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Tour de France |
Interview mit Lance Armstrong "Ich bin nicht zum Urlaub hier"
Haben Sie sich erholt von Ihrem Unfall?
Armstrong: "Ich habe noch einen etwas steifen Hals.
Aber ich habe beim Zeitfahren keine Probleme.
Wovor ich jetzt Angst habe, ist ein weiterer Sturz oder
eine neue Verletzung an der gleichen Stelle. Aber physisch
bin ich wieder in voller Form, ich bin fast wieder bei 100 Prozent."
Was für eine Verletzung haben sie bei dem Unfall erlitten?
Armstrong: "Ich habe mir den siebten Halswirbel gebrochen.
Wir (Armstrong war mit seinen US Postal-Teamkollegen Tyler Hamilton und Frankie Andreu
unterwegs, die Red.) hatten an jenem Tag wirklich Pech.
Der Autofahrer hat einen Fehler gemacht und hat eine Kurve geschnitten.
Wir haben genau den gleichen Fehler gemacht. Pech. Ich hatte
sofort einen Schmerz. Mir war klar, dass im Halsbereich irgendwas
los war. Aber ich musste nicht operiert werden. Ich konnte
recht schnell wieder trainieren. Es hätte alles schlimmer kommen
können."
Mit welchem Gefühl gehen Sie bei den Olympischen Spielen an den Start?
Armstrong: "Es ist vollkommen anders als bei den
ersten beiden Malen. Barcelona (1992) ist so weit weg.
Es war meine Olympiapremiere. Und ich hatte nicht viel Erfahrung im Radsport.
In Atlanta (1996) war ich schon an Krebs erkrankt - ich wusste
es nur noch nicht. Der Druck auf uns Amerikaner war riesig.
Heute ist alles anders. Ich habe schon zu meiner Frau gesagt:'
Ich glaube, diesmal wird es richtig gut'. Als ich am Montag am Flughafen ankam, habe ich mich toll
gefühlt. Ich bin richtig optimistisch."
Ist Ihnen die Goldmedaille im Zeitfahren so wichtig wie
ein Tour de France-Sieg?
Armstrong: "Die Tour de France ist das größte Rennen der
Welt. Ich will Olympia nicht klein machen, aber die Tour ist
die Nummer 1. Ich habe am 23. Juli (am Tag des Tourfinale)
angefangen, an die Spiele zu denken. Nun ist die Goldmedaille mein großes Ziel.
Ich bin hergekommen, um zu siegen. Australien ist zwar ein großartiges Land
zum Urlaubmachen. Aber ich nicht nicht zum Urlaub hier."
Wie beurteilen Sie die Olympiastrecken ?
Armstrong: "Ich habe sie mir heute (Dienstag, die Red.)
zum ersten Mal angeschaut. Es sind Kurse mit vielen Kurven und
Rhythmus-Wechseln. Das Zeitfahren findet auf einem sehr technischen
Kurs statt, der mir liegt. Das Strassenrennen wird sehr
viel schwerer, als man immer gesagt hat. Der Anstieg ist
länger und härter als man denkt."
Wie denken Sie über Pantanis Anwesenheit hier?
Armstrong: "Ich weiß nicht, warum er bei diesem Rennen startet.
Bei seinen Teamkollegen löst es jedenfalls keine große
Freude aus, dass er hier ist, auch wenn sich natürlich
die leute in Italien freuen. Ich glaube nicht, dass er bei
dieser Art Rennen gewinnen kann. Das Ziel ist nicht
in Courchevel. Im italienischen Team gibt
es mehrere potenzielle Gewinner, aber Pantani ist da irgendwie deplatziert,
glaube ich."
Wen sehen Sie als ihre größten Rivalen beim Zeitfahren?
Armstrong: "Ganz klar: Jan Ullrich. Der Kurs
liegt ihm vielleicht nicht so ganz perfekt. Aber
Jan ist der einzige, von dem mich die Zwischenzeiten interessieren werden."
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