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Gorski: Kein Boykott geplant
US Postal-Teamchef: Armstrong fährt die Tour

17.12.00 (rsn) - Der zweimalige Gewinner der Tour de France, Lance Armstrong, wird im kommenden Jahr versuchen, zum dritten Mal hinterinander die grande boucle zu gewinnen. Dies erklärte am Sonntag der Teamchef von Armstrongs US Postal-Rennstall, Mark Gorski, der die von seinem Radstar als Reaktion auf die Dopingverdächtigungen geäußerten Boykottdrohungen als nicht so ernst gemeint herunterspielte.

Nachdem in Paris ein staatsanwaltschaft- liches Ermittlungs-
Hintergrund
  • Armstrong droht mit Tour-Boykott
  • verfahren gegen US Postal eröffnet worden war wegen eines Dopingverdachts, hatte Armstrong zu Beginn der Woche auf seiner Website erklärt: "Wenn das alles weiterhin so bleibt, fahre ich die Tour 2001 nicht. Punktaus. Das ist keine Drohung, ich sage nur, was ich denke." US Postal-director general Gorski widersprach dem in einem am Wochenende verbreiteten offiziellen Statement: "Lance und Sportdirektor Johan Bryneel haben mir versichert, dass unser Ziel immer noch das gleiche ist, das lautet: Das Gelbe Trikot auch 2001 zu verteidigen. Wir gehen in die Saison 2001 mit der Absicht, das größte Radrennen der Welt zum dritten Mal in Folge zu gewinnen."

    Gorski widersprach erneut allen Doping-Verdächtigungen gegen seine Mannschaft, die in Paris sogar zu einem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren geführt hatten. "Während die absurden Gerüchte (preposterous rumours) in der internationalen Presse weiter kursieren, möchte ich klar feststellen, dass keiner der Rennfahrer von US Postal während der Tour de France Actovegin benutzt hat", so Gorski. "Vor der Tour hat unser Arzt von der französischen Gesundheitsbehörde die Genehmigung erhalten, das Medikament Actovegin mit sich zu führen. Actovegin war vorgesehen zur Behandlung von Schürfwunden nach Stürzen und für einen Mitarbeiter unseres Teams, der an Diabetes leidet."

    Die Dopingverdächtigungen um das US Postal-Team waren entstanden, nachdem französische TV-Journalisten einen Teamhelfer beobachtet hatten beim Entsorgen von Medikamentenresten. Später war das aus Norwegen stammenden Präparat Actovegin gefunden worden. Dieses aus Kälberblut hergestellte Medikament steht zwar nicht auf der Dopingliste, dessen intramuskulöse Verwendung nach Auffassung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) jedoch "eine Form von Blutdoping" darstellen. Der Präsident der medizinischen Kommission des IOC, Alexandre de Merode, hatte Mitte der Woche in diesem Zusammenhang erklärt: "Die (IOC-)Kommission ist der Aufassung, dass Actovegin ein verbotenes Produkt ist. Es gab in den letzten Monaten diesbezüglich einige Unklarheiten, diese extistieren aber nicht mehr."

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    13.12.00 Dopingverdacht: Armstrong droht mit Tour-Boykott
    03.12.00 US Postal-Affäre: Armstrong-Manager: Analyse "großartige Chance"
    26.11.00 US-Postal: Vorwürfe "ohne jede Grundlage"
    23.11.00 Staatsanwaltschaft mit ziemlich leeren Händen
    07.11.00 Doping-Verdacht gegen Armstrong-Team




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