Amstel Gold Race
Beim "Bierrennen" zeigt Bartoli: Glas ist halb voll
Ivanov macht "Fassa"-Doppelsieg perfekt / Boogerd Dritter vor Armstrong

Foto: Roth
28.04.02 (rsn) - Beim Wallonischen Pfeil vor zwei Wochen war
Michele Bartoli (Fassa Bortolo) ein sehr gutes Rennen gefahren,
doch im Sprint fehlten dem zweifachen Weltcupsieger, dessen Karriere
nach seinem schweren Unfall bei der Deutschland-Tour 1999
jäh unterbrochen worden war, am Ende die entscheidenden Körner.
"Ich weiß nicht, ob das Glas halb voll oder halb leer ist", meinte er
danach. Beim Amstel Gold
"Auf einen Sieg wie diesen habe
ich lange gewartet",
sagte Bartoli. "Ich hatte viel Pech
in dieser Saison und habe
meine Ziele bisher nicht erreicht.
Jetzt hat es endlich geklappt, wenn
auch spät. Jetzt werde ich mich für den Giro vorbereiten,
dort werde ich für Casagrande arbeiten."
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Bartoli gewann bei dem fünften Weltcup-Rennen
der Saison in Maastricht
im Sprint einer vierköpfigen Spitzengruppe,
die nach 254km auf dem Maasboulevard ankam.
Mit einer halben Radlänge Rückstand
kam Bartolis russischer Teamkollege
Serguei Ivanov auf Platz zwei und
machte einen Doppelsieg für "Fassa Bortolo",
das in den Klassikern bisher leer ausging, perfekt.
Bartoli: "Giancarlo Ferretti (der Sportdirektor von Fassa
Bortolo) hat heute in der Flucht die Aufgaben verteilt zwischen
Ivanov und mir. Er sagte: 'Ivanov soll
es versuchen, wegzufahren, Du kannst
im Sprint gewinnen.'"
Dritter
wurde der holländische Mitfavorit
Michael Boogerd (Rabobank), der wie
bei seinem Amstelsieg vor drei Jahren
vor Toursieger Lance Armstrong (US Postal) die Ziellinie überquerte.
Den Sprint des Pelotons um Platz 5 gewann
Weltmeister Oscar Freire (Mapei),
Erik Zabel wurde Neunter.
Armstrong eindrucksvoll
Die entscheidende Flucht hatte
sich 39km vor dem Ziel gebildet am
Anstieg des Eyserbos auf Initiative
von Michael Boogerd, der in
den letzten Wochen in Holland in die Kritik
geraten war, nachdem er sich abschätzig
über einige Teamhelfer geäußert hatte.
Thorsten Rund (Coast) aus Lübben und Stefan Kupfernagel (Phonak)
aus Montabaur bestimmten am Anfang das
Rennen mit. Zusammen mit vier weiteren Profis waren die beiden schon 14
km nach dem Start bei Regen und Kälte ausgerissen und
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Foto: Roth
Michele Bartoli
Geb.27 Mai 1970 in Pisa (Ita);
1,79 m/65 kg.
Profi seit 1992
Teams: Mercatone Uno (1992 - 1995), MG (1995 - 1997), Asics (1998),
Mapei (1999 - September 2001), Fassa Bortolo (seit September 2001)
Größte Erfolge:
Weltcup 1997 und 1998,
Italienischer Meister 2000,
Flandern-Rundfahrt 1996, Lüttich -Bastogne- Lüttich 1997 u. 1998,
GP Suisse 1998, Amstel Gold Race 2002,
Henninger Turm 1997, Wallonishc er Pfeil 1999, GP Ouest-France 2000, Het Volk
2001, Pfeil von Brabant 1994, GP Cerami 1994, Giro Reggio de Calabria 1996, GP
de Larciano 1996, Venetien-Rundfahrt 1996, Emilien-Rundfahrt 1996, GP de Fourmies
1996, Trofeo Laigueglia 1997, Trofeo Mélinda 1997, GP Gippingen 1998,
Giro Reggio de Calabria 1998, Giro di Romagna 1998, Pfeil
von Brabant 1999, GP Camaiore 2001
Etappenrennen: Sizilianische Woche 1993 (+2 Etappen),
Drei Tage von De Panne 1995 (+ 1 Et), Drei Tage von De Panne 1998,
Tirreno-Adriatico 1999, Mittelmeer-Rundfahrt 2002 (+ 1 Et),
Zwei Etappen Giro d'Italia (1/1994, 1/1998),
Etappensieger Tour de Suisse, Ruta del Sol etc.
