Heidenauer Carsten Bergemann, der beim Weltcup in Mexiko die Olympia-Norm klar unterboten hat, noch aus dem Team zu verdrängen.

Bei den klassischen Sprintern und im Keirin hat der zweimalige Sprint-Olympiasieger Jens Fiedler (Chemnitz) sein Ticket bereits sicher. Hier kämpfen zwei gleichstarke Fahrer in Hamburg um Platz zwei: Eyk Pokorny (Berlin) und Jan van Eijden (Dudenhofen). «Pokorny hat seit seinem Weggang aus dem Chemnitzer XXL-Team einen überraschenden Sprung gemacht. Hier ist noch alles offen», urteilte Uibel. Die drei Fahrer für den Olympischen Sprint rekrutieren sich dann aus diesem Kreis.

Bei den Ausdauer-Spezialisten wurden die meisten offenen Fragen bereits beantwortet. Der Straßen-Olympiasieger von 1992, Bernd Dittert, setzte bei der Olympia-Vorbereitung klar den Kurs des im Frühjahr tödlich verunglückten Robert Lange fort. Sieben Fahrer kann der Berliner insgesamt für Einerverfolgung (2), Vierer (4), Punktefahren (1) und Zweiermannschafts-Rennen (2) aufbieten. Verständlicherweise baut er dabei auf die Erfolgsdisziplin Verfolgung, in der es im Vorjahr bei der Weltmeisterschaft zwei Mal Gold und einmal Silber gab.

Nachdem der lange verletzte Doppelweltmeister Robert Bartko (Berlin) in einem Test vor knapp zwei Wochen mit einer Superleistung seine Olympia-Tauglichkeit nachgewiesen hat, wird Dittert wohl nur Fahrer für Olympia vorschlagen, die bereits im Vorjahr an den Erfolgen der Verfolger beteiligt waren. Hamburg soll das nur noch einmal bestätigen.

Jürgen Strauß, dpa

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