Texaner beginnt Saison-Vorbereitung
Armstrong: Verständnis für Heras' Weggang
AUSTIN (USA), 10.12.03 (rsn) -
Lance Armstrong, der dieser Tage
mit seinen Teamkollegen zu einem ersten Trainingslager
in Austin (Texas/USA) zusammentraf, sagt, er sei
nicht weiter erstaunt gewesen, dass sein Helfer
Roberto Heras künftig eigene Wege gehen will.
"Es war sicherlich keine böse Überraschung für mich. Roberto ist
ein Klasse-Rennfahrer und ein Team-Leader. Es bot
sich ihm eine große Chance und ihm wurde zudem (von Liberty) ein langfristiger
Vertrag angeboten. Ich wünsche ihm alles gute",
gab sich Armstrong ganz konziliant in seiner
ersten öffentlichen Äußerung nach dem Weggang seines
Leutnants.
Der Wechsel von Vueltasieger Heras von US Postal zum ONCE-Nachfolgeteam
"Liberty", der bereits seit einer Woche kein Geheimnis
mehr war, wurde am Mittwoch offiziell bekanntgegeben (s. Story).
Armstrong war von den Plänen seines
Edeldomestiken
nicht vorher informiert. Erst als
Heras mit seinem Team Verhandlungen über
eine vorzeitige Auflösung seines bis 2004
laufenden Vertrags aufnahm,
bekam der Texaner Wind
von den Abwanderungsgedanken des Spaniers,
für den Liberty 1,6 Mio. Euro Ablöse berappen muss.
Mit dem Geld kaufte US Postal flugs den Portugiesen Azevedo als Helfer ein.
Dennoch war es ein herber Schlag für Armstrong,
der erst vorige Woche schlechte
Nachrichten vernehmen musste: Der Spanier Jose Luis Rubiera, nach Heras Armstrongs zweitwichtigster Mann
in den Bergen, hatte sich im Training die Hand gebrochen und fällt für einen Monat aus.
Armstrong, der im kommenden Juli als erster
Rennfahrer der Radsportgeschichte zum sechsten Mal die
Tour de France gewinnen möchte, trainierte
dieser Tage zusammen mit seinen Teamkollegen George Hincapie,
Floyd Landis, Victor Hugo Pena und
den jungen US Postal Neuzugängen
Jürgen van den Broeck (2001 Zeitfahr-Weltmeister der Junioren), Stijn Devolder
(ebenfalls Belgien), Benjamin Noval (Spanien), Ryder Hesjedal
(Kanada), Patrick McCarthy (USA) und Daniel
Rincon (Kolumbien/Bruder von Oliveiro Rincon)
in seiner texanischen Heimat. Vor der zusammengewürfelten Truppe,
die da täglich vier Stunden über amerikanische Landstraßen rollte,
wird Jan Ullrich mit seinem Telekom-Star-Ensemble
im Rücken kaum zittern müssen.
Dabei soll aber die Tour de France für Armstrong 2004 (natürlich) erneut
das absolute Saisonhighlight werden. Der Amerikaner will
sechs Tour-Siege holen, was bisher keinem
Radsportler gelang. "Lance hat zurecht immer gesagt,
dass er nicht besessen auf den fünften Sieg schaut,
dass er nicht auf den Indurain-Rekord blickt.
Aber jetzt denke ich schon, dass er
sehr vom sechsten Toursieg träumt. Die
Tour ist das einzige, was für Lance zählt,
wenngleich er auch Olympia fahren wird",
ließ sich US Postal-Teamchef Johan Bruyneel
vernehmen nach dem ersten Trainingslager
in Texas.
Armstrongs Programm wird in der kommenden
Saison etwas anders aussehen als bisher.
Nach der Trennung von seiner Frau wird
ihn diese nicht mehr ständig nach Europa
begleiten. Um Zeit mit seinen Kindern
verbringen zu können, will
der 32-Jährige daher im Frühjahr
nicht durchgängig in seinem zweiten Wohnsitz in Gerona/Spanien
sein. Sein Saisondebüt wird Armstrong
voraussichtlich wieder bei der Murcia-Rundfahrt im März
geben. Im April wird er dann bereits
wieder nach Texas heimkehren.
Die Klassiker Amstel Gold Race
und Lüttich-Bastogne, bei denen er im letzten Jahr stark fuhr,
wird Armstrong diesmal auslassen.
Erst Mitte Mai kehrt der Amerikaner
wieder nach Europa zurück.
Bicicleta Vasca
oder die neue
Tour du Languedoc-Roussillon
bilden dann seine nächsten Vorbereitungsrennen.
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23.10.03 Armstrong nächste Saison mit anderem Programm
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