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hatten sich bis
zu sechs Minuten Vorsprung erkämpft.
"Ich hatte gute Moral. Bei Regen
fühle ich mich wohl, das kommt wohl
noch von meinen Anfängen beim Cross.
Am Anfang lief es bei mir nicht so gut,
aber nach 50km wurden meine Beine immer besser.
Ich dachte nicht, dass die Gruppe durchkommt,
der Lotto- und der Rabobankfahrer haben
nicht mitgearbeitet. Ich bin sehr zufrieden mit
meinem Rennen, ich habe mich ein bißchen gezeigt",
sagte Stefan Kupfernagel, der
am Mittwoch am Henninger Turm womöglich ähnliches
zeigen wird.
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Auf dem anspruchsvollen
Parcours war die Flucht der inzwischen aufgesplitterten Gruppe rund 40 km
vor dem Ziel beendet. Bram Schmitz und Bram De Groot, die
letzten Verbliebenen
der Ausreißergruppe,
wurden am am Keutenberg 30km vor dem Ziel
wieder gestellt.
Im Finale attackierten Bartoli und Ivanov
mehrmals, doch ein sehr starker Armstrong
reagierte jedes Mal. Der Texaner
versuchte am 33. und letzten Anstieg
acht Kilometer vor Schluss sogar eine
Soloflucht.
Team Telekom spielte am Sonntag keine Rolle.
"Das war heute ein typisches Amstel Gold Race mit kaltem
Mistwetter. Ich hatte in der entscheidenden Phase keine Chance, am
Berg mit Bartoli und Armstrong mitzugehen und konnte bei diesem
Rennverlauf eigentlich nur mitfahren", sagte Zabel
nach dem Rennen, bei dem der erhoffte "Big Point" (Sprecher Olaf Ludwig)
ausblieb. Den will die Magentatruppe nun am 1.Mai beim "Henninger
Turm" in Frankfurt holen.
Noch schlechter als für Telekom lief
es für Gerolsteiner. Kapitän Davide Rebellin,
der früh in einen Sturz verwickelt war,
musste nach 80 Kilometer aufgeben.
"Er hat sich beim Sturz eine
schmerzhafte Prellung an der Hüfte zugezogen. Wir werden
das heute Abend genauer untersuchen, ich bin aber optimistisch, dass er am
Mittwoch beim 'Rund um den Henninger' starten kann",
sagte Gerolsteiner- Sportdirektor
Christian Henn.
Der 31 Jahre alte Michele Bartoli,
lange Zeit die Nummer 1 der Welt,
hatte seit seinem Sturz bei der Deutschland-Tour
1999 kange Zeit große Mühe,
wieder an die Spitze zu kommen
und er zweifelte sogar zeitweise
daran, ob er es jemals werde schaffen können.
Diese Zweifel beseitigte der Weltcup-Gesamtsieger
von 1997 und 1998 am Sonntag endgültig.
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Kupfernagel führt Ausreißersextett an





Leontien van Moorsel gewann Rennen der Frauen
Fotos: Roth
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Der Toskaner gewann zum fünften Mal
in seiner Karriere ein Weltcuprennen.
Zu seinen größten Erfolgen
zählen die Flandern-Rundfahrt 1996,
Lüttich- Bastogne 1997 und 1998
sowie die Meisterschaft von Zürich 1998.
Das Frühjahr der Toskaner
Nach dem fünften von zehn Weltcup-Rennen
liegt weiterhin der belgische
Roubaix-Sieger Johan Museeuw (Domo)
vorn. Der "Löwe von Flandern"
wird bei der Deutschland-Tour
starten, dann die Tour de France auslassen
und sich stattdessen im Juli mit einem Trainingslager
in Form bringen für die HEW Cyclassics
in Hamburg im August, wo er seine Weltcupführung
verteidigen will. Der Belgier Museeuw geht
mit dem weißen Trikot in die Sommerpause,
die Weltcupsaison beherrscht
haben jedoch im Frühjahr die Toskaner:
Vor Bartoli gewannen mit Mario Cipollini (Milan-Sanremo), Andrea Tafi (Flandern)
und Paolo Bettini (Lüttich)
seine Landsleute bereits drei große
Klassiker.
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