11.04.98 - Der Spanier Inigo Cuesta (ONCE) gewann am Freitag die
Baskenlandrundfahrt 1998. Im abschließenden Zeitfahren fuhr
Cuesta, beflügelt von der Chance auf seinen allerersten Profi-Sieg,
eine großartige Zeit in einem bis zum Schluß überaus
spannenden Zeitfahren. Die erste Halbetappe am Freitag morgen gewann
der Berliner Jens Voigt (Gan), der zusammen mit Jörg Jaksche (Polti)
eine beherzte Flucht inszeniert hatte.
Die erste Halbetappe verlief über 108 km von Vitoria nach Hernani.
Jens Voigt war zusammen mit Jaksche und dem Belgier Paul Van Hyfte (Lotto)
dem Feld enteilt und die drei konnten einen komfortablen Vorsprung herausfahren.
Im Feld fuhr man nicht mit letzter Konsequenz, da das Fluchttrio
in der Gesamtwertung keine Gefahr darstellte.
20km vor dem Ziel attackierte Jens Voigt aus der führenden
Spitzengruppe und kam mit über eineinhalb Minuten Vorsprung
vor seinen Mitausreißern ins Ziel. Van Hyfte wurde Zweiter,
Jaksche Dritter. Für Jens Voigt ist der Sieg in Hernani der
erste Profi-Sieg in der noch jungen Profi-Karriere des 26jährigen
Berliners.
Am Nachmittag stand dann ein 25km langes Einzelzeitfahren auf dem Programm
und es war von vorn herein klar, daß erst dabei die Endentscheidung
über den Gesamtsieg der Rundfahrt fallen würde.
Cuesta hatte vor dem Zeitfahren einen Vorsprung von 51 Sekunden vor seinem
Teamkameraden Laurent Jalabert. Ob gegen den ausgezeichneten Zeitfahrer
Jalabert dieser Vorsprung reichen würde, war sehr fraglich.
Doch Inigo Cuesta fuhr ein ausgezeichnetes Zeitfahren, fuhr die zweitbeste
Zeit des Tages, war sogar schneller als Alex Zülle, der als
einer des besten Zeitfahrer der Welt gilt. Schneller als Cuesta
war nur der Zeitfahrweltmeister Laurent Jalabert, der die 25km bei
schlechtem Wetter in 32:38 Minuten (45,966km/h) bewältigte.
Am Ende lag Jalabert 47 Sekunden vor Cuesta, drei Sekunden zuwenig
für den Gesamtsieg.
Jalabert freute sich jedoch über den Sieg seines Teamkameraden Inigo Cuesta
fast genauso wie über einen eigenen Erfolg. "Ich werde nicht
berühmter, ob ich ein Rennen mehr oder weniger gewinne," so
Jalabert. "Cuesta hatte eine großartige Chance. Es ist eine Schande,
daß ein Rennfahrer in seinen besten Jahren vielleicht immer nur
für seinen Kapitän fahren muß. Cuesta hatte die
Chance und er hat sie genutzt. Jeder kann gewinnen in unserem Team."
Für den 28jährigen Inigo Cuesta ist der Sieg bei der
Baskenlandrundfahrt der erste Sieg seiner Profi-Karriere.