Wegen "Zeitmangel"
Frankreichs Radpräsident Daniel Baal tritt ab
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09.12.00 (rsn) - Ebenso wie
der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) Manfred Böhmer, der
im Frühjahr sein Amt räumen wird, will auch dessen französischer Amtskollege
Daniel Baal nicht wieder kandidieren. Der Präsident der
Fédération française de cyclisme (FFC) kündigte am Samstag an,
er werde sich aufgrund seiner beruflichen Belastung im März nicht wieder bewerben um sein Ehrenamt.
Baal, 43 Jahre alt, war seit 1993 an der Spitze des
französischen Radverbandes.
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Der Elsässer, im Hauptberuf
Chef einer großen Bank in Mulhouse, begründete seinen
Rückzug aus dem FFC-Spitzenamt mit Zeitmangel aufgrund
seiner beruflichen Situation.
"Das Präsidentenamt der FFC ist vielleicht kein Full-Time-Job,
aber auf jeden Fall ein Halbtagesjob. Neben meinem Hauptberuf
kann ich das nicht mehr leisten", sagte Baal, der seine
Entscheidung "unwiderruflich" nannte, aber nicht ausschloß, in Zukunft
national oder international in den Verbänden mitzuarbeiten.
Baal ist derzeit einer der Vize-Präsidenten des internationalen Radsportverbands UCI.
Sein Rückzug habe nichts zu tun mit den Vorgängen rund
den Prozess in der Festina-Affäre, wo sich auch Baal
unangenehmen Fragen stellen musste und dabei keine gute Figur gemacht hatte.
"Es ist klar, dass man dies vermutet. Aber auch vor dem Festina-Prozess
stand meine Entscheidung schon fest. Mitte Oktober war ich kurz
davor, meine Entscheidung schon bekanntzugeben. Ich hatte damals schon
keinen Zweifel mehr."
Unter der Ägide von Daniel Baal erlebte der französische
Bahn-Radsport eine nie dagewesene Blüte mit wahren Medaillenregen
bei Weltmeisterschaften. Im Strassenbereich darbt hingegen.
der Cyclisme in den letzten Jahren. Baal stand
im April 1999 in seiner Funktion als Verbandspräsident
im Mittelpunkt eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahren
im Zusammenhang mit der Festina-Dopingaffäre. Das Verfahren
war nach einigen Wochen wieder eingestellt worden,
hatte jedoch bei dem stets korrekten und gebildeten Baal
einen tiefen Eindruck hinterlassen.
Im französischen Radsport wurde die Rückzugsankündigung
von Baal, einem der jüngsten und umtriebigsten FFC-Präsidenten
überhaupt, mit Bedauern aufgenommen.
Die französische Sportministerin Marie-George Buffet
erklärte, Baal habe mit hoher Kompetenz seinen Verband geführt
und einen "mutigen Kampf gegen Doping" aufgenommen.
"Ich gehe ohne jede Bitterkeit", so Baal, der
zwei Felder nannte, die es im Radsport derzeit zu bearbeiten
gelte. "Zum einen müssen wir weiter daran arbeiten,
dass die Ethik wieder zurückkommt in unseren Sport.
Einige Maßnahmen wurden bereits ergriffen, andere
müssen folgen. Zum zweiten - und das ist eine kolossale Aufgabe -
muss man das Image des Radsports wiederherstellen."
Die Wahl des Nachfolgers von Daniel Baal wird
am 3. März in Paris erfolgen.
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