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Amstel Gold Race
Lance Armstrongs späte Rache gelingt nicht
Rabobank-Heimtriumph durch Erik Dekker / Schwarzer Tag für Telekom

28.04.01 (rsn) - Als Michael Boogerd vor zwei Jahren das Amstel Gold Race vor dem Amerikaner Lance Armstrong gewann, mischte sich in seine Freude über den Heimsieg ein bißchen Scham: "Ich musste Lance die Arbeit machen lassen in der Flucht, da wirds mir fast schlecht", sagte der Holländer
damals. An diesem Samstag fühlte man sich im Finale des Amstel Gold Race zurückversetzt nach 1999: Es gewann Boogerds Landsmann und Teamkollege Erik Dekker vor dem US-Radstar, der diesmal im Finish weniger führte, sich aber dennoch im Spurt geschlagen geben musste.

"1999 habe ich mich fürchterlich geärgert über meinen zweiten Platz hinter Boogerd, auch wenn ich
Amstel Gold Race
  • Stimmen zum Rennen
  • Ergebnisse, Weltcup-Stand
  • Frauenrennen: Tanja Schmidt wird Vierte
  • es mir nicht so habe anmerken lassen", sagte Armstrong am Samstag. "Diesmal wusste
    ich, dass ich im Sprint gegen einen sehr starken Mann fahren würde, daher bin ich nicht so entäuscht. Im Gegenteil, ich bin sehr zufrieden mit meiner Form. Es ist das erste Mal, dass ich 250km im Renntempo fahre. Ich hatte gute Beine, konnte gut atmen. Ich sah große Rennfahrer um mich herum und das gab mir noch mehr Moral. Heute war es ein guter erster Schritt Richtung Tour de France."
    Lance Armstrong in Maastricht: "Schritt Richtung Tour de France
    Foto: Roth

    Armstrong hatte mit seiner Attacke 42km vor Schluss eine Vorentscheidung herbeigeführt.
    Der Italiener Eddy Mazzoleni (Tacconi) ging mit, etwas später kam nach 12km langer Verfolgungsfahrt auch Erik Dekker von hinten noch zurück an die Spitze. Mazzoleni konnte in der Folge nicht den Rhythmus von Dekker und Amrstrong halten. Am Cauberg, dem drittletzten von 29 Anstiegen in der südniederländischen Provinz Limburg, versuchte Armstrong 13km vor dem Ziel Erik Dekker zu überraschen mit einem Angriff. Dekker blieb jedoch dran. Auf der Zielgeraden lieferten sich die beiden Ausreißer zunächst beinahe Stehversuche, dann ging Dekker weg und ließ dem amerikanischen Tour de France-Sieger keine Chance mehr. Unter dem tosenden Applaus der Fans holte Dekker für die Niederlande und die Rabobank-Ploeg nach 1999 erneut den Sieg beim "Heimrennen". Und wie vor zwei Jahren hatte Armstrong das Nachsehen am Ende einer Flucht gemeinsam mit einem aus dem"Oranje"-Team.

    Den dritten Platz beim fünften Weltcup-Rennen sicherte sich der Belgier Serge Baguet (Lotto) nach einer Konterattacke. Vierter wurde der Schweizer Meister Markus Zberg (Rabobank) vor dem belgischen Routinier Johan Museeuw (Domo). Der 30 Jahre alte Dekker gewann in Maastricht zum zweiten Mal bei einem Weltcup-Rennen. Im letzten August hatte er bei der Clasica San Sebastian triumphiert, nachdem er einige Wochen zuvor drei Etappen der Tour de France gewann. Im Weltcup-Klassement übernahm Dekker zur Halbzeit nach fünf von zehn Rennen die Führung mit 199 Punkten.


    Foto: Roth

    Erik Dekker

    Geb. 21.08. 1970 in Hoogevenen (Ned); Wohnort: Meerle Hoogstraten (Bel); 1,82 m, 66 kg

    Profi seit: 1992
    Teams: Buckler (1992), WordPerfect (1993 u. 1994), Novell (1995), Rabobank (seit 1996)

    Größte Erfolge: Clasica San Sebastian 2000, Amstel Gold Race 2001 Schweden-Rundfahrt 1994 u. 1995, Holland-Rundfahrt 1997 u. 2000 GP Scherens 1995, Rund um Köln 1995 , Niederländischer Zeitfahr-Meister 1996, GP Eddy-Merckx 1999 (Paarzeitfahren, mit Marc Wauters), Voegeli-Memorial 1999
    Tour de France: 7 Teilnahmen, 3 Etappensiege (Villeneuve-sur-Lot, Revel und Lausanne 2000).

    Schwarzer Tag für Telekom

    Das Amstel Gold Race stand für das Team Telekom unter einem schlechten Stern. Der in Flandern und Roubaix so großartig kämpfende Steffen Wesemann musste wegen Knieproblemen schon früh aufgeben. Auch Erik Zabel ging wie zuletzt in der Weltcup-Wertung wieder leer aus. Zabel war nach einem Defekt aus dem Hauptfeld zurückgefallen. Auf schmalen Straßen mussten der Berliner und sein Teamkollege Andreas Klier (München) lange auf den Materialwagen warten. Zabel verlor mehrere Minuten und hatte keine Chance mehr, wieder nach vorne zu stoßen. Deshalb stieg er auch im Hinblick auf das Frankfurter Rennen am Dienstag, das er 1999 gewann, vom Rad. «Die Panne passierte an der Schlüsselstelle des Rennens. Ich musste lange auf ein Ersatzrad warten. Es hatte keinen Zweck mehr, weiter zu fahren. Ich bin sehr enttäuscht», sagte Zabel, dessen Chancen auf eine Weltcup-Titelverteidigung auf ein Minimum sanken. Bester Telekom-Profi war in Maastricht der Kasache Alexander Vinokourov auf Platz 25, doch auch dies dürfte die Bonner wenig trösten: Fernando Escartin vom zweiten deutschen GS-I-Team Coast platzierte sich einen Rang davor...

    Der letzte Frühjahrs-Klassiker hatte im Dauerregen wegen der Maul- und Klauenseuche unter großen Sicherheits- maßnahmen begonnen. Sämtliche Begleitfahrzeuge mussten vor dem Start durch eine Desinfektions- Waschanlage. Die Reifen der Rennmaschinen wurden abgespritzt und die 190 Profis mussten zusätzlich durch eine
    Europäischer Umgang mit der Tierseuche MKS: Telekom-Teamfahrzeug wird vor dem Start desinfiziert Foto: Roth
    neutralisierte Zone über einen keimabtötenden Spezial-Belag radeln. Am 13. April war eine Streckenänderung beschlossen worden, die das letzte Viertel des Rennens durch Limburg betraf. Vor dem Start waren Profis der Teams Saeco, Tacconi, Bankgiroloterij und er deutschen Rennställe Coast und Team Cologne zu den obligatorischen Dopingtests herangezogen worden. Auffälligkeiten wurden dabei keine festgestellt.

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    Ergebnisse: Amstel Gold Race, Weltcup-Stand

    Übersicht: Amstel Gold Race




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