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Jalabert gewinnt 1. Etappe im Baskenland - Ullrich weit abgeschlagen

06.04.98 - Laurent Jalabert (ONCE) gewann am Montag die erste Etappe der Baskenlandrundfahrt. Im Fischerei-Städtchen Hondarribia sicherte sich der Franzose mit einem selbstbewußten, frühen Antritt aus einer vierköpfigen Spitzengruppe den Sieg bei der Etappe, die über 116km auf einem Kurs rund um Hondarribia verlief, und sehr viel abwechslungsreicher war, als man vorher erwarten durfte.

Kurz nach dem Start gab es das fast schon gewohnte Bild bei spanischen Rundfahrten. Ein Fahrer eines der kleineren spanischen Teams reißt aus und sucht sein Heil in der Flucht, um so zumindest die Farben seines Sponsors gut zu repräsentieren und vielleicht doch die kleine Chance auf eine erfolgreiche Flucht zu nutzen.

Am Montag war es der Baske Roberto Laiseka vom baskischen Team Euskaltel-Euskadi, der nach 24km dem Peloton davonfuhr. Laiseka konnte einen Fünf-Minuten-Vorsprung herausfahren, doch dann begann im Feld die Arbeit von Festina, die wie in einem Mannschaftszeitfahren das Peloton an den Ausreißer wieder heranfuhren. Bei KM 61 war Laiseka gestellt, aber Festina blieb weiter an der Spitze des Feldes und erstickte jeden Angriffsversuch im Keim.

Die Tempoarbeit von Festina sorgte dafür, daß das Peloton schon 40km vor dem Ziel weit auseinanderriß. Unter den Opfern auch Toursieger Jan Ullrich, der den Anschluß an das Hauptfeld verlor und 30km vor dem Ziel bereits über eine Minute Rückstand hatte. Auch wenn man berücksichtigt, daß Ullrich im Baskenland ohne Siegesambitionen nur mitfährt, um Rennkilometer zu sammeln und er noch unter den Folgen seiner letzten Grippe leidet- eine gute Figur machte er sicher nicht, wie er mit immer noch deutlichem Übergewicht mit großem Rückstand hinter dem Feld herstapfte. Am Ende kam Ullrich mit über sieben Minuten Rückstand als 152. ins Ziel. Ullrichs potentiellem Tour de France-Rivalen Abraham Olano erging es jedoch auch nicht viel besser.

20km vor dem Ziel stand dann mit dem Alto de Erlaiz ein Berg der zweiten Kategorie auf dem Programm. Auf den steilen Rampen (bis 10 Prozent Steigung) war es zunächst Jalabert, der attackierte und im Stile eines wahren Kletterkünstlers die Konkurrenz abhängte. Jalabert erreichte als Erster den Gipfel des Erlaiz.

Auf der Abfahrt vom Erlaitz konnten Alex Zülle, Wladimir Belli (beide Festina), Davide Rebellin (Polti) und Francesco Casagrande (Cofidis) zu Jalabert aufschließen. Kurz danach stürzte Belli bei der rasenden Abfahrt auf der rutschigen Bergstraße, Zülle konnte nicht mehr ausweichen und stürzte, auch Jalabert war in diesen Sturz verwickelt. Während Belli und Jalabert schnell wieder auf ihren Rädern saßen und das Rennen fortsetzten, erwischte Zülle auch noch einen Defekt und mußte sich aus der ersten Spitzengruppe verabschieden.

Belli, Jalabert, Rebellin und Casagrande harmonierten gut und gaben auf den restlichen 10 Kilometern die Führung nicht mehr aus der Hand. 500 Meter vor dem Ziel begannen die taktischen Spielchen um den Etappensieg, aber Laurent Jalabert ließ sich auf nichts ein, trat weit vor dem Ziel an, während sich seine drei Wegbegleiter noch belauerten und kam zu einem ungefährdeten Sieg.

Am Dienstag folgt die mit großer Spannung erwartete 2. Etappe der Baskenlandrundfahrt. Auf 239km stehen zehn (!) Berge auf dem Programm.



Ergebnisse - Baskenlandrundfahrt





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